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Ina Dentler: Zerbrochenes Deutsch. Zweimal Berlin–Haifa (Roman)


Cover: Dentler, Zerbrochenes Deutsch

Die Berliner Synchronsprecherin Anja erhält zum ersten Mal Besuch von ihren entfernten Verwandten aus Israel. Oshrat und ihr Sohn Uri, Pilot der israelischen Luftwaffe, sind auf der Suche nach ihren Wurzeln. Ihre Mutter beziehungsweise Großmutter Toni heiratete 1933 den Berliner Juden Eric und floh mit ihm ins damalige Palästina. Anjas Großmutter Friedel ist Tonis Schwester, sie lebt in einem Altersheim, ist noch immer antisemitisch, aber Oshrat und Uri dennoch sehr zugetan.

Ina Dentlers Roman erzählt hauptsächlich aus der Perspektive von Anja, die versucht, die verworrene Familiengeschichte zu rekonstruieren. Die einzelnen Kapitel wechseln zwischen dem Berlin von heute und der Vergangenheit sowie Israel hin und her. Es stehen viele Verdachtsmomente im Raum, die Anja bewegen. Hat Toni damals Geld gestohlen, um die Emigration nach Palästina zu finanzieren? Warum ist Friedel auf Toni schlecht zu sprechen? Und vieles andere mehr. Uri und Anja verlieben sich. Ihre Liebesgeschichte spiegelt – unter vollkommen anderen Umständen – Erics und Tonis Geschichte von vor 70 Jahren wider. Anjas innerer Konflikt besteht darin, dass sie als Pazifistin Uris Beruf nicht akzeptieren kann.

Leider sind viele Dialoge erklärerisch und treiben die Handlung nicht voran. Zuweilen erscheinen Entwicklungen etwas konstruiert. Schade auch, dass der Text viele Schreibfehler enthält.*

Die Grundidee des Buches ist spannend, dreht sie sich doch um die persönliche Annäherung zwischen Deutschen und Israelis vor dem Hintergrund der Geschichte des Nationalsozialismus. Juden und Nicht-Juden durch Familienbande vernetzt mit unterschiedlicher Wahrnehmung und eigenen Schicksalen.

 

Ina Dentler, Zerbrochenes Deutsch. Zweimal Berlin–Haifa
AphorismA Verlag, Berlin, 2014
Hardcover, 342 Seiten
ISBN 978-3-86575-045-7, 20 Euro

 

Eine Empfehlung von Myriam Halberstam

 

Die in Deutschland aufgewachsene amerikanische Filmemacherin, Autorin und Verlegerin Myriam Halberstam wanderte nach ihrem Studium nach Israel aus, kehrte aber 1993 nach Deutschland zurück. Im Mai 2010 gründete sie den Ariella Verlag.

Foto: Heike Steinweg

 

* Anm. d. Red.: Laut Autorin liegt die 2., korrigierte Auflage bereits vor.


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