Hamburg: Buntes auf die Ohren - ein Besuch beim Hörbuchverlag Hörcompany


Das Büro der Hörcompany versteckt sich in einem gemütlichen kleinen Hinterhof in Altona. Blaue Sterne weisen uns den Weg in den zweiten Stock, wo Geschäftsführerin Andrea Herzog uns im Reich der Hörbücher willkommen heißt. 20 BücherFrauen und Interessentinnen haben sich heute hier versammelt, um sich mit der Frage zu beschäftigen: Wir wird aus einem Literaturmanuskript eigentlich ein Hörbuch?

Die Hörcompany wurde im Jahr 2000 von Andrea Herzog und Angelika Schaack gegründet. Das Zwei-Frauen-Powerteam hat sich über die Jahre bewährt, obwohl – oder gerade weil? – die beiden Verlegerinnen keinen Tag im selben Büro gearbeitet haben. Als ehemalige Mathematiklehrerin hat Andrea Herzog keine Angst vor Zahlen und dicken Aktenordnern, ihre Leidenschaft gilt aber Kinder- und Jugendbüchern, die das besondere Etwas haben. Die Hörcompany veröffentlicht Hörbücher für Kinder im Vorschulalter bis hin zu Titeln für Jugendliche – aber jeder Titel muss beide Verlegerinnen überzeugen, um ins Programm aufgenommen zu werden.

Ein Hörbuch entsteht

Anschaulich und lebendig schildert Andrea Herzog uns den Weg, den ein Manuskript geht, bis es als fertige CD und digitale Datei vorliegt. Zu Beginn der Verlagsgeschichte veröffentlichten die Verlegerinnen einfach die Lieblingstitel aus den Bücherschränken ihrer Kinder, die noch nicht als Hörbuch erschienen waren. Heutzutage ist es schwieriger – die Konkurrenz ist größer und kleinere Verlage können sich im Bieterwettbewerb um die Lizenzen oft nicht gegen die Riesen der Branche durchsetzen. Mit einem Gespür für besondere Titel und guten Kontakten schaffen es Andrea Herzog und Angelika Schaack trotzdem immer wieder, neue Glanzstücke für ihr Programm zu finden.

Schon beim Lesen des Manuskripts überlegen sich die Verlegerinnen, welche Sprecher und Sprecherinnen dazu passen. Auf der Suche nach neuen interessanten Stimmen gehen sie viel ins Theater. Nachdem die Lizenz verhandelt und der Vertrag geschlossen ist, steht aber erst mal die Textarbeit an. Hier muss schon genau kalkuliert werden – wie viele CDs sollen es werden, wie schnell liest der ausgewählte Sprecher oder die Sprecherin, wie viele Zeichen können pro CD eingeplant werden? Oft fällt noch einiges an Kürzungen an, was manchmal leichter und manchmal schwieriger zu bewerkstelligen ist. Wenn der endgültige Text steht, geht es ins Tonstudio, wo die gelernte Tontechnikerin und Dialogregisseurin Angelika Schaack Regie führt und alles im Blick behält, auf Betonungen, Aussprache und den angemessenen Textfluss achtet und genau mithört. Wenn alle Aufnahmen fertig sind, müssen sie noch geprüft werden, dann wird das Druckwerk gestaltet – und voilà, das Hörbuch ist fertig und kann in die Herstellung, d. h. ins CD-Presswerk, wo auch die Drucksachen gedruckt werden und alles zusammen konfektioniert wird.

Digitale Herausforderung

Die Arbeit der Verlegerinnen und ihres Teams ist damit noch lange nicht getan. Wie bei jedem anderen Verlag müssen die Titel natürlich noch verbreitet und beworben werden, wobei die Hörcompany mit Beltz einen guten Vertriebspartner hat. Aber zu tun gibt es trotzdem reichlich. Andrea Herzog, die in den 70ern noch mit Lochkarten programmiert hat, liest nun am Wochenende interessante Manuskripte auf dem iPad und schickt abends noch Excel-Tabellen mit aktuellen Kalkulationen herum. 

Sie liebt Digitales, aber es ist auch eine große Herausforderung. In Deutschland dominiert die Amazon-Tochter Audible den deutschen Online-Hörbuchmarkt und zwingt den Verlagen existenzbedrohende Konditionen auf. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat bereits eine Kartellbeschwerde gegen den Anbieter eingereicht, aber überzeugende Alternativen fehlen in der Branche bisher. Die Hörcompany betreibt auf ihrer Website einen eigenen Download-Shop, sieht sich aber auch in der vergleichweise komfortablen Lage, dass Kinderbücher doch lieber auf CD gekauft werden.

Der Abend klingt mit unterhaltsamen Anekdoten und vielen Hörbuchtipps aus. Wir dürfen noch in den bunten Bücherregalen stöbern und staunen, was für eine Vielfalt an Geschichten schon über diese Schreibtische gegangen ist – ein Vergnügen nicht nur für die Kleinen!

 

www.hoercompany.de   www.facebook.com/hoercompany

Viele Hörproben (auch diverse "Versprecher") gibt's bei www.soundcloud.com/hoercompany

Text und Fotos: Martha Wilhelm


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