Stuttgart: Geschichten wachküssen mit Leseexpertin Barbara Knieling


Die 12 Teilnehmerinnen, die sich an dem heißen Abend des 18. Juli 2013 auf den Weg in die Räume des Landesverbandes Baden-Württemberg aufgemacht hatten, wurden mit einem äußerst kurzweiligen Abend, Spaß, vielen Buchentdeckungen und Erkenntnissen rund ums Lesen belohnt.

Das Lesen mit Kindern und für Kinder ist der berufliche Schwerpunkt der Stuttgarter Literatur- und Lesepädagogin Barbara Knieling, die den Abend gestaltete. Sie berät und schult Eltern und pädagogische Profis in allen Fragen rund ums Lesen und probiert – z.B. in ihrem Leseclub für Viertklässler/innen – immer wieder neue Möglichkeiten aus, Kindern die Freude am Buch und am Lesen zu vermitteln.

Freude – ein Begriff, der an diesem Abend öfter fiel. Schon der Anblick der vielen Bilder- und Kinderbücher, die Frau Knieling für uns auf den Tischen ausgebreitet hatte, löste bei vielen Besucherinnen dieses Gefühl aus. „Wie können wir die Geschichten, die in Büchern verborgen sind, wecken?“ An diese zentrale Frage für alle, die Kindern vorlesen oder sie zum Selberlesen anregen wollen, führte Frau Knieling uns auf denkbar schönste Weise heran: Sie las uns aus dem Kinderbuchklassiker von Willi Fährmann „Der überaus starke Willibald“ vor, in dem die beiden Mäuse Lillimaus und Friederike eine Antwort auf die Frage „Was ist lesen?“ suchen – und gleich mehrere finden: „Lesen ist Sehen mit anderen Augen“ – „In jeder Geschichte findest Du ein Stück von Dir selbst“ - Die Geschichten schlafen in Büchern und werden – wie Dornröschen – durchs Lesen wachgeküsst.

Die Leselust ihres Kindes wachzuküssen ist der Wunsch vieler Eltern, das Vorlesen durch eine  vertraute Person ist dazu sicher ein elementarer Schritt. Das Kind erfährt dabei kostbare, innige Momente, denn Vorlesen hat Ausschließlichkeitscharakter: In dieser Zeit kann die/der Erwachsene sich keiner anderen Tätigkeit zuwenden, sie/er ist ganz beim Buch und beim Kind. Kein Wunder, dass auch ältere Kinder sich dieses Erlebnis immer (mal) wieder verschaffen wollen.

Natürlich vermitteln Bücher – und das Reden darüber – auch Weltwissen, doch der Bildungsprozess wird durch Freude und Unterhaltung vielleicht stärker befördert als durch bloßen Lehrstoff. Informationen, die über Geschichten aufgenommen werden, werden oft stärker integriert, das lehrt auch die Hirnforschung. Dort wo das Kind überrascht wird und mit Staunen reagiert, kommt das Denken in Gang und oft schließt sich auch das Sprechen über das Gehörte/Gelesene an, und darüber lernt das Kind, auch sich selbst besser zu verstehen.

Auch rein unterhaltende Lektüre – Comichefte z.B. – kann das kreative Denken fördern, und es wäre kontraproduktiv, wenn Eltern ihr Kind auf die aus ihrer Sicht „richtige“ Lektüre drängten. „Lesen duldet keinen Imperativ!“ Frau Knieling appelliert an die Eltern, das Lesen freizugeben und nicht als „Muss“ zu sehen, das Buch nicht in erster Linie als Bildungsgegenstand zu betrachten.

Doch was tun, wenn das Kind überhaupt keine Lust zu lesen hat? Auch hier wäre oft mehr Gelassenheit angesagt, denn Phasen der Leseabstinenz sind völlig normal in der kindlichen Entwicklung, besonders im 2./3. Schuljahr oder dann im Alter von 10 bis 12/13 Jahren, der sogenannten Lesepubertät, wo das Nicht-Lesen der Abgrenzung zu den Bezugspersonen dient.

Wenn das Kind die Erfahrung gemacht hat, dass Lesen ihm gut tut, wird es von sich aus (wieder) zum Buch greifen.

Welche Bücher die Leselust wecken können und auf welche Weise, das demonstrierte uns Frau Knieling schließlich anhand einiger Beispiele: Jede der Anwesenden hatte auf dem Büchertisch ihren Favoriten gefunden. Anhand dieser Auswahl ging Frau Knieling auf die kindgerechte Vermittlung durch Gestaltung und Erzählweise ein.

Mit einer hinreißenden „Tütenanimation“ fand dieser schöne Abend seinen Abschluss. Ein Teil der Gruppe ließ den Sommerabend noch in einem Lokal ausklingen.

Text: Ulrike Dörr, Fotos: Anne Betten

Die Leseliste kann hier heruntergeladen werden. 

 


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