Lucia Schöllhuber: Independent Verlage am konzentrierten Buchmarkt (Sachbuch)

Cover: Schöllhuber, Independent Verlage am konzentrierten Buchmarkt

Spannend untersucht die junge Wissenschaftlerin Lucia Schöllhuber in ihrer Dissertation die Konzentration im Buchmarkt und beschäftigt sich dabei mit den Rollen und Möglichkeiten unabhängiger neuerer Independent Verlage. Dass die Buchbranche schon länger unter Druck steht, ist keine neue Erkenntnis, doch der Frage, welche Rolle in Zukunft kleine unabhängige literarische Verlage spielen könnten, widmet die Autorin den Hauptanteil ihrer Untersuchung.

Die Nachricht vom 31.12.2004 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass „die meisten Impulse nicht mehr von Suhrkamp, Hanser und Rowohlt ausgehen, sondern von Neulingen wie Blumenbar“, erweckte das Interesse von Frau Schöllhuber. In ihrer qualitativen Untersuchung mit ExpertInneninterviews und ausgestattet mit betriebswirtschaftlichem Fachwissen und Branchenkenntnissen untersuchte Schöllhuber im ersten Teil die Rahmenbedingungen der deutschsprachigen Verlagslandschaft und Buchhandelsbranche heute.

„Konstant hoch und weiterhin im Ansteigen begriffen ist das Akquisetempo der Branche.“

Im Hauptteil wird die Ausgangssituation für neue Verlagsgründungen in einem hochkonzentrierten Markt untersucht. Die Autorin beschreibt deren Beweggründe, die Spielräume, Überlebensstrategien, Sichtweisen und Visionen der jungen VerlegerInnen. Sie fragt nach, warum sie diese Bücher machen, und skizziert deren Selbstverständnis. Fragt nach Selbstausbeutung und Selbstverwirklichung und untersucht, wie Finanzierungskonzepte aussehen. Worin genau die innovativen Potenziale der unabhängigen Kleinverlage bestehen und wie anders diese arbeiten. Zwei Indikatoren stellt Schöllhuber als besonders wichtig heraus: die Person der Verlegerin oder des Verlegers und der besondere Stellenwert des Kommunizierens mit der Community sowie das Pflegen des Netzwerkes. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass die Kleinverlage als eine „Keimzelle und Forscherecke der Branche“ besonders wichtig sind und hier eine tragende Funktion übernehmen.

An dieser Naht, an der sich vieles im Umbruch befindet, stehen die „Neulinge“. Acht sehr unterschiedliche neuere Verlagsgründungen, die im Zeitraum zwischen 1995 und 2007 erfolgten, werden ausführlich vorgestellt: Blumenbar (seit 2012 Imprint des Aufbau Verlags), kookbooks, Luftschacht, mairisch, Onkel & Onkel, Salis, Verbrecher Verlag und Voland & Quist. Eine spannende Lektüre. Auch vom Umfang der Studie sollten sich die interessierten Leserinnen nicht abschrecken lassen.

Lucia Schöllhuber, Independent Verlage am konzentrierten Buchmarkt
Berlin/Boston: De Gruyter Saur, 2016
Hardcover, XII, 341 Seiten, mit Abbildungen und Tabellen
ISBN 978-3-11-042662-5, 99,95 Euro

Eine Empfehlung von Yvonne de Andrés, ydeandres(at)gmx.de

 

 

Yvonne de Andrés ist freiberufliche Senior Consultantin einer Unternehmensberatung in Berlin. Sie hat Germanistik und Politikwissenschaften studiert und ist Beirätin der BücherFrauen und der Dezentralen Kulturarbeit im Rathaus Schöneberg sowie Pressefrau in Berlin.

 

 

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