Berlin: Bericht - „It's about becoming more“

Ausschnitte aus dem Dokfilm „Man for a Day“ und ein Gespräch zwischen der Regisseurin Katarina Peters und Cornelia Saxe am 19.2.2014

Klappe 1:
Vorstellung von Katarina Peters durch die BücherFrau Cornelia Saxe


Katarina Peters (rechts) und BücherFrau Cornelia Saxe (links)

Katarina Peters, bekannt geworden durch den autobiographischen Film „Am seidenen Faden“, rief 2012 mit ihrem neuen Dokumentarfilm „Man for a Day“, einem der Eröffnungsfilme zur Berlinale,  viele Reaktionen und Einladungen hervor, mit denen sie nicht gerechnet hatte. Darin porträtiert sie verschiedene Frauen, die sich in einem Workshop mit Diane Torr auf den Weg in eine neue, männliche Identität begeben. 65 Frauen hatten sich auf den Aufruf hin gemeldet, 12 Frauen wurden ausgewählt, darunter eine Politikberaterin der Grünen, Miss Uckermark, eine alleinerziehende Migrantin und eine Designerin für Männermoden, sehr verschiedene Frauen, die deshalb auch ganz unterschiedlich die Aufgabe bewältigen.

Klappe 2:
Filmausschnitte aus „Man for a Day“

Ein altes Thema der Frauenbewegung, und doch ein anderer Zugang! Wiederholtes Lachen, die anwesenden Frauen amüsierten sich großartig über die gezeigten Filmausschnitte. Sie hätten am liebsten den ganzen Dokumentarfilm „Man for a Day“ von Katarina Peters gesehen, um an der Veränderung teilzuhaben und zu erfahren, wie aus einer Frau ein Mann werden kann. Nein, keine verkleidete Frau, sondern eine Frau, die glaubwürdig als Mann herüberkommt.

Die Performance Künstlerin Diane Torr liefert die Hilfsmittel dazu und bietet in einem Wochenendeseminar die Möglichkeit, in eine männliche Identität einzutauchen. Katarina Peters hat in diesem Film den Vorgang dokumentiert. Was einfach erscheint, immer wieder ein Lachen hervorruft, ist viel mehr als ein Spiel oder Komik.  Die Regisseurin regt zur Auseinandersetzung mit männlichen Eigenschaften an und lässt in der Entdeckung die Zuschauenden daran teilhaben. Warum wirkt es komisch, wenn die Frauen männlichen Eigenschaften auf den Grund gehen?

Die Frauen suchen sich den Männertyp aus, den sie darstellen wollen. Sie schaffen sich eine neue Identität, erforschen den Namen, das Alter, den Beruf des neuen Ichs. Sie entdecken detektivisch das andere Geschlecht und sich damit auch selbst neu. Immer wieder taucht die Fragen auf: Was macht einen Mann zum Mann?  Und was macht eine Frau zu einem Mann?


Die BücherFrauen im Auditorium der Veranstaltung zum Dokumentarfilm
„Man for a Day“

Diane Torr begleitet sie auf ihrer Entdeckungsreise, regt sie an, Männer zu beobachten, zu imitieren: Wie ist der Gang? Wie setzt sich ein Mann? Wie schaut er? Sind es nur Körpersprache und Verhalten, dem wir unterliegen? Trifft es zu, dass ein Mann so geht, als wenn er den Boden unter seinen Füßen besitzen würde? Bewegt er weniger Gesichtsmuskeln als Frauen, fehlen ihm sogar welche? Alles muss stimmen, damit die neue Identität glaubwürdig ist. Kein gefallendes Lächeln, die Augen werden nur mit dem Kopf bewegt – vollkommen neue Bewegungsabläufe müssen ausprobiert werden. Die Wahl und Gestaltung eines eigenen Penis gehört dazu, ebenso wie männliche Unterwäsche und die Überlegung, wie frau mit der langen Haarpracht umgeht, die so häufig ein Kennzeichen für Weiblichkeit ist und nicht einfach nur versteckt werden kann.

Der Höhepunkt ist der Auftritt in der Praxis: Sind die neuen Männer glaubwürdig? Doch auch nach dem Wochenende bleibt einiges hängen – Erfahrungen, die die Frauen aus ihrer kurzen männlichen Identität mitgenommen haben. Und so ist es wirklich ein „becoming more“, wie Diane Torr im Workshop treffend sagt.

Klappe 3:
Fragen, Fragen, Fragen an die Regisseurin, die nicht aufhörten und zu einem lebhaften Gespräch führten.

Klappe 4:
Und Lust bekommen?

http://www.salzgeber.de/presse/#manforaday

http://berliner-filmfestivals.de/video/man-for-a-day-von-katarina-peters

Am 5./6 April sowie am 3./4. Mail finden die nächsten Workshops mit Diane Torr in Berlin statt. Keine Angst, Katarina Peters ist diesmal nicht dabei. Und wenn nicht: Der Film ist auf alle Fälle zu empfehlen.

Vielen Dank an Cornelia für die Idee und Durchführung sowie an die Regisseurin für diesen unterhaltsamen und anregenden Abend.

Fotos: Marlies Michaelis

Text: gesellin

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