Die neue Stuttgarter Bibliothek: Ein Herz mit Ecken und Kanten

Am Donnerstag, den 16. Februar 2012, besichtigten die Stuttgarter BücherFrauen die im Herbst 2011 eröffnete Stadtbibliothek am Mailänder Platz. Hannelore Jouly, die ehemalige Leiterin der Stadtbücherei und Ideen-Geberin für den Neubau, und Katinka Emminger vom Leitungsteam der Bibliothek führten uns durch die Räumlichkeiten.

Für alle, die nicht dabei sein konnten, hier der Bericht der Teilnehmerin Ingrid Honold (mit Bildern von Frauke Ehlers):

"Die neue Stadtbibliothek in Stuttgart sollte ein Herz erhalten. Das war schon nach den ersten Überlegungen klar, die Hannelore Jouly 1997 als Direktorin mit ihrem Team anstellte. Zwei Jahre später kam es zur Auslobung des Architektenwettbewerbs, an dem sich 125 Büros beteiligten. Wie sich ein koreanischer Architekt das Herz einer Bibliothek vorstellt, welche Diskussionen nötig waren, um die Diskrepanz zwischen asiatischer Denkweise und deutschen Bedürfnissen in Einklang zu bringen, davon berichtete Frau Jouly den Stuttgarter BücherFrauen am 16. Februar.

 

Hannelore Jouly begrüßt die Stuttgarter BücherFrauen

Das Herz wurde ein würfelförmiger Kubus von je vierzehn Metern Höhe, Breite und Länge, in klarem Weiß gehalten. Hier lenkt nichts ab, der Blick wird nach innen aber auch automatisch nach oben gelenkt, zur blauen Laterne, die eine Verbindung zu den darüberliegenden Galerieräumen schafft. Hier atmet das Haus ein, um nach oben auszuatmen oder um beim Bild des Herzens zu bleiben, hier strömen die Menschen ins Haus, um nach oben gepumpt zu werden.

Das Quadrat spielt bei diesem Entwurf eine wesentliche Rolle, auch in der Fassade aus Glasbausteinen mit ihrem Raster von neun mal neun Quadraten. Dies verwundert nicht, wenn man weiß, dass Yi im Büro von Oswald Maria Ungers gearbeitet hat.

Die Galerie (Foto von Ingrid Honold)

Das Projekt war von Anfang an mit »Stuttgart 21« verknüpft, weshalb sich die Eröffnung bis in den Oktober 2011 verzögerte. Manches fiel dem Sparzwang der Stadt zum Opfer, so auch die Außengestaltung in Form einer spiegelnden Wasserfläche, was vielfach bedauert wird.

Nicht nur die Architektur, auch der konzeptionelle Ansatz beeindruckte die Stuttgarter BücherFrauen. Diese freuten sich, aus dem Blickwinkel von Frau Jouly die Konzeption aus erster Hand erläutert zu bekommen. Von Anfang an war klar, hier sollte eine Bibliothek der Zukunft entstehen, die sich nicht nur dem Buch sondern allen Medien widmet. Wie dies heute umgesetzt wird, erzählte Katinka Emminger, Mitglied des Direktionsteams der Stadtbibliothek, mit ansteckender Begeisterung.

Selbst Musik machen in der neuen Stadtbibliothek

Zentrales Anliegen ist, die Medienkompetenz schon bei den Kindern zu entwickeln. Ihnen wird viel Raum gegeben, auf jeder thematischen Ebene mit einem eigenen Angebot, besonders aber in der 2. Etage, die sich ganz den Anforderungen der Kinder stellt. Jede der acht Ebenen widmet sich einem Thema. Man kann in Lerngruppen arbeiten, sich einen der 112 Laptops nehmen, am elektronischen Klavier üben oder im abgeschlossenen Studio mit der zur Verfügung stehenden Software selbst komponieren.

Immer mitbedacht! Programm für Kinder

Informationen zu allen Premieren in Stuttgart oder zur Literaturszene schaffen besondere Bezüge zur Stadt. Und vielleicht wird die Anregung aus der Gruppe der Stuttgarter BücherFrauen aufgegriffen, künftig Stuttgarter Verlage mehr ins Licht zu rücken.

Stuttgarter BücherFrau in der »Hall of Fame« - eine Auswahl bedeutender Stuttgarter Autorinnen und Autoren

Aus Respekt vor der Bedeutung internationaler Weltliteratur aber auch um die Zuwanderer dieser Stadt einzuladen, ist das Angebot sehr international aufgestellt. Dazu gehören belletristische Titel in 25 Sprachen, rund 100 Tages- und Wochenzeitungen, darunter viele aus dem Ausland und über die Pressedatenbank Press display der online-Zugriff auf über 800 Tageszeitungen aus mehr als 70 Ländern.

Die einzigartige Graphothek im 8. OG bietet nicht nur einen beeindruckenden Blick auf das nächtliche Stuttgart. Es ist vor allem ihr Bestand, den man ausleihen und zuhause aufhängen kann, der bei den Stuttgarter BücherFrauen Eindruck hinterlässt.

BücherFrauen in der Graphothek

Dass dieses Gebäude eine hohe Anziehungskraft hat, zeigen die täglichen Besucherzahlen. Viele kommen wegen des Gebäudes und schon heute wird deutlich, Stuttgart hat ein neues Wahrzeichen. Was tagsüber etwas abweisend wirkt, wird nachts geheimnisvoll in blaues Licht getaucht. Viele BücherFrauen wollen wiederkommen, um sich dem zu widmen, was hier im Mittelpunkt steht, dem Buch in allen seinen Formen."

Dr. Ingrid Honold, Stuttgart

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