Projekte und Allianzen ─ Diskussion bei Jahrestagung in Berlin

Dilek Kolat, Berliner Senatorin spricht das Grußwort

Podiumsdiskussion „Wir gestalten die Zukunft! ─ Neue Arbeitsmodelle für die Buchbranche“ der BücherFrauen in Berlin

Die Jahrestagung der BücherFrauen begann in diesem Jahr mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion zum Thema „Wir gestalten die Zukunft! ─ Neue Arbeitsmodelle für die Buchbranche“. Valeska Henze, die Vorsitzende des Branchennetzwerks, konnte sich zusammen mit den Podiumsteilnehmerinnen am 9. November über ein bis auf den letzten Platz besetztes Theater Aufbau Kreuzberg im Aufbau-Haus freuen.

Vor der Diskussion begrüßte Dilek Kolat, die Berliner Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, die Zuhörerinnen und Zuhörer. Die Schirmherrin des Abends wollte mit ihrem persönlichen Auftritt zeigen, wie wichtig und förderungswürdig ihr die Arbeit der BücherFrauen ist. Sie betonte vor allem die gemeinsamen Themenkreise unter den Stichworten „Frauen und Arbeit“. Mit den Worten „Ich freue mich auf eine langfristige und intensive Zusammenarbeit“ beschloss die Senatorin ihr Grußwort und gab das Rednerinnenpult frei für Christiane Funken.

Technik und Projekte

Funken, Professorin für Kommunikations- und Mediensoziologie der TU Berlin, stimmte das Publikum mit einem mitreißenden Impulsvortrag auf die Diskussion ein. Dabei stellte sie zwei Tendenzen in den Mittelpunkt, die die Arbeitswelt in der wissensintensiven Buchbranche von morgen bestimmen werden: Technisierung und Projektifizierung. Gefragt sei in Zukunft von jeder Einzelnen die schwierige Balance zwischen Soft-Skills und Kompetenzdarstellung, Qualifikation und Durchsetzungsfähigkeit.

Prof. Christiane Funken

Welche dieser Trends sind in der Buchbranche zu beobachten? Und gibt es spezielle Veränderungen, die gerade die Frauen in der Branche betreffen? Mit diesen Fragen an das Podium stieg die Moderatorin Andrea Böltken in die Diskussion ein.

Für Sabine Schubert, Senior Consultant bei Kirchner + Robrecht, stellten sich die Herausforderungen genau so dar, wie im Impulsvortrag vorgestellt: Die Digitalisierung in der Buchbranche schafft neue Bereiche, die vor allem auch für IT-Fachkräfte von großem Interesse sind; gleichzeitig steigt in den Verlagen der Anteil der projektbezogenen Arbeit.

Ein Punkt, den die Berliner Buchhändlerin Christiane Hahn von der Buchhandlung Anakoluth für das Sortiment nicht unterstreichen konnte. Dort sei der Laden das Projekt. Die Arbeit selbst bliebe strukturell die gleiche und lasse sich nicht in Projekte auffächern.

Katrin Rönicke sah vor allem in den steigenden technischen Anforderungen ein Problem für die Chancen von Frauen in der Berufswelt. „Sobald Technik involviert ist, sind Männer zuerst da,“ fasste die Autorin und Bloggerin ihre Erfahrungen aus der digitalen Welt zusammen. Ein Punkt, den die Podiumsteilnehmerinnen mit einem Aufruf an alle Zuhörerinnen verbanden, technische Entwicklungen mitzuverfolgen und sich zu informieren – und nicht zu warten.

Bloggerin Katrin Rönicke und Moderatorin Andrea Böltken

„Die Mischung macht's!“

Warten müssen Beschäftigte in der Buchbranche oft auf flexiblere Arbeitszeitmodelle. Die Beraterin Sabine Schubert machte einerseits die Kleinteiligkeit der Branche, andererseits den Unwillen zur Veränderung dafür verantwortlich, dass das Arbeitsmodell hauptsächlich aus „ständig und viel“ zu bestehen scheint. Christiane Hahn fügte die äußeren Umstände wie Öffnungszeiten hinzu, die es gerade kleinen Sortimenten schwer machten, flexibel auf die Wünsche ihrer Angestellten zu reagieren.

Für den Branchennachwuchs, der auf dem Podium durch Katja Bothe von der AG Generationenmanagement des Nachwuchsparlaments vertreten war, zeigte sich hier eine Hauptaufgabe für künftiges Generationenmanagement: die Anpassung der Arbeitsmodelle an die Lebensmodelle der Beschäftigten.

Eine Frage des Generationenmanagements ist auch der Wissensaustausch zwischen den Generationen. Dies geschieht in der Regel unorganisiert „on the job“. Die Podiumsteilnehmerinnen waren sich einig, dass in diesem Punkt eine Professionalisierung, zum Beispiel durch Mentoring-Programme, der Buchbranche wichtige Impulse bringen könnte.

Allianzen bilden

Zum Abschluss forderte Andrea Böltken das Podium auf, Wünsche zu formulieren: Was können die BücherFrauen, was können Netzwerke tun, um die Entwicklung mitzugestalten? Neben dem Erfahrungsaustausch gerade zwischen den Generationen war den Podiumsteilnehmerinnen bei dieser Frage die Professionalisierung und Profilierung des Netzwerks wichtig. Ein Frauennetzwerk wie die BücherFrauen sollte die versammelten Kompetenzen und Stärken mit Selbstvertrauen nach außen tragen - und durchaus auch weiterhin politische Forderungen stellen. Das Wichtigste, lautete schließlich der Rat von Katrin Rönicke, sei letzten Endes, den Humor nicht zu verlieren und „einfach sein Ding durchziehen.

Das Podium auf der Jahrestagung der BücherFrauen im TAK

Text: Anja Lösch, Fotos: Ursula Weisgerber

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