Hanna Mittelstädt: Blu (Roman)

Hanna Mittelstädt, Gründerin und ehemals Verlegerin der Edition Nautilus, stellt sich uns nun als Autorin vor. Ihr kleiner, aber inhaltsreicher Roman „Blu“ besticht schon rein äußerlich durch ein Cover voller Wasserspiele und Blautöne, es ist eine Freude, das Buch anzusehen, und die Neugier auf den Inhalt ist geweckt. Der Blu des Titels ist so einer, der nie richtig erwachsen geworden ist, er hält sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser, eigentlich ist er ja Künstler, Musiker, Dichter. Dass der Erfolg ausbleibt, bestätigt ihn natürlich in seinem Genie. Verabredungen hält er lieber nicht ein, schon zu einem verabredeten Auftritt pünktlich zu erscheinen, noch dazu nüchtern, ist eigentlich unter seiner Würde. Auf Beziehungen sich einlassen, das will er schon gar nicht. Aber er hat diese sibirisch blauen Augen, obwohl er aus dem Allgäu stammt, und loslassen kann er auch nicht. Weder die Exgattin noch Fil, die Erzählerin im Buch. Fil ist einige Jahre älter, in der Kulturszene viel aktiver als er, organisiert Konzerte, Lesungen, liest selbst, hat so eine es nötig, sich von Blu das Leben vergällen zu lassen? Aber eine Nachbarin mit sibirischen Wurzeln hat ihr eingeredet, dass alles uns weiterbringt und zu etwas gut ist, also auch die Misere mit dem Mann mit den sibirischen Augen – der übrigens schrecklich lieb sein kann, vor allem dann, wenn Fil die Sache satt bekommt und ihn nicht mehr sehen will. So war das ja alles nicht gedacht, versichert er treuherzig, sie hat ihn nicht richtig verstanden und ab sofort wird alles besser. Wird es nicht. Es ist die alte Geschichte, und „wem sie just passieret, dem bricht das Herz entzwei“, das wusste schon Heinrich Heine. Erstaunlich, wie viele neue Aspekte Hanna Mittelstädt dieser alten Geschichte abgewinnt, sie in einen neuen Rahmen spannt, sie in Szeneviertel von heute (Berlin, Zürich, Hamburg) setzt, sie, wie das Cover andeutet, am Wasser ansiedelt (Spree, Elbe), und wie komisch die eigentlich traurige Geschichte in dieser neuen Version trotz allem wirkt!

Hanna Mittelstädt: Blu
Konkurs Verlag Tübingen, 2021
Broschur, 120 Seiten
ISBN 978-3887694463, 12 Euro

Eine Empfehlung von Gabriele Haefs.

null

Dr. Gabriele Haefs arbeitet als freie Übersetzerin und Autorin. Ihr Buch "111 Gründe Norwegen zu lieben"ist im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienen.
Foto: Miguel Ferraz

Transparenzhinweis: Die Autorin empfiehlt das Buch aus Eigeninteresse und nicht aus wirtschaftlichen Gründen.

Über uns
Vereinsporträt
Blaues Buch Online Extern
Vorstand
Überregionale Ansprechpartnerinnen
Beirat
BücherFrau des Jahres
BücherFrauen-Literaturpreis
Jahresthema
Publikationen
Buchmessen
Jahrestagung
LiteraturBrunch
International
Regional
BERLIN
BIELEFELD/OWL
BREMEN-OLDENBURG
FRANKEN
FRANKFURT/RHEIN-MAIN
FREIBURG
GÖTTINGEN-KASSEL
HAMBURG
HANNOVER
KÖLN/BONN-RHEIN/RUHR
LEIPZIG
MÜNCHEN
MÜNSTERLAND
RHEIN-NECKAR
STUTTGART
Mentoring
... überregional
... in Berlin
... in Frankfurt/Rhein-Neckar
... in Hamburg
... in München
... in Stuttgart
Akademie
Akademie im Grünen
Profilbildung & Genderkompetenz
Sommerakademie
Online-Akademien
Design your life
Digitale Meetings und Workshops
Finanzielle Fördermöglichkeiten
Kooperationen
Unsere Dozentinnen
Das Akademieteam
Bisherige Seminare
SocialMedia
BücherFrauen-Blog
Weitere Kanäle
Termine
Presse
Pressemitteilungen
Downloads
Pressestimmen