Berlin: Mehr weibliche Präsenz in der Wikipedia mit WomenEdit am 13. März 2019

Publikum bei "WomenEdit – Mehr weibliche Präsenz in der Wikipedia" am 13. März 2019, Foto: Ina Pfitzner

Publikum bei "WomenEdit – Mehr weibliche Präsenz in der Wikipedia" am 13. März 2019, Foto: Ina Pfitzner

Die Gendergap bei der Online-Enzyklopädie Wikipedia ist derzeit immer wieder Thema in den Medien. Dagegen hilft nur, dass sich dort mehr Frauen einbringen. Die BücherFrauen Berlin waren deshalb am 13. März 2019 mit der Veranstaltung "WomenEdit - Mehr weibliche Präsenz in der Wikipedia" zu Gast in den Räumen des deutschen Trägervereins Wikimedia Deutschland e. V.

Für eine der anwesenden BücherFrauen hielt der Abend eine Überraschung bereit: Sie hat einen eigenen, gerade mal vier Tage jungen Artikel in der Wikipedia. Allerdings entdeckten die versierten Lektorinnen im Publikum sofort ein paar kleine Tippfehler. Für Referentin Iva ein guter Aufhänger, um zu demonstrieren, wie die beiden Bearbeitungstools "Visual Editor" und "Quelltext" funktionieren.

WomenEdit Logo © FCT Berlin 

WomenEdit Logo © FCT Berlin

WomenEdit

Iva - so ihr Wikipedia-Name - leitet das Projekt WomenEdit. Jeden ersten Mittwoch im Monat treffen sich Frauen gemeinsam um 18 Uhr in den Räumen am Tempelhofer Ufer 23, um an Artikeln zu arbeiten. "Newbies" wird weitergeholfen, erfahrene Wikipedianerinnen können sich über Projekte und Erfahrungen austauschen.

Diskussion, Änderungen, Löschanträge

Und Redebedarf gibt es viel, auch wenn das Mitmachen im Prinzip ganz einfach ist, das zeigte auch dieser Abend. Gerade die Tatsache, dass andere ihre Änderungen wieder rückgängig machen können oder gar einen Löschantrag für einen neu angelegten Artikel stellen, macht vielen noch unerfahrenen Nutzerinnen und Nutzern zu schaffen - und entspricht so gar nicht dem Urhebergedanken, den gerade BücherFrauen von ihrer Arbeit gewohnt sind. Doch wie bei Verhandlungen zwischen Autorinnen, Lektorinnen und Produzentinnen auch, hilft es, hartnäckig zu sein, den eigenen Standpunkt mit Belegen abzusichern und auf der Diskussionsseite gut zu begründen. Und viele Löschanträge von engstirnigen Besserwissern sind in der obligaten Löschdiskussion auch schon von der Community abgeschmettert worden.

Publikum bei "WomenEdit – Mehr weibliche Präsenz in der Wikipedia" am 13. März 2019, Foto: Ina Pfitzner

Publikum bei "WomenEdit – Mehr weibliche Präsenz in der Wikipedia" am 13. März 2019, Foto: Ina Pfitzner

Relevanzkriterien

Das führte fast automatisch zum Thema Relevanzkriterien. Die sind unter dem Kürzel WP:RK im Suchfeld der Wikipedia-Hauptseite zu finden und regeln etwa, ab wann ein Buch, ein Verlag, eine Autorin und vieles mehr als relevant genug für einen eigenen Artikel gelten. Allerdings bleibt ein Graubereich, wie die Diskussion um die Messe Buch Berlin zeigte.

Beamer: Wikipedia wird erklärt, Foto: Ina Pfitzner

Wikipedia wird erklärt, Foto: Ina Pfitzner

Anmeldung bei der Wikipedia

Ein weiteres zentrales Thema des Abends war die Anmeldung bei der Wikipedia. Grundsätzlich ist sie nicht nötig, um einen Artikel zu bearbeiten, doch Iva zeigte eine Reihe von Vorteilen auf:

  • Die eigene IP-Adresse erscheint nicht öffentlich
  • Nach einiger Zeit (Kriterien unter WP:Sichter) müssen die eigenen Änderungen nicht mehr von einem Sichter/einer Sichterin gecheckt werden, bevor sie öffentlich erscheinen, sondern man wird sogar selbst zur aktiven Sichterin.
  • Jede registrierte Benutzerin kann eine Beobachtungsliste anlegen, in der sie über Änderungen an Artikeln, die für sie von Interesse sind, informiert wird. Außerdem hat sie eine frei gestaltbare Benutzerseite und eine Diskussionsseite für die interne Kommunikation und kann sich eine Artikelwerkstatt anlegen.
  • Bearbeitungen von registrierten Nutzern und Nutzerinnen werden weniger leicht gelöscht als solche, hinter denen nur IP-Adressen stehen.
  • Für eine vernünftige interne Kommunikation, etwa bei Konflikten, ist es quasi unerlässlich mit Namen und nicht nur als IP-Nummer aufzutreten.

Allerdings riet Iva davon ab, Klarnamen zu verwenden, da jegliche Bearbeitung archiviert wird und sich darüber ein ziemlich genaues Interessensprofil des jeweiligen Nutzers/der Nutzerin ergeben kann.

Gendergap

Auch die Gendergap in der Wikipedia war natürlich Thema. Wie groß sie wirklich ist, ist nicht sicher, denn Nutzerinnen werden nur als Frauen registriert, wenn sie dies ausdrücklich wünschen. Geschätzt sind 15 bis 30 Prozent derer, die sich mit Namen registriert haben, Frauen. Das führt natürlich auch dazu, dass "Frauenthemen" oder Biographien von Frauen unterrepräsentiert sind. Auch von einem schwierigen Kampf um mehr gendergerechte Sprache wusste Iva zu berichten, nicht jedoch von objektiven Gründen, die Frauen von einer Mitarbeit abhalten könnten.

Publikum bei "WomenEdit – Mehr weibliche Präsenz in der Wikipedia" am 13. März 2019, Foto: Ina Pfitzner

Publikum bei "WomenEdit – Mehr weibliche Präsenz in der Wikipedia" am 13. März 2019, Foto: Ina Pfitzner

Veranstaltungen zum Fragenstellen und Editieren

Andere Themen konnten nur gestreift werden, wie etwa das Neutralitätsgebot oder die interne Organisation der Wikipedia. So endete die Veranstaltung nach knapp drei Stunden mit dem Hinweis, dass Hilfe und Antworten jederzeit entweder bei WomenEdit oder dem wöchentlichen, gemischtgeschlechtlichen Offenen Editieren am Donnerstag zu haben sind. Außerdem haben die BücherFrauen die Möglichkeit, bei genügend Interesse auch wieder ein gemeinsames Editieren wie den Edit-a-thon vom 23. Februar 2019 zu organisieren.

Moderation durch Christa Poeppelmann, Foto: Ina Pfitzner

Moderation durch Christa Poeppelmann, Foto: Ina Pfitzner

Herzlichen Dank an Referentin Iva und Moderatorin Christa Pöppelmann sowie vielen Dank an alle, die zur Veranstaltung kamen und mitgemacht haben.

Raum von Wikimedia Deutschland e. V., Foto: Ina Pfitzner

Raum von Wikimedia Deutschland e. V., Foto: Ina Pfitzner

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