#bfjt16: Root Leeb, »Veröffentlichen auf digitalen Plattformen – Chancen und Gefahren«

Root Leeb (Foto: Heidi Wendelstein)

Root Leeb (Foto: Heidi Wendelstein)

Text des Vortrags von Root Leeb im Workshop 11 auf der Jahrestagung in Berlin:

Ich bin kein Digital Native und wenn ich mich dennoch diesem Thema widme, dann deshalb, weil über kurz oder lang kein Weg mehr an Selfpublishing vorbeizugehen scheint. Ob das tatsächlich so sein wird, und ob und was wir zur Förderung dieser Art des Publizierens tun wollen oder ob wir im Gegenteil etwas dagegen unternehmen wollen und können, werde ich hier zur Diskussion stellen.

Wer die Auseinandersetzungen und Enttäuschungen mit Publikumsverlagen kennt, weiß um die Suche nach Alternativen. Ohnehin muss, wer ein Buch veröffentlichen will, sich erst einmal viele Fragen stellen, angefangen von der Frage, warumwill ich ein Buch veröffentlichen (Ist es das Prestige als Autorin? Und/oder weil ich etwas Wichtiges zu sagen habe und will, dass das viele Menschen lesen? Ist es, weil ich Geld damit verdienen möchte), bis zur Frage, warum genau dieses Buch (weil es etwas noch nie Geschriebenes ausdrückt, in einer noch nie da gewesenen Weise? Oder schlicht, weil das Thema Aussicht auf Erfolg hat …?)

Wenn nach Beantwortung dieser Fragen alles für eine Veröffentlichung spricht, aus diversen Gründen ein Publikumsverlag aber nicht infrage kommt, spricht alles für Selfpublishing.

Es gibt ja tatsächlich Probleme in der analogen Welt, bei realen Verlagen:             

• Die Wartezeiten für AutorInnen sind bei eingereichten Manuskripten/Texten zu lang. (Erklärbar durch die Flut der unverlangt eingesandten Manuskripte und damit die Überforderung der Verlage.)

• Die dann eintreffenden Ablehnungen sind meist standardisiert und helfen Schreibenden in keiner Weise weiter.

• Dann wäre das zunehmende Nichteinhalten des Risikofaktors zu nennen, früher gab es sowohl in Verlagen als auch in Buchhandlungen eine Verteilung des Risikos: Bekannte oder mit Sicherheit Gewinn einbringende Autorinnen und Autoren wurden veröffentlicht und später zu Lesungen eingeladen um parallel dazu auch unbekannte Risiko-Autorinnen und -Autoren mittragen zu können. Heute hat sich das einseitig verschoben, nahezu ausschließlich bekannte, prominente Autorinnen und Autoren bestimmen das literarische Leben.

• Die Pressearbeit – gerade in kleineren Verlagen – ist oft auf marginale Blätter/Blogs beschränkt, was nicht nur auf der Inkompetenz der – tatsächlich oft sehr unerfahrenen Mitarbeiterinnen, ja, meist sind es Frauen!) beruht, sondern zu einem guten Teil auch auf die Situation der Medienlandschaft zurückzuführen ist.

Die Probleme bei den Buchhandlungen liegen

• zum einen auch (wie gerade erwähnt) im fehlenden Engagement für unbekannte Autorinnen und Autoren, die zu selten zu Lesungen eingeladen werden;

• zum anderen im zu langen Warten damit, die Kundenwünsche ernst zu nehmen (erst die Bedrohung durch Amazon hat den stationären Buchhandel gelehrt, möglichst schnell und ohne zusätzliche Kosten auf Kundenwünsche einzugehen).

Die Probleme in der Medienlandschaft liegen

• in der Marginalisierung von Literatur, die immer noch weiter zunimmt. Wie oben erwähnt schrumpft der Platz für Literatur in den Feuilletons, in Rundfunk, Fernsehen und anderen Medien;

• in der Konzentration auf die Top-Bestseller bzw. auf Bücher, die durch die entsprechende Publicity des Verlages gefördert werden (oft eben auch Bücher von AutorInnen, die sehr jung und/oder skandalträchtig sind, aus den Medien in anderen Zusammenhängen, eben nicht unbedingt aus der Literatur bekannt sind oder Nachkommen von bekannten Persönlichkeiten sind). Die erhalten in der Presse die größte Aufmerksamkeit.

Ein Problem in allen Bereichen der analogen Buchwelt:

• Die immer geringer werdende Haltbarkeit der Bücher. Ein Titel ist in der Regel nur ein Jahr, ja in den meisten Fällen nur ein halbes Jahr aktuell. In dieser Zeit muss er sich durchgesetzt haben oder er verschwindet in der Versenkung, wird von neu erscheinenden Titeln verdrängt. Wenn er Glück hat, bleibt er in der Backlist des Verlages sichtbar. Dieses Karussell dreht sich immer schneller, Verlage wissen das, produzieren deshalb aber nicht weniger, sondern in eifrigem Konkurrenzkampf um Marktanteile und Aufmerksamkeit immer mehr (unter anderem auch eine sehr große Anzahl von Titeln aus dem Ausland).

Und in einer Literatursendung oder dem Feuilleton einer Zeitung wird ein Titel vom Vorjahr gemieden, als ob er ein Mindesthaltbarkeitsdatum aufgedruckt hätte, das längst abgelaufen ist. Ebenso greift man bei Literaturfestivals und auch sonstigen Lesungs-Einladungen stets zu Neuerscheinungen.

Das alles können also Gründe sein, sich für Selfpublishing zu entscheiden und eine bessere Wahrnehmung des eigenen Werkes zu erhoffen. (Ich will hier nicht auf die Genres eingehen, auf die sich bisher die größte Gruppe der selbst veröffentlichten Bücher verteilt: Fantasy, Kriminalroman, Ratgeber, Liebesromane, Lyrik – weil sich hier noch einiges ändert – und weil ich sonst auf die Qualität der Werke eingehen müsste, was eine eigene Untersuchung wert wäre.)

Wer sich für eine Veröffentlichung bei einem der Online-Verlage wie Amazon (Kindle Direct Publishing) oder einer anderen digitalen Plattform entscheidet (Smashwords, Barnes & Noble, ePubli, Tredition, BoD, Neobooks, BookRix, um nur einige zu nennen, die kostenlos oder mit geringer Pauschalzahlung im E-Book-Format veröffentlichen), gibt damit erst einmal viele Entscheidungen und auch viel Arbeit aus der Hand (wobei auch noch viel zu tun bleibt bzw. neu dazukommt, wie ich noch zeigen werde). Und AutorInnen geben vieles von sich preis, worüber sie für immer die Kontrolle verlieren werden. Auch dazu später noch. Denn ich möchte dieses Thema der Digitalisierung, das uns alle und unsere zukünftige Welt betrifft, in einen größeren Kontext stellen und betrachten.

Wenn wir uns als AutorInnen für Selfpublishing entscheiden, haben wir erst einmal die Vorteile im Auge:
Ich kann sicher sein, dass mein Text, egal welches Thema, egal welches Genre, veröffentlicht wird, wenn ich die formalen Spielregeln einhalte, ich kann mir also die Demütigung von Verlagsabsagen ersparen und ich kann jederzeit meine Texte abliefern, brauche mich nicht an Abgabetermine oder Termine für die Verlagsvorschau zu kümmern. Ich entscheide selbst, ob und wenn ja, welche Lektorin ich hinzuziehe, des Weiteren wie ich das Cover gestalten möchte und – last not least – wie viel mein Buch dann kosten soll (wobei Amazon z. B. Vorgaben macht und auch generell ein »konkurrenzfähiger Preis« vorgeschlagen wird). Und ich werde, wenn das Buch dann im Netz steht und auch dort verkauft wird, die Einkünfte zu einem sehr viel größeren Prozentsatz für mich verbuchen. Dieser variiert je nach Plattform und je nach Distributor, aber ich brauche keinen Agenten oder Verlag beteiligen.

Das heißt, es liegt alles in meiner Hand. Wie viel ich beim Entstehen des Buches finanziell investieren möchte, hängt von meinen qualitativen Ansprüchen ebenso ab wie von meinen finanziellen Möglichkeiten. Wenn ich mir alles leisten kann, wähle ich ein professionelles Lektorat, ziehe für die Gestaltung des Covers renommierte Designer hinzu und lasse auch Formatierung und  Layout professionell erledigen. Dann gebe ich mich deutlich sichtbar als Urheberin an und kaufe mir eine ISBN samt VLB-Eintrag, damit der Titel in allen Datenbanken zu finden ist und dies den Vertrieb entscheidend unterstützt. Und das war es.
Wenn ich knapp bei Kasse bin, muss ich Freundinnen und Freunde mit den verschiedenen Aufgaben betrauen, dabei aber damit rechnen, dass man das womöglich der Qualität des Buches anmerken wird. (Außer ich verfüge über einen Stamm an professionellen Buchgestalter – und LektoratsfreundInnen, die das alles kostenlos für mich erledigen.)

Das ist schon der erste Nachteil. Ich muss mich um alles selbst kümmern und Aufgaben übernehmen, für die ich nicht ausgebildet bin, die mir Zeit zum Nachdenken und Schreiben nehmen, Arbeiten, die ein Publikumsverlag selbstverständlich – und ohne zusätzliche Kosten für mich – übernimmt. Lektorat (und die damit verbundenen Diskussionen), Coverauswahl und Preisgestaltung gehören genauso zu den Verlagsaufgaben wie Formatierung, Layout und last not least Pressearbeit und Vertrieb. (Dass auch da bei der Veröffentlichung eines gedruckten Buches einiges im Argen liegt, hat sicher mit dazu geführt, dass viele AutorInnen ihr Heil im Selfpublishing suchen.) Aber grundsätzlich hat jeder Verlag das Interesse, das bestmögliche Produkt auf den Markt zu bringen. Er trägt ja zur wirtschaftlichen auch noch die Verantwortung für seine Reputation, sein Ansehen.

Diese Arbeiten muss ich beim Selfpublishing also unentgeltlich und zusätzlich zu meiner Schreibarbeit leisten. Ich muss mich kundig machen, mich vernetzen, um Erfahrungen auszutauschen und Informationen zu bekommen. Ich muss mich über einen ständig wachsenden Berg von unterschiedlichen Plattformen informieren, bevor ich entscheide, wo ich veröffentlichen möchte. Denn es bestehen sehr große Unterschiede im Umgang mit AutorInnen bei Amazon, Smashwords und BookRix (um nur einige zu nennen). Bei Amazon Kindle Direct oder Amazon Kindle Unlimited zu veröffentlichen heißt z. B., bei keiner anderen Plattform zu verkaufen.

Dazu ist meine Freiheit als Selfpublisher auch eingeschränkt, wenn es um die Preisgestaltung geht. Ich muss mich an die Buchpreisbindung halten, darf also bei keinem Anbieter mein Buch zu einem niedrigeren Preis anbieten. Ich muss als Marktexpertin auftreten, um zu erkennen, ob ich den Preisvorschlägen, die mir von meinem Anbieter gemacht werden, folgen möchte und welche Art der finanziellen Förderungen – etwa in Form von Sonderrabatten – für die Promotion meines Buches erlaubt sind.

Dazu kommt, dass ich alle Daten und Informationen über mein Werk unwiderruflich aus der Hand gebe. Das geht so weit, dass z. B. Amazon, Barnes & Noble, Apple und Google das elektronische Leseverhalten meiner Leserinnen und Leser überprüfen können, etwa wie weit und wie lange sie in meinem E-Book lesen, welche Teile übersprungen werden, und der Anbieter (wie im Falle Amazon bereits geschehen) dann nur einen niedrigeren Prozentsatz meines Honorars bezahlt. Während ich selbst auf der anderen Seite dafür Sorge tragen muss (soweit das mein Anbieter bzw. Distributor nicht übernimmt), dass das Digital Rights Management angewandt wird, also der Schutz des Copyrights meines Werkes gesichert ist. Plattformen wie one click hoster oder uploaded.net ermöglichen kostenlosen Download von auch urheberrechtlich geschützten Daten und lesen.to bietet kostenlosen Download von E-Books an. Sie stehen zwar zunehmend auch in juristischer Aufmerksamkeit und sehen sich einer immer mehr vernetzten empörten AutorInnenschaft gegenüber, aber letztlich sind es eben überwiegend wir AutorInnen, die tätig werden müssen. Diese »ungleiche Überwachung«, das Ausspionieren auf der einen Seite und die fehlende Kontrolle und Unterstützung, wenn es um den Urheberrechtsschutz geht, auf der anderen Seite, ist eines der Merkmale des world wide web.

Es gibt aber auch noch andere Probleme und Folgen bei zunehmender Digitalisierung, die ja nicht nur den Buchbereich betrifft, und die sind sehr viel weitreichender.
Zuerst einmal gesamtgesellschaftlich: Immer mehr MitarbeiterInnen verlieren momentan ihren Job in der analogen Welt und mit zunehmender Digitalisierung wird es auch immer weniger Jobs in der analogen Wirtschaft geben; zudem werden nicht annähernd so viele neue Arbeitsplätze in der digitalen Welt geschaffen, vor allem keine gesicherten. LektorInnen und ÜbersetzerInnen sind in der digitalen Welt noch weniger abgesichert als ohnehin schon (v. a. wenn es sich um von Verlagen ausgelagerte Arbeitsplätze handelt).
Auch sind die meisten Betreiber von Plattformen fachfremd (eben keine Musiker bei Spotify oder iTunes, sowenig wie Literaten bei Amazon, Smashwords, Tredition u. a.). Was ja nicht hinderlich wäre, WENN es außer den wirtschaftlichen noch inhaltliche Kriterien und eine professionelle literarische Leitung gäbe.

Ein weiteres Problem sehe ich in einem unkontrollierten Anwachsen der Masse an Daten, in unserem Fall Texten, die alle um unsere Aufmerksamkeit buhlen. Schon die Flut der ständig anwachsenden Zahl von analogen Neuerscheinungen hat ja jedes bewältigbare Maß schon längst überschritten. Zudem gibt es für selbst veröffentlichte Bücher bisher kein Qualitätsmanagement (wenn man von Bloggerurteilen und fachfernen Rezensionen absieht).
Es gibt für selbst publizierte Werke bisher keine oder wenig Aufmerksamkeit in der analogen Presse. Es haftet ihnen sicher auch – wie Mark Coker, der Gründer von Smashwords, festhält, immer noch etwas von »gescheitert« und »abgelehnt« an. Und, wie oben ausgeführt, ist in der Presse für Literatur ohnehin immer weniger Platz, und der scheint fest vergeben zu sein (nach nicht immer nachvollziehbaren Regeln). Aber auch die Presse wird immer mehr digitalisiert, und vielleicht wird es da bald wieder Feuilletons geben, die Literatur besprechen. Ein Buch steht verfügbar im Netz und wird womöglich auch da besprochen werden. Doch wie erwähnt, da gibt es bisher zwar einiges an ernst zu nehmenden, guten Portalen, die Rezensionen schreiben, z. B. Perlentaucher oder 114 (einhundertvierzehn) vom S. Fischer Verlag. Nur besprechen auch die in erster Linie reale Bücher und auch da nur eine kleine Auswahl. Wie in der analogen Presse fehlt es an Personal und wohl auch an der Überzeugung, mehr in das Thema Buchbesprechung zu investieren.
Dafür gibt es und entstehen immer mehr semi- oder gänzlich unprofessionelle Foren, die über Literatur schreiben und den Austausch anregen. Ob wir das als befriedigend und ausreichend empfinden, sei dahingestellt.

Dazu kommt etwas sehr Wesentliches: Selfpublishing erzeugt eine Parallelwelt, und die ohnehin zunehmenden Probleme der real existierenden Verlage in unserer Welt werden vermehrt. Und zweitens werden langfristig auch Buchhandlungen geschädigt, wenn nicht sogar überflüssig gemacht. Denn die Europäische Self-Publishing-Studie 2016 von BoD – Books on Demand spricht von steigenden AutorInnen- und LeserInnenzahlen und die Verfechter des Selfpublishing setzen alles daran, das Anwachsen dieser Zahlen noch zu beschleunigen. Momentan gibt es (nach Tagesspiegel) geschätzte 75.000 bis (nach Self-Publishing-Day) 80.000 Selfpublisher in Deutschland.

Wir tragen also mit einer einseitigen Nutzung des Selfpublishing zu einer Zweiteilung der literarischen Welt bei, die jetzt schon Züge eines Glaubenskrieges trägt: die digitale in der virtuellen Welt und die reale in unserer Umgebung. Das hat Auswirkungen auf Städtebau, auf unsere reale Umgebung – und auch auf unseren ökologischen Fußabdruck. Denn das Netz und jedes Gerät, das wir benützen, verbraucht Energie. Nun kann man sagen, wir sparen Papier. Aber ein Buch ist, einmal gedruckt, vielmals einsetzbar, ich kann es verleihen, verschenken, selbst nach Jahren einmal wieder lesen … Von einem E-Book erwerbe ich nur die Anwendungserlaubnis – ich habe nichts in der Hand, das ich weitergeben könnte (auf legalem Weg).

Wir tragen auch dazu bei, dass die immense Flut von Daten, die ins Netz gestellt werden, um ein Vielfaches zunimmt, die einzelnen Titel werden mit immer mehr Aufwand und Ideen um Aufmerksamkeit kämpfen müssen. Und da kommen dann wieder Agenten ins Spiel und Marketingexperten.

Wir geben auch das Beurteilen der Qualität in fachfremde Hände bzw. Köpfe: Entweder die einzelnen Foren machen Abstimmungen, das Publikum urteilt oder es kommen doch wieder Agenten der Verlage ins Spiel, die die bestverkauften digitalen Titel ausspähen, um sie dann als reales gedrucktes Buch ins Programm zu nehmen.

Selfpublishing suggeriert Demokratie, ja eine gewisse Anarchie und Widerstand gegen die mächtigen Verlage und Verlagskonzerne. Es verführt zum Glauben, jede und jeder kann SchriftstellerIn werden, so wie das jahrzehntelang die Zuschuss-Printverlage suggeriert haben und damit nicht den Buchmarkt bereicherten, sondern nur wenige schlaue VerlegerInnen.

Im Selfpublishing ist das ähnlich. Wenn man die oben erwähnten Faktoren bedenkt, wird man erkennen, dass auch hier wieder große Selfpublishingverlage den Markt beherrschen werden, und bei ihnen werden wiederum diejenigen AutorInnen Erfolg haben, die prominent oder skandalträchtig sind oder professionelles Lektorat und Gestaltung bezahlen können, und damit werden ihre Bücher aus der Masse hervortreten und wahrscheinlich mehr beachtet werden. Damit hätten wir dieselbe Misere, wie jetzt bereits in den analogen Printverlagen.

Wir stehen also mit zunehmender Digitalisierung vor einer Spaltung, einer Zweiteilung der Gesellschaft, nicht nur im Buchbereich: die Technikbegeisterten, die die Erleichterung, die positiven Seiten der Erneuerungen sehen und keine Probleme mit den damit verbundenen Gefahren haben, ja diese zum Teil gar nicht sehen. Nach dem Motto »Ich habe doch nichts zu verbergen und um Urheberrechtsverletzungen und anderen Missbrauch meines Werkes kümmern sich schon die anderen.«
Und die andere Gruppe, diejenigen, die immer wieder als Warner auftreten, auf die Folgen und Gefahren der Digitalisierung hinweisen und oft als Spaßverderber angesehen werden.

Bei all dem übersehen wir leicht, dass Selfpublishing keine Probleme der analogen Welt lösen kann, sondern diese langfristig – mit den genannten negativen Folgen für unsere reale Welt – nur auf eine andere Ebene transportiert.

Root Leeb, 12.11.2016

 

Literatur:

Michael Hager: Zur Sache des Buches, Wallstein, Göttingen, 2015
Christoph Keese: Silikon Valley. Was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zukommt, Knaus, München, 2014
Jaron Lanier: Wem gehört die Zukunft?, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, 2014
Eric Schmidt, Jared Cohen: Die Vernetzung der Welt. Ein Blick in unsere Zukunft, Rowohlt, Reinbeck bei Hamburg, 2013
Harald Welzer: Selbst denken, S. Fischer, Frankfurt, 2013
Harald Welzer: Die smarte Diktatur, S. Fischer, Frankfurt, 2016
Zeitschrift: Der Selfpublisher Nr. 01, 02 und 03

»Kulturgut Buch«. Schutz literarischer Texte im digitalen Zeitalter Erklärung der Autorenverbände Deutschlands, der Schweiz und Österreichs

YouTube-Vortrag:

Mark Coker: 10 Trends Driving The Future of Publishing

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