»Chancenoffensive für Frauen in Kultur und Medien«: Gute Absichten reichen nicht #weiles2017ist


Abschlussempfang zum Runden Tisch »Frauen in Kultur und Medien« der Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Bundeskanzleramt. Foto: Stephanie Hanel

Abschlussempfang zum Runden Tisch »Frauen in Kultur und Medien« der Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Bundeskanzleramt. Foto: Stephanie Hanel

Die BücherFrauen zum aktuellen Gleichstellungs-Maßnahmenkatalog der Kulturstaatsministerin Dr. Monika Grütters, die am gestrigen Montag in Berlin eine »Chancenoffensive für Frauen in Kultur und Medien« vorstellte.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters rief den Runden Tisch »Frauen in Kultur und Medien« im Juni vergangenen Jahres ins Leben. Die gleichnamige Studie des Deutschen Kulturrates belegte detailliert, dass Frauen auch im Kultur- und Medienbereich gegenüber ihren männlichen Kollegen schlechter gestellt sind. In sechs Arbeitsgruppen (Bildende Kunst, Musik, Literatur, Darstellende Kunst, Film- und Medienkunst, Presse und Rundfunk) erörterten die Teilnehmerinnen des Runden Tisches in den vergangenen Monaten Best-Practice-Beispiele und entwickelten konkrete Lösungsvorschläge.

Zu den nun vorgestellten Maßnahmen der Kulturstaatsministerin gehört unter anderem die Einrichtung eines »Projektbüros Frauen in Kultur und Medien« beim Deutschen Kulturrat, das ab September 2017 für drei Jahre seine Arbeit aufnehmen wird und u. a. die Erstellung von Datenreports, die Umsetzung eines von der Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM) finanzierten Mentoring-Programms und die Prüfung weiterer Vorschläge für Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien koordinieren wird.

Damit ist eine der wichtigsten Forderungen der Literaturbranche nach Datenerhebung, um zielsichere Lösungsmodelle zu entwickeln, erfüllt – aber längst nicht alle.

»Ein Anfang ist gemacht und wir würden lieber heute als morgen konkrete Maßnahmen sehen«, so Stephanie Hanel, Vorstandsvorsitzende der BücherFrauen. »Wir hätten uns jedoch deutlichere Signale gewünscht«, sagt Nina George, Schriftstellerin und BücherFrau des Jahres 2017. »Immerhin wird die Datenerhebung und die daran gekoppelte Vorschlagserarbeitung kontinuierlich fortgesetzt. Unsere Forderungen sollten jedoch auch über den Runden Tisch hinaus und parteiübergreifend Gehör finden.«

Dr. Valeska Henze, die u. a. ein Whitepaper zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf für den Börsenverein des Deutschen Buchhandels verfasste, sagt: »Unternehmen können von Vielfalt profitieren, indem sie sich implizite Hindernisse in ihrer Firmenkultur und Arbeitsstruktur bewusst machen. Zur Erreichung dieses Kulturwandels sind Instrumente wie Quoten, Mentoring-Programme, Coaching oder das Überarbeiten bisheriger Arbeits- und Workflowstrukturen wichtige Ansätze.«

Für die Sparte Literatur erarbeitete ein verbandsübergreifendes Kompetenzteam der BücherFrauen (Dr. Valeska Henze, Yvonne de Andrés, Zoe Beck), gemeinsam mit der Womens Writers-Beauftragten des PEN-Zentrums Deutschland Nina George, der Vorsitzenden der Autorinnenvereinigung e. V. Ute Hacker, der Präsidentin der Schriftstellervereinigung Mörderische Schwestern Janet Clark sowie der Geschäftsführerin des Börsenvereins des deutschen Buchhandels in Berlin-Brandenburg, Johanna Hahn, über mehrere Wochen hinweg ausführliche Analysepapiere und Forderungskataloge zu verschiedenen Gleichstellungsaspekten der Buchbranche.

Besonders kritisiert wurde die deutliche Unterrepräsentation von Autorinnen bei der Auszeichnung mit renommierten und hochdotierten Literaturpreisen, die verbreitete Überbesetzung von Literaturpreis-Jurys durch männliche Juroren, die Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern der Verlags- und Buchhandelsbranche – die in Bereichen wie verlagskaufmännischer Tätigkeit bis zu 36 Prozent  beträgt –, sowie die Verdienstlücke zwischen männlichen und weiblichen freien Honorarkräften von Übersetzungen, Lektoraten oder Illustrationen. Die Branche ist weiblich – doch auf Entscheiderebene sind Führungspositionen, wie etwa die leitende Geschäftsführung großer und mittelständischer Verlage, nur zu 4 % weiblich besetzt, in der mittleren Führungsebene mit nur 17 %. Auch Konzepte zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind in den oft inhabergeführten Unternehmen der Buchbranche Mangelware und bedürfen anders kombinierter Lösungsmodelle.

Gemeinsam mit Akteurinnen der Buchbranche, etwa Literaturagentin Karin Graf und der Vorsitzenden der Sektion Literatur der Akademie der Künste Berlin, Dr. Kerstin Hensel, wurden konkrete Forderungen formuliert.

Kontakt: presse(at)buecherfrauen.de
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