Frankfurter Buchmesse 2017 – was ist neu?


Die Buchmesse öffnet ihre Tore, präsentiert sich selbstbewusst und optimistisch und ist so international wie nie. 7150 Aussteller aus 106 Ländern werden bis zum Wochenende ihre neuen Bücher ausstellen. Der Ticketverkauf liegt bereits jetzt über dem Vorjahr. Mit 278.000 Besuchern, über 4000 Veranstaltungen und rund 10.000 akkreditierten Journalisten, davon 2400 Bloggern, ist sie die größte Fachmesse für das internationale Publishing.

Trotz Rückgänge der deutschsprachigen Aussteller durch Konzentrationsprozesse hat sich die Buchbranche konsolidiert. Buchmärkte aus Italien und der Schweiz haben in den letzten Jahren ihre Flächen erweitert. Kleinere Buchmärkte wie Estland, Litauen oder Kasachstan haben ihre Präsenz stark ausgebaut. Spannend sind die neuen Formate und Foren, die die Buchmesse auch in diesem Jahr weiterentwickelt.

Nur noch jede fünfte Deutsche liest ein Buch. Die Buchmesse versucht auch in diesem Jahr, auf die strukturellen Veränderungen des Buchgeschäfts und auf den Sinkflug der Leser*innen Formate und Antworten zu finden.

Was ist in diesem Jahr neu auf der Buchmesse?

»Francfort en français« – ein Sprachraum statt eine Nation wird in Frankfurt präsentiert. Da scheint sich etwas zu bewegen im zentralistischen Frankreich, wenn es heißt, die französische Sprache gehöre nicht Frankreich, so Paul de Sinety, Generalsekretär des französischen Gastlandauftritts. Dennoch sind die Franzosen federführend. 1400 neue Übersetzungen aus dem Französischen ins Deutsche wird es 2017 geben, darunter Autor*innen aus Kanada, Libanon, China, Marokko, Afghanistan, die das Französische als ihre literarische Ausdrucksform gewählt haben. Mit 269 Verlagen und 190 Schriftsteller*innen präsentiert sich der Ehrengast. Darunter: Yasmina Reza, die Prix-Goncourt-Preisträgerin 2016 Leïla Slimani oder Amélie Nothomb und viele weitere.

Im Mittelpunkt des Ehrengastprogramms stehen die Themen: Kinder- und Jugendbuch, Comic und Graphic Novel, Innovation und Digitalisierung und Hospitalité. Die Debatten um Migration und Gastfreundschaft werden bleiben.

TheArts+

»Digitale Technologien verändern die Kultur- und Kreativwirtschaft grundlegend«, erklärt der TheArts+-Gründer Holger Volland. An fünf Tagen findet hier ein intensiver Austausch zu Innovation und digitalem Wandel, aber auch über die Herausforderungen für Politik und Gesellschaft statt. Neue Akteure und Pioniere treffen hier zusammen. Spannend ist dabei der branchenübergreifende Blick auf die Medienindustrie: Film, Buch und Film, Hörbuch-Streaming, TV-Streaming, Anbieter wie Netflix und andere. Hier geht es um die Sichtbarkeit von Stoffen. 70 Prozent aller Filme beruhen auf einem Buchstoff. So auch bei der britischen Bestsellerautorin Paula Hawkins, erstmals zu Gast auf der Frankfurter Buchmesse, die durch den Debüterfolg von Girl on the train (Buch & Film) bekannt wurde. Große Museen, die sich mit dem Thema Digitalisierung, Zugänglichkeit von Archiven und Beständen, Urheberrechten auseinandersetzen, sind hier präsent. Neue Geschäftsmodelle oder Künstliche Intelligenz: Der Roboter Manifest vom ZKM Karlsruhe wird acht thesenartige Sätze verfassen, die vom Roboter eigenständig generiert werden. Durch die Kombination von System und Zufall ist jedes geschaffene Manifest ein nummeriertes Unikat.

Weltempfang – das Zentrum für Politik, Literatur und Übersetzung

Der Weltempfang in Halle 3.1 ist die Bühne für die Weltpolitik. Unruhen, Konflikte und Kriege beherrschen das Weltgeschehen – die Welt wird zunehmend als ein Ort der Unsicherheit und Unberechenbarkeit wahrgenommen. Krisen sind für die Buchmesse eine Aufforderung, sich politischen Auseinandersetzungen zu stellen und sich an der Diskussion zu beteiligen. Weltempfang ist der Raum für Podiumsdiskussionen, Gespräche und Lesungen mit internationalen Autor*innen, Intellektuellen und Übersetzer*innen. In diesem Jahr widmet sich der Weltempfang dem Thema »Krise, Ordnung, Gestaltung«. Der Literaturpreis 2017 geht an die Iranerin Faribā Vafī für ihren Roman Tarlan (Sujet Verlag 2015). Er wird in Kooperation mit litprom – Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e. V. jährlich vergeben.

BOOKFEST – das Festival

Das Festival möchte eine offene Plattform für Inszenierungen rund um Literatur und Content sein. Die Leser*innen sollen dabei im Vordergrund stehen. In ganz unterschiedlichen Formaten geht es um das Erleben von Texten und Literatur, das persönliche Kennenlernen von Autor*innen. »Mit dem BOOKFEST verfolgen wir für die nächsten Jahren das Ziel, Verlagen, Autorinnen und Autoren sowie spannenden Netzwerken der Branche auch außerhalb des Messegeländes eine Bühne bereitzustellen«, so Lars Birken-Bertsch, Director Business Develop bei der Frankfurter Buchmesse.

Neu ist das BOOKFEST BISTRO (NM57, Neue Mainzer Straße 57). Täglich ab 18 Uhr geöffnet. Mitten in der Innenstadt zwischen den Wolkenkratzern trifft sich die Branche bei Tapas und Drinks, um Autor*innen und Beats zu lauschen. Das Literaturprogramm beginnt um 21 Uhr.

Frankfurt Book Fair Business Club

Der internationale Treffpunkt für Verleger*innen, Gründer*innen, Vordenker*innen und Expert*innen, um einen weiten Blick über den Tellerrand zu werfen. Hier findet sowohl ein intensiver fachlicher Austausch in Form von Seminaren und Vorträgen als auch die Möglichkeit für intensives Netzwerken statt. Spannend dürfte der CEO Talk mit Carolyn Reidy, President und CEO von Simon & Schuster, und Guillaume Dervieux, Vice-President und CEO der Éditions Albin Michel, sein sowie die Veranstaltung »Just how hard is it to break the glass ceiling?«. Hier diskutieren fünf Führungsfrauen der Verlagsbranche aus Frankreich, Großbritannien, Indien, den Philippinen und den USA über die Karrierechancen von Frauen in der Verlagswelt. Podiumsteilnehmerinnen sind Tracey Armstrong, Präsidentin und Geschäftsführerin des Copyright Clearance Center (CCC), Sophie de Closets, seit 2014 Verlagsleiterin bei Fayard, Arpita Das leitet den unabhängigen Verlag Yoda Press in Neu-Delhi, Xandra Ramos-Padilla, Geschäftsführerin der philippinischen Buchhandlung National Book Store, Vicky Williams, Personalleiterin des britischen Konzerns Emerald Group und Geschäftsführerin (CEO) von Research Media Ltd. Jane Tappuni, General Manager von iprlicense.com, eine Onlineplattform für den digitalen Rechtehandel, moderiert das Panel. 

Eine spannende Buchmesse, die versucht, auf die vielen offenen Fragen und Entwicklungen zu reagieren und Ansätze zu finden.

Yvonne de Andrés

 

Siehe auch: Die BücherFrauen auf der Frankfurter Buchmesse 2017


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