#fbm17: Bücherfrauen gehen in Führung


Die Teilnehmerinnnen des Messerundgangs mit Lisa Helmholz am Stand des Societäts-Verlags

Zum Rundgang auf der Frankfurter Buchmesse 2017 luden die BücherFrauen mit Barbara Neeb und Katharina Schmidt ein. 

»Treffpunkt: der große Asterix vor Halle 3«. Der aufblasbare Riesengallier – auch er ein Repräsentant des diesjährigen Gastlandes – war nicht zu verfehlen. Gut ein Dutzend Bücherfrauen versammelten sich am Messefreitag kurz nach der Öffnung des Geländes, um im Laufe einer zweistündigen Tour vier gestandene Verlagsfrauen kennenzulernen. Teilnehmerinnen waren in diesem Jahr Mentees aus den laufenden Mentoring-Programmen Stuttgart, Berlin und Frankfurt, außerdem die Gewinnerinnen der Facebook-Verlosung, die unsere zweite Vorsitzende Jana Stahl veranstaltet hatte.

Um 10 Uhr begrüßte uns Saskia Heintz, Verlagsleiterin Hanser Kinder- und Jugendbuch, am Verlagsstand und erzählte uns, wie sie nach dem Studium beim damaligen Literaturverlag einstieg und maßgeblich zum Aufbau des dortigen Kinder- und Jugendbuchverlags beitrug. Allerdings zunächst aus der zweiten Reihe als »Mädchen für alles«, erst nach dem dritten Chef war ihr klar, dass sie nun selbst die Leitung übernehmen möchte. Schließlich hatte sie das Programm betreut, erfolgreiche Autoren entdeckt und Verträge ausgehandelt. Doch dazu musste sie den ersten Schritt machen und selbst diese Position für sich einfordern. Nachdem sie vorher Familie und Beruf parallel gemanagt hatte, war sie bereit, sich ganz und gar ihren »Kindern« aus Papier widmen, die sie auch nie hatte verlassen wollen, mit ein Grund, weshalb sie sich beim Hanser Verlag so wohl fühlt und nie von dort fort möchte.

Saskia Heintz, Hanser Verlag

Wir allerdings zogen weiter – ein paar Stände um die Ecke zum Oetinger Verlag, wo wir von Julia Bielenberg, verlegerische Geschäftsführerin und Enkelin der Verlagsgründerin Heidi Oetinger, empfangen wurden. Sie war ja mit dem Verlagsleben groß geworden, hatte auf dem Schoß von Astrid Lindgren gespielt und eifrig Probe gelesen, doch lagen ihre Interessen zunächst eher beim Theater und beim Journalismus und so baute sie innerhalb von Oetinger einen Verlag für Kinder- und Jugendtheaterstücke auf. Sie hatte das Vorbild von zwei starken Bücherfrauen in der Familie, da nach dem Tod des Vaters auch die Mutter den von der Großmutter gegründeten Verlag fortgeführt hatte. Natürlich sind ihr auf ihrem beruflichen Weg viele der Verlagsherren mit Vorurteilen begegnet, sie stellt aber fest, dass die Branche sich wandelt und in der jüngeren Generation auf Augenhöhe zusammengearbeitet wird. (Nicht nur) als Mutter von drei Kindern sind ihr familienfreundliche Lösungen wie flexible Arbeitszeiten und Homeoffice für ihre Mitarbeiter*innen sehr wichtig.

Julia Bielenberg, Oetinger Verlag, und Barbara Neeb

Für die nächste Station ging es in Halle 4, wo Sabine Baumann, Cheflektorin im Schöffling Verlag, das Verlagsprogramm dieses literarisch ausgerichteten Verlags wie ihren Werdegang schilderte, aber auch praktische Tipps parat hatte. Drei Ratschläge waren ihr wichtig: Erstens, man muss sich präsentieren, also niemals zu bescheiden auftreten, denn auf seine Leistung kann man zu Recht stolz sein. Zweitens: alle Gelegenheiten nutzen, denn manche Umwege – wie auch in ihrer Laufbahn – führen schließlich doch zum angestrebten Ziel. Und drittens: Netzwerken! Kontakte sammeln und pflegen, denn man braucht Partner, denen man vertrauen und auf die man sich verlassen kann.

Sabine Baumann, Schöffling Verlag, und Katharina Schmidt

Die Bücherfrauentour rundete ein Besuch beim Frankfurter Societäts-Verlag ab, der besonders für seine Regionalia bekannt ist. Hier begrüßte uns Vertriebsleiterin Lisa Helmholz, deren Karriere die Tipps ihrer Vorrednerin eindrucksvoll belegte. Eigentlich wollte sie Lektorin werden, ging jedoch nach einem Studium und einer Buchhändlerlehre zunächst in den Außendienst für den Großsortimenter Umbreit, eine auch heute noch eher männerdominierte Position. Ihr hat der Job Spaß gemacht, da sie sehr in den Kundenbetreuung aufging. Irgendwann war dann der Punkt für etwas Neues gekommen, und sie wechselte in den Vertrieb des Societäts-Verlags. Auch hier kann sie viel mit Menschen arbeiten, denn das ist ihr bis heute wichtig. So sieht sie eine bedeutsame Aufgabe einer Führungfrau darin, die Mitarbeiter weiterzuentwickeln, von ihrer eigenen Erfahrung und ihrem Wissen abzugeben und junge Kräfte auf ihrem Weg zu unterstützen.

Damit waren die zwei Stunden auch schon vorbei. Die Teilnehmerinnen hatten reichlich die Gelegenheit genutzt, den erfahrenen Verlagsfrauen Fragen zu stellen, die ihnen unter den Nägeln brannten, und auch wir als Organisatorinnen des Rundgangs konnten neue Eindrücke mitnehmen, die wir so auch an all die anderen Mentees der Frankfurter Runde weitergeben werden. Wir freuen uns schon auf die nächste Buchmesse.

Katharina Schmidt und Barbara Neeb


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