#fbm17: Rückblick Messekoordination


BücherFrauen-Stand in Halle 4.1

Dieses Jahr waren die BücherFrauen als Netzwerk mit ganzen sechs Veranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse präsent. Unseren Kernanliegen Geschlechtergerechtigkeit und mehr Vielfalt auf allen Ebenen in der Branche haben wir so buchstäblich ein Podium verschafft und nicht zuletzt gezeigt, dass wir auch für Innovation stehen.

Denkanstöße und Perspektivwechsel

Wie Geschlechterstereotype noch immer die Branche prägen und Frauen den Weg zu Erfolg verstellen, diskutierte am Mittwoch im Orbanism Space Valeska Henze mit Verhaltensökonomin Iris Bohnet sowie den Verlegerinnen Zoë Beck und Daniela Seel. Unter dem Titel »Unbewusste Prägung: Die Verantwortung der Publizierenden« wurde deutlich, mit welchen Schwierigkeiten Autorinnen heute noch immer zu kämpfen haben. Die teils unbewussten Bilder in den Köpfen von Verantwortlichen in Verlagen oder Jurys beeinflussen nicht nur, wer als Autor*in ernstgenommen wird, auch prägen sie die Genreauswahl, die Konzeption von Plots und Charakteren oder die Struktur von Stipendien, die meist nur sozial und örtlich ungebundene Personen zum Ziel zu haben scheinen.

In Anschluss an die inspirierende Diskussion spukten mir noch einige Fragen im Kopf herum: Welche Stereotype beeinflussen mich eigentlich beim Griff zum Buch? Welche Rolle spielt es wirklich, ob es von einer Autorin oder einem Autor geschrieben ist? Welche Verhaltensweisen gestatte ich warum welchen Charakteren? Es ist erstaunlich, wo man doch immer wieder über hemmende Stereotype stolpert.

Mehr dazu findet sich in diesem Artikel von Yvonne de Andrés. 

Dank des Engagements von Ellen Braun und Gesa Oldekamp kam eine weitere Podiumsdiskussion zu unserem Jahresthema »Herausforderung Strukturwandel – Bedrohung oder Chance für die Branche« zustande; diesmal unter dem Titel »Garantiert qualifiziert: Wie mit lebenslangem Lernen der Strukturwandel gelingen kann«. Zusammen mit Monika Kolb-Klausch, der Geschäftsführerin des mediacampus frankfurt und der Buchhändlerin Katrin Röttgen hinterfragten sie, welche Anstrengungen unternommen werden und unternommen werden müssen, um mit den sich beständig verändernden Anforderungen auf dem Buchmarkt zurechtzukommen. Alle Frauen vertreten engagierte und progressive Positionen. Sei es bei Weiterbildung im Umdenken, dem Anspruch an Mitarbeiterinnen oder der Rollen- und Aufgabenverteilung in Verlagen und Buchhandlungen. Eine aktive Auseinandersetzung und eine grundsätzliche Neugier auf zukünftige Entwicklungen sind gefordert. Mein Lieblingssatz lautete: »Chefs müssen Mitarbeiter einstellen, die schlauer sind als sie selbst.« Diesen Merksatz möchte man doch gleich dem einen oder der anderen hinter die Ohren schreiben.

Ulla Chwalisz hat für alle Nichtdabeigewesenen einen informativen Bericht verfasst.

Das Netzwerk leben, das Netzwerk feiern

Zweite Vorsitzende Jana Stahl war ab Mittwoch schwer im Netzwerken-Modus. Mittags traf sie am BücherFrauenstand auf eine Gruppe Irannerinnen aus der dortigen Buchbranche, die außerordentlich interessiert waren an einer Kooperation zwischen deutschen und iranischen Frauen in der Buchbranche. Ebenso aufgeschlossen ging es bei der BücherFrauen-Sprechstunde am Donnerstag weiter. Dank Birgit Koch vom Börsenverein konnten wir sowohl die Sprechstunde auf der Fläche des Sortimenter-Ausschusses abhalten als auch die Podiumsdiskussion zum Strukturwandel auf der zentralen Börsenvereinsbühne.

Der Blick über den deutschsprachigen Tellerrand hinaus hat bei der Frankfurter Buchmesse Tradition. Frankreich präsentierte sich im Pavillon in Halle 1 nicht nur als Ehrengast-Land, sondern mehr noch als Ehrengast-Sprache. Spannend für mich waren dort Relevanz und Vielfalt von Comics sowohl im klassischen Printformat wie auch in den verschiedensten Möglichkeiten, sie digital darzustellen.
In diesem Jahr brauchte es mehrere Anläufe, um eine Moderatorin und Patin für die Podiumsdiskussion mit den Verlegerinnen aus dem Ehrengastland zu finden. Dank Meiken Endruweit und mit tatkräftiger Unterstützung von Catherine Rollet gab es am Donnerstag doch einen unterhaltsamen Austausch unter der Überschrift »Gleichstellung in der französischen Buchbranche – Verlegerinnen erzählen«. Die Leseinsel der unabhängigen Verlage war quasi voll besetzt, als neben Meiken Endruweit die Dolmetscherin Barbara Wiebking Platz nahm und die Berichte aus unserem Nachbarland von Joëlle Losfeld, Claire Stavaux und Hedwige Pasquet ins Deutsch übertrug. Florence du Prel hat darüber ausführlicher berichtet und auch die Frankfurter Rundschau hat sich mit den BücherFrauen beschäftigt.

Nach all dem Kontakteknüpfen kam aber das Feiern nicht zu kurz. Zur Ehrung von Nina George überfüllte sich die Leseinsel endgültig. PEN-Präsidentin Regula Venske würdigte Nina George mit einer beeindruckenden Rede (hier nachlesbar). Schwarz auf weiß überreichte Jana Stahl die Urkunde zur Ehrung der BücherFrau des Jahres 2017, wofür sich Nina George nach ein paar verdrückten Tränchen mit einer nicht weniger fulminanten Rede bedankte (im Wortlaut hier).
Noch mehr Eindrücke zu dieser wohlverdienten Ehrung hat Petra Bartoli y Eckert notiert.  

Beim anschließenden Sektempfang konnten wir Ehrung, Geehrte und das Netzwerk gebührend begießen.

Freitag ging es dann frisch und fröhlich um den Nachwuchs. Unter dem Motto »Frauen gehen in Führung« geleiteten Barbara Neeb und Katharina Schmidt den Branchennachwuchs über die Messe zu Treffen mit Führungsfrauen. Hier berichten die beiden, wie es gelaufen ist.

Hardware

In diesem Jahr hatten wir einen neuen Standort wieder zusammen mit dem AvivA Verlag von Britta Jürgs. Der Quergang zwischen Gang E und F in Halle 4.1 stellte sich als angenehm kommunikativ heraus und lag sehr praktisch nahe der Leseinsel der unabhängigen Verlage sowie mit Kaffeeversorgung durch die taz. oder das AzuBistro.

Allgemein ist die Halle 4.1 charakterisiert durch innovative Formate wie THE ARTS+, den Orbanism Space als progressiver Diskussionsplattform und nicht zuletzt den vielen unabhängigen Verlagen. Meiner Meinung nach der ideale Ort für die BücherFrauen.

Ein ganz dickes Dankeschön möchte ich an dieser Stelle an den AvivA Verlag und Britta Jürgs loswerden, die Messe für Messe stets die Messeausstattung der BücherFrauen transportiert. Und deren Teppichklebeband dieses Mal meine Bemühungen, das BücherFrauen-Banner aufzuhängen, erheblich erleichtert hat.

Auch bedanken möchte ich mich bei all den Standdienst-Leistenden, ohne deren Engagement unsere Messepräsenz nicht möglich wäre und die jedes Mal wieder die Vielfalt unseres Netzwerks aufzeigen.

Marianne Eppelt, Messekoordinatorin


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