Fbm18: Besuch beim sparkx-Salon, von Veronika Licher


Sparkx-Salon FBM18, Fotografin Heidi Wendelstein

Sparkx-Salon FBM18, Fotografin Heidi Wendelstein

Sparx-Salon: Role Models in Sicht? – Make a Change: Female Leadership in the Digital Age

Ein persönlicher Bericht von Veronika Licher

Kooperationen sind eine wunderbare Sache, vor allem wenn sie zur Sichtbarkeit von Führungsfrauen beitragen, wie hier auf einer Gemeinschaftsveranstaltung der BücherFrauen mit dem Erich Pommer Institut (EPI) und the ARTS+ der Frankfurter Buchmesse am Messedonnerstag.

Da standen sie also: Rita Bollig, Buchhändlerin mit BWL-und-Marketing-Studium und seit 20 Jahren in der Buchbranche. Sie führt als Vice President Digital Marketplace Development ein kleines Team, mit dem sie bei Random House das Online-Marketing verantwortet und vorantreibt. Sonja Hawranke, Diplom-Ingenieurin (FH) der Medientechnik, die sich nach vielen Jahren als Angestellte in der Games-Industrie mit einer Freundin selbstständig machte und in diesem Frühjahr ein Spielestudio für die Entwicklung digitaler Unterhaltung für Kinder gründete. Marieke Riemann, Chefredakteurin von ze.tt, des Onlinemagazins der ZEIT für die Zielgruppe „von 18 bis Mitte 30“. Sie koordiniert eine Redaktion von 15 festen und 6 freien Redakteur*innen. Und als Moderatorin Dr. Sabine Hahn, promovierte Medienwissenschaftlerin und Coach, nach verschiedenen Positionen in der Game-Industrie.

Um mit den positiven Erfahrungen zu beginnen: Alle Teilnehmerinnen bekamen ihre Chance, wenn sie wussten, was sie wollten, was sie können. „Wenn man sich positioniert, bekommt man auch die Chance …“ (Sonja Hawranke). Die Digitalisierung, neue Möglichkeiten und Berufsfelder taten ein Übriges: Da gab es plötzlich E-Books etc. – und es war niemand da, der sich wirklich kümmerte. Die Chance für Rita Bollig, die Hand zu heben – und es zu tun. Learning by doing natürlich.

Vielleicht wurden ja auch Hürden ausgeblendet, meint Sonja Hawranke, und Marieke Riemann stellt fest, dass es viele kleine Dinge im Alltag gab, die sich summierten – vor allem Bemerkungen von „älteren Herren“ oder Technikern. Heute arbeiten jedenfalls alle 100 Prozent online – ihren Drucker hat Sonja Hawranke nur angeschafft „für die Behörden“. Die Digitalisierung mache es für alle leichter, bei großen Projekten den Überblick zu behalten.

Als Führungsfrauen haben sie Role Models in ihren Bereichen vermisst, aber Marieke Riemann meint, „sie hat ja gesehen, was sie bei Männern gestört hat“. Sie hat früher z. B. regelmäßiges Feedback und Empathie vermisst. Nun hat sie feste Zeiten anberaumt, in denen sie als Chefin Feedback geben kann. Flexibilität z. B. bei notwendigen Arztbesuchen oder Problemen mit dem Kind ist für sie selbstverständlich. Für Sonja Hawranke ist der regelmäßige Informationsfluss wichtig. Sie hofft, dass es mit Frauen besser läuft – im Moment bei zwei Unternehmerinnen vermutlich noch nicht so das Problem.

„Inwieweit braucht es noch Leadership in Zukunft?“, fragt Sabine Hahn.

Anfangs – mit fünf Leuten – haben sie sich in der ze.tt-Redaktion mehr auf einer Ebene bewegt, berichtet Marieke Riemann, aber „bei 21 Leuten kann man das nicht mehr“. Da fehle jemand, der eine klare Struktur vorgebe und klare Ansagen mache – das „brauchen wir noch“. Das sieht Sonja Hawranke ähnlich. Fachlich gute MitarbeiterInnen seien nicht immer gut, sich selbst zu organisieren, und es sei besser, wenn eine Person für die Synchronisation zuständig ist. Der Overhead sei sonst bei den anderen zu groß. Rita Bollig spricht das Thema Kontrolle an: Diese sei nicht mehr so wichtig wie früher. Wichtig sei es aufzuzeigen: „Warum tun wir das?“ – und Teams zusammenzuführen. Das müsse nicht mehr auf Sitzungen stattfinden, sondern „Teams befeuern sich eher auf dem Sofa abends“.

Die Abschlussfrage von Sabine Hahn: „Was sollte sich in einem Jahr geändert haben?“ Sie wünsche sich mehr Verständnis für modernes Arbeiten in den alten Verlagen, meint Marieke Riemann, – und ganz konkret brauche es z. B. eine Struktur und AnsprechpartnerInnen, um MitarbeiterInnen vor Hate Speech zu schützen. Rita Bollig ist es leid, dass häufig noch offline gegen online ausgespielt wird – es ginge doch ganz generell um Change! Und Sonja Hawranke formuliert den perfekten letzten Satz: dass längerfristig die Genderfrage kein Thema mehr sein möge.

Role Models in Sicht? Aber ja doch: da vorn auf der Bühne!

Autorin: Veronika Licher

Fotografien: Heidi Wendelstein


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