Zukunftstag Südwest: Anregungen für die JT


Am letzten Oktober-Wochenende luden die BücherFrauen der Regionalgruppen aus Freiburg, Rhein-Neckar und Stuttgart zu einer Tagung nach Stuttgart. Beim „Zukunftstag Südwest“ wurde zum Jahresthema des Netzwerks „Arbeitsmodelle der Zukunft: Wie wollen wir arbeiten?“ über neue Visionen und Alternativen für unsere Arbeitswelt von morgen gegrübelt.

Die Sprecherinnen der drei Regionalgruppen - Gisa Windhüfel (Freiburg), Jana Stahl (Rhein-Neckar) und Anna Betten (Stuttgart) - konnten am frühen Samstag Vormittag mehr als 40 Frauen aus der Buch- und angrenzenden Branchen begrüßen, die sich trotz Schneeregens im  Generationenhaus Heslach eingefunden hatten.

Jana Stahl und Anne Betten bei der Begrüßung

Die Neugier auf die Themen, die von neuen Führungsmodellen bis zu Arbeiten im Netzwerk reichten, hatte nach Stuttgart gelockt.

Petra von Olschowski stimmte die Teilnehmerinnen mit ihrem Vortrag auf ihre Workshoprunden ein. Die Rektorin der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart gab einen kurzen Einblick, was es heißt, als Frau eine Organisation im Kulturbereich zu führen. Sie betonte in ihrer Rede, wie wichtig es sei, sich von alten Bildern zu lösen und eigene Bilder – und vor allem Vorbilder – zu finden. Das sei nicht nur wichtig im Hinblick auf die eigene Karriere, gerade von Frauen, sondern auch, um den neuen Herausforderungen der zukünftigen Arbeitswelt zu begegnen.

Petra von Olschowski empfiehlt, sich von alten Bildern lösen und stattdessen nach neuen Vorbildern zu suchen

Die „zukünftige Arbeitswelt“ war dann das Leitmotiv der Diskussionen in den einzelnen Gruppen. Dazu hatten die BücherFrauen aus dem Südwesten verschiedene Themen und dazu passende Expertinnen ausgesucht. Zum Thema „Mobiles Arbeiten“ hatte die Webagentin Silke Buttgereit einiges beizutragen. Ihre Denkanstöße für die Gruppe: Wie schaffe ich die Balance zwischen Arbeiten, wo und wann ich möchte, und der mit der „Rund um die Uhr-Erreichbarkeit“ verbundenen Burnout-Gefahr? Ist das „Büro in der Hosentasche“ die Arbeitsmethode der Zukunft?

Was es dazu braucht, ist neben den technischen Möglichkeiten, ein stabiles und verlässliches Netzwerk. Zu diesem Thema konnte Sandra Thoms einiges berichten. Die Verlegerin des Dryas Verlags arbeitet schließlich schon seit Jahren mit einem solchen Netzwerk.

 

Sandra Thoms mit ihrer Netzwerk-AG

Bei der Gruppe „Neue Führungsmodelle“ stellte Manuela Roßbach, Geschäftsführerin von der „Aktion Deutschland hilft“ spannende Fragen zur Diskussion: Wie funktioniert partizipative Führung? Wie nutze ich Mitarbeiterressourcen richtig? Wie wichtig ist Macht? Welche Vorbilder braucht es?

Manuela Roßbachs Thema: Führung von Mitarbeiterinnen

Um Vorbildfunktionen ging es auch in der Arbeitsgruppe von Saskia Heinen. „Business und Bauklötzchen“ hatten sich die Gruppe kurzer Hand genannt, denn es ging um die wichtige Verbindung von Familie und Beruf. Viele der an den anderen Tischen besprochenen Themen wurden hier um den Aspekt „Kind und Karriere“ erweitert. Wie wichtig sind Netzwerke für Mütter und Väter? Arbeitet es sich in der schönen neuen digitalen Welt einfacher? Was sind die Anforderungen? Was die Chancen oder Risiken?

Familie und Beruf, Kind und Karriere oder Business und Bauklötzchen

Risiken, die sich für die Frauen beim Thema „Zukunft des Handels“ noch einmal anders darstellen. Wie sehen die Lesenden der Zukunft im Jahr 2025 aus? Und kaufen sie noch im stationären Handel? Falls ja, was können Sortimente tun, um Kunden zu binden oder zu interessieren. Das Ergebnis der von Dorothea Redeker (Vanish the Borders) angeleiteten Gruppe in Kurzfassung: „Aktionen dürfen Sie machen, sollten aber nie aktionistisch werden.“

AG "Zukunft des Handels

Nach der intensiven Arbeitsphase, die bis in den späten Nachmittag reichte, wurden die Ergebnisse zusammengetragen. Hier kam die besondere Dokumentation zur vollen Entfaltung: Die BücherFrauen hatten Isabell Dinter, Graphikerin aus München, eingeladen, die mit Graphic Recording die Inhalte gekonnt visualisierte. Die so auf Papier festgehaltenen Ergebnisse gehen Anfang November zur Jahrestagung der BücherFrauen nach Berlin, um dort weitergedacht und -bearbeitet zu werden.

Dort bietet sich für alle Interessierten auch die nächste Möglichkeit mit den BücherFrauen über „Arbeitsmodelle der Zukunft“ für die Buchbranche zu diskutieren. Die Podiumsdiskussion am 9. November im Theater Aufbau in Kreuzberg im Aufbau-Haus lädt alle BücherFrauen zum Weiterdenken ein.

Text und Fotos: Anja Lösch


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