#fbm19: Messerückblick

Im nahezu erschlagenden Themenwirbel auf der Frankfurter Buchmesse haben die BücherFrauen 2019 wieder kräftig mitgemischt; ob mit unserem Jahresthema Inklusion & Diversität, den vielen Professionen, die nötig sind, ein Buch zu machen, Einblicken in die norwegische Buchbranche oder aktuellen Branchenthemen wie der Barsortimentsauslistung.

Am Mittwoch starteten wir mit der Eröffnung der Buchorchester-Ausstellung. Nina George hielt dazu eine wie immer mitreißende Rede (mehr dazu hier). Die Dirigentinnen haben mit ihrem unermüdlichem Einsatz für mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung der vielfältigen Expertinnen hinter dem Buch mittlerweile nicht nur eine Homepage auf die Beine gestellt, sondern auch eine ganz haptische und reisefreudige Ausstellung lanciert. Ihre nächste Station wird in Stuttgart sein, anschließend ist ein Aufenthalt in Leipzig geplant.

Norwegische Zustände gewünscht

Am Donnerstag nutzen viele Interessentinnen die BücherFrauen-Sprechstunde am Stand des Sortimenter-Ausschusses des Börsenvereins, um bei Jana Stahl Fragen zum Netzwerk und zur Buchbranche allgemein loszuwerden. 

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Am späten Nachmittag präsentierte Valeska Henze drei Vertreterinnen der norwegischen Buchbranche unter dem Titel „Glücklich, gleichgestellt und gerecht? Bücherfrauen aus Norwegen im Gespräch“, die fast paradiesische Zustände schilderten. Die Autorin Marta Breen schreibt gerne mal feministische Sachbücher (z. B. „Rebellische Frauen – Women in Battle“) und berichtete mit den Verlegerinnen Elizabeth Sellevold (Vigmostad & Björke) und Ingeri Engelstad (Oktober) von Buchpreisbindungen, Festabnahmemengen und Schriftstellerfonds. Gedolmetscht wurde das in englischer Sprache geführte Gespräch von Britta Fietzke. Annalena Weber hat dazu einen ausführlichen Bericht verfasst.

Schließlich war es dann soweit: Wir feierten die Ehrung von Sandra Uschtrin als BücherFrau des Jahres 2019! Mit der Laudatio unterhielt Autorin Shirley Michaela Seul das Publikum, wie es ist, mit der Verlegerin des Handbuchs für Autoren und Autorinnen zusammenzuarbeiten. Sandra Uschtrins Dankesrede war auch ein Appell für die faire Bezahlung von Autorinnen und Autoren. Also, Augen auf beim Bücherkauf. Beide Reden und mehr Fotos gibt es hier. Wie immer bot der anschließende Sektempfang Gelegenheit zu prickelnden Gesprächen.

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Am Freitag jagte ein BF-Event das nächste. Den Anfang machten Barbara Neeb und Katharina Schmidt mit dem Messerundgang „Frauen gehen in Führung“ für den Branchennachwuchs.

Ab Mittag übernahm dann Inka Bankwitz mit zwei Stunden Sprechstunde am BücherFrauen-Messestand zum Thema Mentoring, das in Rhein-Neckar sowie Frankfurt in eine neue Runde startet (hier gibt’s mehr zum Thema). Die stark frequentierte Beratung zeigte, dass gerade Berufseinsteigerinnen das Mentoring gern wahrnehmen wollen und auch häufig nach einem „Fernmentoring“ beispielsweise Richtung Schweiz gefragt wurde. Grundsätzlich wurden die Möglichkeiten, sich bei den BücherFrauen zu vernetzen und auszutauschen sehr geschätzt. Die Bewerberinnenzahl ist nun in Folge der Buchmesse gestiegen, bis zum 20. November 2019 kann sich noch beworben werden.

Diversität & Inklusion

Zur gleichen Zeit fand bei THE ARTS+ im Rahmen des Fokus Film die Podiumsdiskussion „Women & Film – The Revolution has begun!?“ statt, mit anschließenden Networking Lunch u. a. mit Unterstützung der BücherFrauen. Moderiert von Nicole Ackermann diskutierten Schauspielerin und Produzentin Grace Glowicki, die norwegische Produzentin Turid Øversveen, Pier Nirandara, die als Director of Development bei Sony Pictures Entertainment in den USA tätig ist sowie Signe Pahle, ebenfalls Produzentin aus Norwegen, darüber, wie sich die Situation für Frauen in der Filmbranche darstellt. Welche Positionen können sie bekleiden, wie viel Geld bekommen sie dafür (häufig weniger) und wo liegen die Grenzen der Unterstützung von Frauen (noch immer vor der Tür der Chefetage)? Ein weiteres Thema war die Diversität auf der Leinwand. Schon bei der Plot-Entwicklung zu reflektieren, welche Rolle von welchem Geschlecht oder von welcher Altersklasse gespielt wird, verhindert standardmäßig den 40-Jährigen weißen Mann zu besetzen. Stattdessen sollte man die menschliche Vielfalt auch abbilden, ohne dass schwarz sein, behindert sein etc. gleich handlungsrelevant ist. Grace Glowicki kritisierte, dass allzu häufig bei der Schauspielerinnenauswahl ihr Aussehen, ihre „fuckability“, eine sehr große Rolle spielten. Sie selbst möchte, während sie auf der Leinwand zu sehen ist, gerade nicht „appealing“, also attraktiv, spielen. Das Podium war sich einig, wie wichtig böse, hässliche und gemeine Frauenrollen sind, und wie traurig, dass eine Frau nur als Superheldin in der zentralen Hauptrolle zu sehen ist. Turid Øversveen brachte es provokant auf den Punkt „We are all basically fuckable“.

null Elisabeth Stangle von THE ARTS+ begrüßt Gäste und Podiumsteilnehmerinnen.

Das BücherFrauen-Jahresthema „Diversität & Inklusion“ spielte auch anderswo eine Rolle. FiDiPub hatte es sich für eine Podiumsdiskussion am Messestand des Landes Sachsen ausgeborgt. Mit Blick auf die sächsische Buchbranche diskutierten Autorin Barbara Handke, Verlegerin Dr. Nora Pester (Hentrich & Hentrich), Dr. Thomas Kahlisch (Deutsche Zentralbücherei für Blinde) und Verleger Fayçal Hamouda (Edition Hamouda).

Abends fand außerhalb des Messegeländes noch eine weitere Kooperationsveranstaltung statt. Der Verband deutscher Unternehmerinnen lud zu einer Lesung von Helga Flatlands Roman „Eine moderne Familie“ ein, erschienen im Weidle Verlag, in die Buchhandlung Weltenleser. Bei Brezel und Zimtgebäck blickten wir hinter die Kulissen einer angeblich heilen Familie und es gab Gelegenheit sowohl den Vorstand des VDU wie auch die Verlegerin Barbara Weidle kennenzulernen.

Sichtbar sein

Ein Experiment wagten wir am Samstag mit der BücherFrauen-Lounge zum Thema Barsortimentsauslistung, um Buchhändlerinnen und Verlegerinnen miteinander ins Gespräch zu bringen und um Wege auszuloten, die Sichtbarkeit kleinerer Verlage und weniger nachgefragter Titel zu erhalten. Ein Thema, das wir so anteasern konnten, zu dem aber zweifellos noch mehr geschehen muss.

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Die allgemeine Resonanz während der Buchmesse am Stand der BücherFrauer war gut. Wir konnten Interessierte über unseren Verein informieren wie auch über das nebenan hängende Buchorchester, Kontakte mit anderen BücherFrauen auffrischen und neue knüpfen.
Heidi Wendelstein unterstützte den Schokoladen-Haushalt der Standdienstleistenden nachhaltig.

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Vielen Dank dafür an dieser Stelle! Ich bin sicher auch im Namen der vielen Standdienstleistenden, die den Messeauftritt so erst möglich und das Netzwerk lebendig gemacht haben. Auch an sie sowie allen anwesenden und nicht-anwesenden Unterstützenden ein dickes Dankeschön!

 

Marianne Eppelt

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