Hamburg: LiteraturBrunch 2021

Aus den bekannten Gründen müssen wir unseren für Februar 2021 geplanten LiteraturBrunch leider verschieben, möglicherweise in den Spätsommer.

Über ein alternatives digitales Format haben wir nachgedacht, uns aber vorerst dagegen entschieden.

2020 ist auch literarisch ein besonderes Jahr gewesen, mit einer Fülle von bemerkenswerten Romanen deutschsprachiger Schriftstellerinnen. Wir haben wieder viel gelesen und möchten diese sechs Bücher und ihre Autorinnen empfehlen, die uns besonders beeindruckt haben.

Das LiteraturBrunch-Team der Hamburger BücherFrauen
Brigitte Beier, Maren Giering-Desler, Sibylle Hoffmann, Dörte Kanis, Karina Schmidt und Elvira Willems

 

Nava Ebrahimi, Das Paradies meines Nachbarn
btb 2020, 224 Seiten

Hut ab vor dieser Konstellation, bei der sich am Ende zwei Stellvertreter Ali Najjars gegenübersitzen! Wunderbar, wie die Autorin ihre Welten verwebt und wie sie gekonnt mit den Bildern spielt, sie dramaturgisch einsetzt, dabei kein Wort zu viel verliert und doch keinen der drei männlichen Hauptdarsteller zu eindimensional zeichnet.

Verena Kessler, Die Gespenster von Demmin
Hanser Verlag 2020, 240 Seiten

Larissa hängt kopfüber vom Baum. Eine wichtige Vorübung sei das, um Kriegsreporterin zu werden, denn solche Leute müssten viel aushalten. Die jugendlich aufgewühlte Gegenwart ihrer jungen Protagonistin verschränkt Verena Kessler eindringlich und geschmeidig mit den grauenvollen Kriegserlebnissen der alten Frau im Nachbarhaus – Erinnerungsgespenster. Ein großer Roman, der nachdenklich macht.

Deniz Ohde, Streulicht
Suhrkamp Verlag 2020, 284 Seiten

Deniz Ohde gibt Einblicke in das Leben einer Jugendlichen, die als Kind einer türkischen Mutter und eines deutschen Arbeiters Streit, Alkoholismus und Messietum erlebt. Allein aufgrund ihres (stets falsch ausgesprochenen) Namens traut ihr auch in der Schule niemand etwas zu. Trotzdem und trotz ihrer Verunsicherung geht sie ihren mühsamen Weg durch die Bildungsinstitutionen. Detailreich, reflektiert und mit besonderen Bildern fügt Ohde aus den Erinnerungen der Hauptfigur einen eindringlichen Roman.

Ronya Othmann, Die Sommer
Hanser Verlag 2020, 288 Seiten

Leyla, Tochter eines jesidisch-kurdisch-syrischen Vaters und einer deutschen Mutter, verbringt ihre Kindheitssommer unbeschwert bei der Verwandtschaft in einem Dorf in Syrien. Während sich die Lage dort ab 2011 zuspitzt, wird sie erwachsen, studiert, verliebt sich. Doch die Nachrichten, die auch ihre Familie betreffen, dringen in ihren deutschen Alltag ein, bis Schmerz und Angst von ihrem Körper förmlich Besitz ergreifen. Othmann schildert dies so intensiv wie es kein journalistischer Text könnte.

Anne Weber, Annette, Ein Heldinnenepos
Matthes & Seitz Verlag 2020, 207 Seiten

Hier poetisch und leise, dort mit deftigem Vokabular, stets jedoch mit viel Schalk und Zärtlichkeit erzählt Anne Weber von der Widerstandskämpferin Annette Beaumanoir. In Frankreich. In Algerien. Erzählt aus ferner Perspektive und ist ihrer Heldin ganz nah. Führt imaginäre Dialoge, sinniert über den Akt des Erzählens und die Bedeutung von Worten. Ein Epos, zwar kein gereimtes, doch voller Rhythmus und wunderschönem Klang. Ein vielschichtiges Spiel mit Wörtern. Laut lesen. Leise lesen. Lesen!

Olivia Wenzel, 1000 Serpentinen Angst
S. Fischer, 352 Seiten

Olivia Wenzel schreibt von komplizierten Familien- und Liebesbeziehungen und von Alltagsrassismus, in einer so noch nicht gelesenen Weise – mitreißend. Die Erzählerin in ihrem Roman ist Anfang 30, der Vater kommt aus Angola, ihre Mutter war Punkerin in der DDR. Mühelos bewegt sie sich in Dialogen durch verschiedene Zeitebenen, taucht in Familienfotos ein und schafft so ein facettenreiches Porträt einer starken, oft wütenden jungen Frau.

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