Regionalgruppen vor Ort

BücherFrauen treffen sich in den größeren Städten regelmäßig zu Austausch und Fortbildung, besuchen gemeinsam Bücher-MacherInnen und Orte rund ums Buch, organisieren Veranstaltungen und netzwerken unterdessen. Auf den Regionalseiten finden Sie Ausblicke auf die nächsten Termine und Rückblicke auf diverse BücherFrauen-Aktivitäten.

Stuttgart: Kopf und Seele waren angesprochen

Von Design Thinking über Konfliktmanagement bis hin zu Samba tanzen und Waldbaden reichte die Themenpalette bei der BücherFrauen-Jahrestagung 2019. Sie fand vom 8. bis 10. November 2019 im Gästehaus campus.guest der Stuttgarter Uni statt.

Voller Erwartung auf das Kommende: die Teilnehmerinnen der BücherFrauen-Jahrestagung 2019

Es war wieder eine Vollversammlung der kurzen Wege: Tagen, Wohnen und Essen unter einem Dach. Nach der Sitzung des Erweiterten Vorstandes am Freitagabend ging es am Samstagmorgen für alle Teilnehmerinnen richtig los.

 

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Ulrike Dörr, die Sprecherin der Regionalgruppe Stuttgart, begrüßte die Teilnehmerinnen im Namen der Gruppe und des Orga-Teams und verlas das Grußwort der Schirmherrin Muhterem Aras. Außerdem dankte sie den SponsorInnen der Veranstaltung, ohne die die Tagung in diesem Rahmen gar nicht möglich gewesen wäre.

Im Anschluss an die Begrüßung startete ein Speed-Datingzum besseren Kennenlernen – eine gute Gelegenheit, um Frauen aus allen Regionen zu treffen und andere Tätigkeitsfelder sowie Lebenspläne zu entdecken.

 

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Nach einer Pause, in der es neben Kaffee und Kuchen die Ausstellung „Das Buchorchester“ zu bewundern gab, begannen die Vormittags-Workshops. Von Design Thinking, New Work und den Digitalen Nachlass über Energievolles Handeln und Umgang mit Konflikten bis zur Gestaltung des Jubiläumslogos „30 Jahre BücherFrauen“ reichte die Themenpalette. Die Zeit sei viel zu schnell vorbeigegangen, beklagte so manche Teilnehmerin. Es hätte noch viel mehr zu bereden und auszuprobieren gegeben.

 

Impressionen aus einigen Vormittags-Workshops

 

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Kreativität und aktive Entspannung am frühen Nachmittag

 

Am Nachmittag standen Kreativität und aktive Entspannung im Mittelpunkt. Tanzen, Malen und Waldbaden waren einige der Workshop-Themen. Mit diesem Konzept versuchten die Stuttgarterinnen, dem Wunsch nach mehr Vielfalt bei einer VV nachzukommen. Auch dieses Konzept wurde sehr gut angenommen und bot eine interessante Abwechslung zu den vielen anstehenden Arbeitsthemen. Leider war auch hier die Zeit viel zu kurz, um alle Wünsche abzudecken.

 

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Vollversammlung mit Vorstandswahlen

 

Nach aktiver Erholung und Kreativität konnte mit frischem Elan am späteren Nachmittag in die Vollversammlung gestartet werden. Neben verschiedenen Vereinsthemen, z.B. die Diskussion über Satzungsänderung, standen vor allem die Vorstandswahlen an. Für Brigitte Jetschina, die ihr Amt als zweite Vorsitzende abgab, kam Emilia Gagalski neu in den Vorstand. Jana Stahl wurde als erste Vorsitzende im Amt bestätigt, ebenso Annalena Weber als Pressefrau neben Heidi Wendelstein, die noch ein Jahr im Amt bleibt.

 

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Der neue Vorstand der BücherFrauen (v. l. n. r.):
Emilia Gagalski, Jana Stahl und Michaela Lensing

 

Abendessen, Sektempfang und Karaoke

 

Der Tag klang nach Abendessen und Sektempfang mit gemeinsamem Singen im Karaoke-Stil aus. Auch hier bot sich die Gelegenheit zum Austausch, Wiedersehen und Kennenlernen.

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Den Funktionsfrauen wurde in diesem Rahmen mit einem kleinen Geschenk des Vorstands für ihre Arbeit gedankt, ebenso Marianne Eppelt, Anke Strunz und Brigitte Jetschina, die  zum Ende ihrer Amtszeit wehmütig verabschiedet wurden. Für Brigitte zeigten die Vorstandskolleginnen Jana Stahl und Michaela Lensing noch ein eigens produziertes Video mit Ausschnitten aus ihrer „Dienstzeit“ bei den BücherFrauen, das großen Anklang fand.

 

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Der Vorstand dankte den Funktionsfrauen, hier: den
Pressefrauen Annalena Weber und Heidi Wendelstein.
Vorne im Bild: Geschäftsführerin Vera Seehausen

 

Festvortrag am Sonntag zum Jahresthema „Diversität und Inklusion“

 

Ein besonderer Höhepunkt folgte am Sonntagvormittag mit dem Vortrag von Annika von Redwitz, Diversity-Beraterin aus Walldorf. Die gebürtige Schwedin lebt seit 1990 in Baden-Württemberg und war 25 Jahre bei der SAP SE in der Globalization Services Organisation tätig.

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In ihrem Vortrag „Digitale Transformation und Diversity – warum wir alle mitnehmen müssen und wie“ stellte sie zunächst die Frage nach der Definition von digitaler Transformation. Sie beschrieb diesen Vorgang an den Beispielen der Firmen Xerox und SAP, die sich im Lauf ihrer Firmengeschichte weiterentwickelt haben: Xerox wandelte sich vom reinen Druckerhersteller zum Dienstleister, SAP vom Softwareentwickler zum Anbieter von Abomodellen und Clouddiensten. Das erforderte jeweils einen neuen Schwerpunkt in der Firmenpolitik hin zu mehr Diversity und Inclusion, um erfolgreich alle mitnehmen zu können. Die viel beschworene Transformation ist eben ein ständig stattfindender Wandel.

 

Was bedeutet Diversity für uns?

Diversity und Inclusion sind als Begriffe zurzeit allgegenwärtig. Der Begriff Diversity hat sich historisch als Ansatz für die Überwindung der Rassentrennung in den USA entwickelt. Hier in Europa verstehen wir unter „Diversität“ vor allem die Verschiedenheit der Menschen wie Hautfarbe, Geschlecht, Alter oder Religion.

Für noch mehr Missverständnisse sorgt der Begriff Inclusion, der im Deutschen oft mit Inklusion gleichgesetzt wird. „Man kann hier nicht einfach ein c durch ein k ersetzen“, erklärte Frau von Redwitz. Inklusion steht in unserem Land für die Einbindung behinderter Menschen. Der englische Begriff wird umfassender genutzt. Er beschreibt die Einbindung unterschiedlicher Menschen in eine Gemeinschaft.

Jede Person ist in sich vielfältig, jede Gruppe ist vielfältig. Diversity Management ist die Kunst, sinnvoll Gruppen zu bilden und alle Menschen dort abzuholen, wo sie stehen. „Es nutzt nichts, einfach eine bunte Gruppe Menschen zusammenzuwerfen“, so die Referentin. Eine solche Gruppe kann gut funktionieren oder gar nicht. Mit dem Konzept der Inclusion gibt es ein Instrument, den Zusammenhalt einer Gruppe und damit ihr Funktionieren zu fördern. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtig, jeden Menschen seiner Fähigkeit entsprechend einzusetzen und einzubinden.

 

Woran kann Diversity bzw. Inclusion scheitern?

Oft sind es Vorurteile, die das Thema blockieren. „Sprechen Sie bei Männern in diesem Zusammenhang über Frauenquoten und schon haben Sie verloren.“ Es wird nicht verstanden, dass es nicht nur um die Unterschiede zwischen Mann und Frau geht, Diversity umfasst alle Unterschiede – Alter, Herkunft, Bildung usw. –, ist für den Zusammenhalt jeder Gruppe wichtig und fördert damit auch die Effektivität.

 

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„Sprechen Sie bei Männern im Zusammenhang mit Diversity
Management über Frauenquoten, haben Sie schon verloren!“,
warnte Annika von Redwitz die Zuhörerinnen.

 

Annika von Redwitz sagte über sich selbst, dass sie sich in Deutschland gut integriert fühle. Sie verstehe auch nicht, weshalb wir uns hier im Lande mit der viel beschworenen „German Angst“ blockieren. In Deutschland funktioniert vieles gut, geredet wird aber mehr über Negatives. Ein gutes Beispiel für erfolgreiche Integration sei die Schirmherrin der Tagung, Muhterem Aras: Tochter einer Einwandererfamilie aus Anatolien, heute Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg.
 

Neue Diskrinierung durch Künstliche Intelligenz

Am Ende ihres Vortrags sprach Frau von Redwitz über Fluch und Segen der Künstlichen Intelligenz. Gerade sie bedeute eine große Gefahr für Minderheiten. Daher dürfe man dieses Feld nicht allein den Informatikern überlassen, erklärte sie. Hier werde emotionale Intelligenz gebraucht, um die Systeme flexibler und gerechter zu gestalten. Niemand dürfe ausgeschlossen werden. Gute Lösungen seien nur möglich, wenn über die rein technischen Möglichkeiten hinaus gedacht werde. „Minderheiten müssen gesehen werden!“, bekräftigte die Referentin und beschrieb, in welchen Schritten Diskriminierung entsteht. Ein Vorgang, der sich auch beim Einsatz künstlicher Intelligenz einstellt, wenn die technische Entwicklung zu wenig kontrolliert wird.

 

Fazit: Wie wir alle mitnehmen

Es sei wichtig, dass die Generationen voneinander lernen. Unternehmen müssten die Vorteile von angewandtem Diversity Management begreifen und den Wandel dahin befördern. Mit dieser Feststellung schloss Annika von Redwitz ihren mitreißenden Vortrag.

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In der anschließenden Diskussionsrunde, die Barbara Scholz moderierte, und beim gemeinsamen Mittagessen gab es noch viele Möglichkeiten, über die Thesen des Vortrags zu sprechen und sich praktische Ratschläge bei der Referentin zu holen.

 

Alles in allem eine gelungene Jahrestagung

 

Den Abschluss der Tagung bildete eine Führung durch die Weissenhofsiedlung.

 

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„Alles in allem eine gelungene Jahrestagung“, lautete das Fazit vieler Teilnehmerinnen und des Stuttgarter Orga-Teams.

 

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im November 2020 in Berlin. Dort haben schon die Vorbereitungen für die Jahrestagung zum 30-jährigen Jubiläum der BücherFrauen e.V. begonnen.

 

Text: Heidi Wendelstein
Fotos: Heidi Wendelstein und Susanne Martin

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