Adventskalender-Gedanke: Frauke Ehlers zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2016 an Carolin Emcke


Digitaler Adventskalender der BücherFrauen Rhein-Neckar

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Als hätten die BücherFrauen ihm das Skript geschrieben, sagt Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins, in seinem Grußwort bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2016 an Carolin Emcke Folgendes: »Ich wünsche mir, dass mehr Gedichte von Rose Ausländer, mehr Texte von Hannah Arendt und auch die Berichte und Bücher von Carolin Emcke in unseren Schulen und Universitäten und Wohnzimmern gelesen werden – es könnte dazu beitragen, dass wir einen anderen, einen genaueren Blick auf unsere Welt bekommen …«

Mit dem anderen Blick, der anderen Perspektive begann die Dankesrede von Carolin Emcke, das kenne ich. Denn genau so, wie sie die Sitzverteilung der Fernsehsessel beschreibt, war das in meinem Elternhaus auch. Die Kinder saßen im Schneidersitz vor den Fernsehsesseln und schauten von schräg unten auf den Bildschirm.

Ich bilde mir ja ein, dass die Initiative von Susanne Krones aus dem Jahr 2012, im Namen der BücherFrauen Vorschläge für Preisträgerinnen an den Stiftungsrat zu senden, mit dazu geführt haben mag, dass wir uns 2016 über diese Ehrung freuen durften. Von irgendjemandem muss der Vorschlag gekommen sein. Und umso wichtiger ist es, dass wir auch 2017 bei diesem Preis und vielen anderen wieder schauen, was wir tun können, damit unsere »Sichtweise« vorkommt. Eine sich jedes Jahr wiederholende Möglichkeit ist, einen eigenen Vorschlag beim Stiftungsrat einzureichen.

»Wow. So sieht es also aus dieser Perspektive aus«, begann Carolin Emcke ihre Rede. Und nachdem ich sie jetzt nochmals gelesen und gesehen habe, folgender Adventskalender-Gedanke:

Die Bürde ist wahrscheinlich groß, aber vielleicht kann uns Carolin Emcke ja mit ihrer Friedenspreis-Rede einen Anhaltspunkt geben, wie wir uns in diesen merkwürdigen Zeiten verhalten können. Ihre Haltung gefällt mir jedenfalls. Da steht sie jetzt oben am Rednerpult und hat so gar nichts von der Haltung etwa von Gerhard Schröder, von dem berichtet wird, dass er einst an den Zäunen des Kanzleramtes mit »Ich will da rein«-Äußerungen rüttelte. Nein, sie ist ob der Ehrung und damit geäußerten Anerkennung äußerst freudig – aber auch sehr überrascht und scheint es einerseits nicht zu glauben. Andererseits nutzt sie diesen Platz, um ihre Wahrheiten und Statements kundzutun. Und die sind deutlich und klar. Und überlegt. Sie stellt sich in die Tradition der vorherigen Preisträger – und ganz en passant erwähnt sie zum Beispiel die ungleiche Verteilung von Männern und Frauen in der Geschichte des Preises. Ja, so geht das also.

Dabei hat sie nichts Vorwurfsvolles, keine Opferhaltung, keine Beleidigt-sein-Haltung, sondern strahlt eine große Klarheit und Deutlichkeit aus. Dabei auch etwas Fröhliches und Heiteres. Etwas von »Nehmen wir die Herausforderung an«, aber zugleich die Mahnung, dass dies dann eben auch getan werden muss. 

»Was es dazu braucht?«, fragt sie am Schluss. »Nicht viel: etwas Haltung, etwas lachenden Mut und nicht zuletzt die Bereitschaft, die Blickrichtung zu zu ändern, damit es häufiger geschieht, dass wir alle sagen: Wow. So sieht es also aus dieser Perspektive aus.«

Hier der Videomitschnitt zu Carolin Emckes Dankesrede:
https://www.youtube.com/watch?v=CRkf6k7CYXI

Und es gibt das vom Börsenverein im Verlag MVB herausgegebene Buch (deutsch/englisch):
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2016 – Carolin Emcke

Zum Thema »Anfangen« – wie Carolin Emcke ihre Dankesrede überschrieb – gibt es ein ebenfalls empfehlenswertes Interview im Schweizer Fernsehen von Anfang 2016: »Wie geht neu anfangen?«

Frauke Ehlers, 18.12.2016
frauke.ehlers(at)t-online.de


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