Stuttgart: Wenn Erwachsene begeistert durch Kinderbücher stöbern

Die Referentin Barbara Knieling mit einigen Büchern zum Thema des Abends. Foto: V. Nungesser

Bericht über die Veranstaltung am 17. Januar 2019 mit Barbara Knieling

Felix trägt lieber Röcke als Hosen, Friedemann mag Kleidung gar nicht und läuft lieber nackt durch die Welt. Oskar hat zwei Mamas, Pinguin Tango dagegen zwei Papas. Mutkröte kommt auch mit drei Beinen sicher ans Ziel, während sich Florian gerne bei allem Zeit lässt. Malala kämpft dafür, dass auch Mädchen zur Schule gehen können, und Teddy möchte lieber Tilly genannt werden. Ein Buch, das eher zu erfühlen statt zu lesen ist, ein Buch, das statt Zeichnungen Bilder hat, die aus Steinen zusammengesetzt werden.

Dies sind nur einige Beispiele aus Barbara Knielings Vortrag »Diversität und Inklusion im Kinder- und Jugendbuch«, passend zum Jahresthema 2019 der BücherFrauen. Die Lese- und Literaturpädagogin schöpfte auch bei ihrem zweiten Vortrag bei den Stuttgarter BücherFrauen aus dem Vollen. (2013 hatte sie darüber berichtet, wie man die Leselust bei Kindern wecken kann.) Frau Knieling brachte zahlreiche Bücher mit, die sofort die Neugierde aller Anwesenden weckten und das Globale Klassenzimmer des Stuttgarter Welthauses am Ende der Veranstaltung zu einer kleinen Bibliothek werden ließen.

Foto von Barbara Knieling, die eine Doppelseite des Buches "Ich bin ein Kind und ich habe Rechte" Barbara Knieling zeigt eine Doppelseite des Buches "Ich bin ein Kind und ich habe Rechte" zeigt. Foto von Ulrike DörrDoch zunächst einmal stellte die ehemalige Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Leseförderung e.V. einer kleinen Runde interessierter Zuhörerinnen das zu Herzen gehende Bilderbuch »Ich bin ein Kind und ich habe Rechte vor«. Darin werden die zehn Grundrechte, die die UN-Kinderrechtskonvention 1989 beschlossen hat, Doppelseite für Doppelseite bebildert und in einfacher, kindgerechter Sprache umrissen: Das Recht auf Gleichbehandlung, das den Schutz vor Diskriminierung aufgrund von Religion, Herkunft und Geschlecht einschließt. Das Recht auf einen Namen und eine Staatszugehörigkeit sowie das Recht auf Gesundheit und Unversehrtheit bzw. auf Betreuung im Falle einer Behinderung. Das Anrecht auf (Aus)Bildung ist ebenso in den Grundrechten verankert wie der Anspruch auf Freizeit, Spaß und Erholung. Des Weiteren sollen Kinder das Recht haben, sich frei zu informieren, gehört zu werden sowie sich zu versammeln. Gleiches gilt für eine Privatsphäre, eine gewaltfreie Erziehung, Gleichberechtigung und Frieden. Im Falle von Katastrophen und Notlagen sollen sich Kinder darauf verlassen können, Hilfe und Schutz zu bekommen. Grausamkeit, Vernachlässigung und Verfolgung sind Tabus. Stattdessen besitzen sie ein Anrecht auf eine Familie und elterliche Fürsorge ebenso wie ein sicheres Zuhause.

Foto von Barbara Knieling und den Teilnehmerinnen, die ihren Ausführungen gespannt zuhören. Foto von Verena NungesserAusgehend von den Doppelseiten aus »Ich bin ein Kind und ich habe Rechte« (Text von Alain Serres, Illustrationen von Aurelia Fronty) zog Barbara Knieling zahlreiche weitere Kinderbücher aus ihrem Fundus heran, die die angesprochenen Themen aufgreifen und anhand kleiner Geschichten in einem anderen Kontext beleuchten. So lernten alle Anwesenden ein großes Spektrum an Kinder- und Jugendbüchern kennen, die sich jenseits veralteter und stereotypen Rollenbilder bewegen, sensible Themen aufgreifen und dennoch eine gewisse Leichtigkeit bewahren.

Frau Knielings Vortrag bildete somit einen Gegenpol zu der nur wenige Tage zuvor erschienenen Studie »Blaue Bücher, rosa Bücher« der Süddeutschen Zeitung, in der erneut belegt wurde, dass Kinder- und Jugendbücher weiterhin auf altbewährte Rezepte, traditionelle Weltbilder und stereotype Geschlechterrollen zurückgreifen. Die Positivliste der SZ sowie Frau Knielings lebendig gewordene Leseliste ließ alle an diesem Abend mit Zuversicht und einem Lächeln nach Hause gehen und wird sicherlich dazu führen, dass einige kleine Leser und Leserinnen demnächst neuen Lesestoff erhalten …

Text: Verena Nungesser
Fotos: Verena Nungesser, Ulrike Dörr

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