< Jahresthema 2015: 25 Jahre BücherFrauen: gestern – heute – morgen

„Man muss einen langen Atem haben!“


Leipziger Buchmesse 2015: Podiumdiskussion zum Thema Netzwerken am Karrietag Buch + Medien.

"»Frag doch mal die ...« – Wie Netzwerken im Beruf funktioniert" lautete der Titel der BücherFrauen-Veranstaltung am Karrieretag Buch + Medien. An der Diskussion nahmen BücherFrauen-Vorsitzende Dr. Valeska Henze, Raphaela Sabel vom Schweizer Buchhandel und Daniel Beskos aus dem mairisch Verlag teil. Die Moderation übernahm Stefan Hauck vom Börsenblatt.

Alles Netzwerk! Oder meistens …

Netzwerken ist ein permanenter Prozess, denn man muss nicht nur herausfinden, wie man Kontakte knüpft, sondern auch wie man sie pflegt. Eine wichtige Rolle dabei spielt die genaue Vorbereitung, damit das Gespräch Substanz hat und nicht zu belanglosem Small Talk verkommt. Empfehlenswert ist, die eigenen Interessen konkret zu benennen, aber trotzdem auch spontan reagieren zu können.

Auf dem Podium (v.l.n.r.): BücherFrau Dr. Valeska Henze, Raphaela Sabel, Moderator Stefan Hauck, Daniel Beskos

Wie geht man auf die Menschen zu?

„Beziehungen aufzubauen und Leute kennenzulernen ist von immenser Bedeutung. Gerade in der Anfangszeit“, so Valeska Henze, „ist es wichtig, an verschiedenen branchenbezogenen Veranstaltungen und Ereignissen teilzunehmen. Ob in Begleitung oder alleine spielt keine Rolle. Die Hauptsache ist, dass man sich wohl fühlt.“

Ihrer Ansicht nach sei es gerade beim Erstkontakt nicht unbedingt erforderlich, zu zielgerichtet und damit auch zu eng vorzugehen. Im Vordergrund stehe zunächst der Aufbau von Bekanntschaften und Beziehungen.
Netzwerke wie die Jungen Verlagsmenschen, BücherFrauen oder CLAUS seien zu eben diesem Zweck eingerichtet worden. Die Besucher von Veranstaltungen solcher Netzwerke könnten daher davon ausgehen, dass die dort anwesenden TeilnehmerInnen neuen Kontakten aufgeschlossen gegenüber stünden. Daniel Beskos verwies zusätzlich auf das Netzwerk Pub'n'Pub.

Freundlich und vorbereitet auftreten

Raphaela Sabel und Valeska Henze waren sich darin einig, dass freundliches Auftreten in Kombination mit einer guten Vorbereitung die besten Voraussetzungen für erfolgreiche Gespräche und positive Ergebnisse seien. Überdies seien die meisten Menschen in der Buchbranche freundlich. Beispielsweise sei das Literaturfest in Berlin eine gute Gelegenheit zum Netzwerken, in erster Linie für die Bereiche Lektorat und Presse, möglicherweise etwas weniger für den Vertrieb.

Beim Erstkontakt legt Daniel Beskos Wert auf einen konkreten Bezug zu einem konkreten Anliegen: "Ich schätze es sehr, wenn Interessenten oder Bewerber erkennen lassen, dass sie sich mit dem Unternehmen und seiner Tätigkeit schon auseinandergesetzt haben."

Gibt es eine Etikette? Und welche Chancen haben introvertierte Menschen?

Diese zwei Fragen stellte das Publikum. Valeska Henze erklärte zur Etikette, dass sie keine allgemeingültigen Regeln habe. Man müsse selber herausfinden, wie jeder Verlag ticke. „Wichtig ist dabei, dass man sich nicht verstellt.“ Freiberuflichen Übersetzerinnen empfiehlt sie, Marktforschung zu betreiben. Obwohl dieser Weg nicht einfach sei, müsse man ihn gehen und sich dabei gut verkaufen.
„Bei altehrwürdigen Verlagshäusern“, ergänzte Börsenblattmitarbeiter Stefan Hauck, “gibt es schon so etwas wie eine Hausetikette, auf die man achten sollte." In Österreich lege man besonderen Wert darauf, GesprächspartnerInnen mit ihrem Titel anzusprechen.

Valeska Henze  – selbst auch als Übersetzerin tätig  – ging auf die besondere Situation der ÜbersetzerInnen ein. Man könne durchaus aus eigener Initiative einen Verlag auf ein interessantes Buch in einer fremden Sprache hinweisen und seine Dienste als ÜbersetzerIn anbieten. Allerdings müsse man auch damit rechnen, dass der Verlag zwar den Vorschlag aufgreife, die Übersetzung aber dennoch durch einen seiner StammübersetzerInnen anfertigen lasse. „Immerhin hat man sich aber auch in diesem Falle bekannt gemacht, was vielleicht zu einer Zusammenarbeit bei einem späteren Projekt führen kann.“
Bei einer solchen Vorgehensweise, gibt Stefan Hauck zu bedenken, sei die Vorrecherche besonders wichtig: Passt das vorgeschlagene Buch zu Programm und Profil des angesprochenen Verlags? 

Akquisetipps für Schüchterne

Und was machen Menschen, die Schwierigkeiten haben, auf andere zuzugehen? „Unsere  Branche“, merkte Daniel Beskos an, „besteht zu großen Teilen aus introvertierten Menschen.“ Eine Kontaktaufnahme via E-Mail sei in diesem Fall ein leichterer Weg. Oft folge dann ein Gespräch. Es sei aufgrund der Fülle der eingehenden Mails nicht immer möglich, alle in kurzer Zeit zu beantworten. „Es ist daher durchaus legitim, eine zweite oder dritte Mail in gleicher Angelegenheit zu schreiben, wenn eine Antwort zunächst ausbleibt“, so Beskos.
Valeska Henze betonte die Wichtigkeit des persönlichen Kontakts und des Aufbaus von Beziehungen: „Die BücherFrauen haben mich durch diese Möglichkeit des persönlichen Austauschs gerettet“.

Das Fazit

Am Ende der Diskussion waren sich alle einig: Beim Netzwerken muss man einen langen Atem haben!

 

Angeregte Gespräche nach der Veranstaltung mit BücherFrau Valeska Henze (rechts)


Text und Bilder: Dr. Eva Tsigkana
(Mit-Koordination der BücherFrauen-Akademie)


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