Berlin: Bericht - Besuch beim Verlag mit der Eule

Der erste Termin 2015 der Berliner Bücherfrauen hatte es in sich: Wir waren eingeladen beim Verlag mit der Eule, bei den Ullstein Buchverlagen in der nördlichen Friedrichstrasse in Berlin-Mitte.

Denn dahin ist der Gruppenverlag nach seinen Springer-Jahren (inklusive Ausflug nach München) 2004 umgezogen, nachdem ein Jahr zuvor das schwedische Medienunternehmen Bonnier der neue Eigentümer geworden war. Ullstein zurück an der Spree, aber nicht wieder im legendären Baudenkmal – Backsteinexpressionismus! – in Tempelhof, sondern in einer ehemaligen Schule in Mitte, umgebaut und aufgestockt nach Plänen des Stararchitekten David Chipperfield.

Der Verlag residiert also nicht in einem gruseligen Zweckbau, sondern in einem Gebäude, das Altes und Neues aufs Schönste vereint und auch in der Dunkelheit überraschende Ausblicke auf die Nachbarn im Regierungsviertel gewährt. Der hauseigene Garten war für uns nur zu erahnen, sein Ruf als Oase der Ruhe im quirligen Mitte-Dschungel eilte ihm aber schon voraus.

Bücherfrauen sind ja Bücherfrauen, weil sie beim Wort Verlag und beim Anblick von Büchern dieses Glitzern in den Augen haben. Und so ging es auch uns, als wir schon im Foyer gierig auf die Wand der Neuerscheinungen schauten. Und es kam noch besser: In der ehemaligen Turnhalle, die nun als repräsentativer Konferenzraum fungiert, bekamen wir von der Vertriebsleiterin Stephanie Martin, Anne Gentes aus dem Marketing und dem Vertriebsvolontär Simon Grimm einen Schnelldurchlauf durch die Verlagsgeschichte präsentiert, der anschaulich machte, wie die verschiedenen Talente der Ullstein-Brüder bei der Gründung Hand in Hand spielten und das Fundament bildeten, auf das der Verlag heute noch baut.

Auch die aktuelle Entwicklung kam in der kurzweiligen und von vielen Anekdoten gewürzten Präsentation nicht zu kurz: So erfuhren wir, dass die Bücher zwar in der Regel über Agenturen eingekauft werden, während unverlangte Manuskripte zu 99 Prozent abgesagt werden, manchmal aber doch das eine „besondere“ Manuskript seinen Weg von der Pforte ins Verlagsprogramm findet. Im Marketing wird hingegen versucht, mit immer wieder neuen Ideen auf den Verlag aufmerksam zu machen (so zum Beispiel mit einem Fotoshooting von KrimiautorInnen für ein großes Bekleidungshaus, bei dem sich herausstellte, dass der Verlag über jede Menge gutaussehende Autorinnen und Autoren verfügt …). Bei den Lizenzen wiederum dominierten im vergangenen Jahr die Verkäufe in die Türkei und nach Südkorea. Auch die aktuellen Bestseller-Einkaufsstorys blieben nicht unerwähnt.

Ja, der Sachbuchbestseller 2014 kam aus dem Hause Ullstein: Darm mit Charme von Giulia Enders hat nicht nur eine unerwartete Millionenauflage, sondern bereits Lizenzen in 26 Ländern unter Dach und Fach. Ein riesiger Erfolg, der auch zeigt, wie gut die Ullstein-ExpertInnen ihre Marketing- und Medien-Maschinerie beherrschen. Oder gibt es noch irgendeine Zeitschrift oder Talkshow, die ohne die jugendliche Heldin des gesellschaftsfähigen Pupsens auskommt?

Bestseller sind schön, aber selten. Daher tummelt sich unter dem Verlagsdach ein breit aufgestelltes Programm mit Unterverlagen und Imprints: Allegria, Econ, Forever, Graf Verlag, List, List Taschenbuch, Marion von Schröder, Midnight, Propyläen, Ullstein, ullstein extra, Ullstein Taschenbuch. Für jeden Geschmack ist da eigentlich etwas zu finden: Krimifreaks, Ich-lese-nur-Sachbücher-LeserInnen, anspruchsvolle LeserInnen, Self-Publishing-Digital-KonsumentInnen, inspirierend-spirituelle-Lebenshilfe-Suchende, sie alle haben gute Chancen, fündig zu werden. Und schließlich muss jeder Verlag heutzutage mehr bieten als gedruckte Bücher: NichtleserInnen können sich ihre Lebensberatung in Form von Filmen und Hörbüchern kaufen. Die Digitalfraktion findet Stoff und Kommunikationsmöglichkeiten in E-Books, Social Media und der Literaturcommunity vorablesen. Also alle Genres, klares Pricing, zielgruppengenaues Marketing, Tipptopp-Pressearbeit und namhafte AutorInnen bilden den Schlüssel zum Erfolg.

Nach einem kurzen Rundgang durch das Haus, der eine Stippvisite im Büro der Verlegerin einschloss (dort gab‘s den schon erwähnten tollen Ausblick zu bewundern), lagen für uns Bücherfrauen neben Häppchen auch Buchgeschenke bereit. Und obwohl wir alle beeindruckt waren von Geschichte und Geschichten, hat die Bücherbeute die meisten von uns nach 2,5 Stunden in den Verlagsräumen glücklich und schnell nach Hause getrieben – natürlich zum Lesen, was sonst!

Uta Kural

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