Berlin: Bericht - Den Neustart wagen – wann, wenn nicht jetzt?

Es gibt viele Gründe, warum Frauen einen Neustart wagen wollen: Umstrukturierungen, Verlagskrisen oder auch der Wunsch nach mehr Kreativität und Selbstbestimmung. Andrea Schomburg, Peggy Kuwan und Kathrin Köller haben diesen Schritt vollzogen. Am 13. Mai erzählten sie im Literaturhaus in der Fasanenstraße vor zahlreich erschienenem Publikum von ihren Projekten, gaben Tipps und ermunterten zum Handeln.

Personen

Andrea Schomburg, ehemals Lehrerin für Englisch, Französisch und Darstellendes Spiel, schrieb schon immer gern Gedichte. Mittlerweile hat sie mehrere preisgekrönte Kinderbücher veröffentlicht (www.andrea-schomburg.net).

Peggy Kuwan hat sich als Coach selbstständig gemacht. Sie berät seit Jahren kreative Menschen, Hindernisse zu überwinden und ihren eigenen Weg zum Erfolg zu finden (www.peggykuwan.com).

Bei der Moderatorin Kathrin Köller war es eine Verlagsumstrukturierung, die sie erfolgreich zu einem Neustart animierte. Heute arbeitet sie als Journalistin und Autorin.

Kapitel 1 Vor dem Anfang

Am Anfang steht meist eine große Unzufriedenheit oder auch „nur“ der Wunsch, etwas Neues anzufangen. Manchmal sind es auch äußere Anlässe wie Schmerz und Trauer. Bei Andrea Schomburg gab es kein dramatisches Ereignis. Eine Zeitlang arbeitete sie als Lehrerin und schrieb nebenbei. Auf Dauer ging das jedoch nicht. Sie hatte die Möglichkeit, sich ein Jahr beurlauben zu lassen. Jetzt ist sie das zweite Jahr dabei, und es läuft sehr gut. Bei latentem Unbehagen solle man sich fragen, was stimmt hier nicht, so Peggy Kuwan. Was will ich ändern: Berufliches oder Privates? Aber von dem „Das will ich nicht!“ bis zu „Was will ich dann?“, sei es ein weiter Weg, gibt Kathrin Köller zu bedenken.

Kapitel 2 Figurenkonstellation

Die Figuren auf dem Weg in den Neustart heißen „Widerstände“ und „Verteidiger“. Merkwürdige Namen, aber dafür umso fesselnder: Es gibt schon so viele, die das gleiche anbieten, wispert die Figur W. Ich bin zu alt, nicht gut genug, andere sind besser, flüstert sie lautstark. Außerdem werde ich mich blamieren, meine mit Herzblut geschriebenen Texte will keiner lesen und verkaufen, kann ich mich auch nicht gut, lärmen die unsympathischen Widerstände und nehmen mir den Mut.

Aber es gibt auch die andere Figur namens Verteidiger. Niemand muss sich verstellen, sagt Verteidigerin Schomburg. Sei einfach, wie du bist, wenn du dein Projekt vorstellst. Probiere es aus, ermuntert Frau Kuwan. Du bist begeistert von deinem Gedicht, deinem Roman, deinem Essay und hast hart dafür gearbeitet – warum sollen andere sich nicht davon anstecken lassen.

Kapitel 3 Die Verbündeten

Was kann mir bei meinem Neustart helfen? Wen gibt es als Verbündete? Was tut mir gut, fragt Coach Kuwan. Netzwerke gibt es viele, welches passt zu mir? Frau Schomburg gibt zu bedenken, dass Frauen anders netzwerken, viel persönlicher. Wenn sie selbst einen Menschen kennenlernt, der ihr sympathisch ist, verfolgt sie den Kontakt. Manchmal bleibt es beim Kaffee, ein anderes Mal wird mehr daraus. Die Illustratorinnen für ihre Bücher habe sie über diesen Weg gefunden. Netzwerken kostet allerdings viel Zeit. Diese sollte man begrenzen, zum Beispiel könnte man Freitagnachmittag drei Stunden Netzwerkpflege einplanen. Überhaupt ist ein gut strukturierter Tagesablauf wichtig. Neben Freunden und Partnern sind auch externe Beraterinnen sehr empfehlenswert. Eigentlich weiß man alleine, worauf es ankommt, aber der Coach strukturiert neu und hat einen anderen Blick auf die Dinge.

Kapitel 4 „Konstante“ von Andrea Schomburg

Die Autorin erzählt, dass sie früher jedes Wochenende von 9–13 Uhr geschrieben hat. Das war ihre feste Schreibzeit. Manchmal flogen ihr die Ideen nur so zu. Manchmal nicht. Aber diese Zeit war Arbeitszeit – egal, ob ein Gedicht, ein Text herauskam oder nicht. Heute ist sie erfolgreiche Kinderbuchautorin und schreibt immer noch Gedichte für Erwachsene. Eins trägt sie uns vor. „Konstante“ ist wirklich sehr schön. Ja, die Frau hat Talent, und es ist gut, dass sie es jetzt nutzt. Sie hat ihren Fähigkeiten vertraut. Das sollten die ca. 30 sehr interessierten Zuhörerinnen im Kaminzimmer des Literaturhauses auch. Seid mutig, sagen die drei Damen auf dem Podium. Die anderen kochen auch nur mit Wasser. Und wann, wenn nicht jetzt. Wir haben es auch geschafft als Kinderbuchautorin, Coach und Journalistin.

Kapitel 5 Epilog

Ja, seid mutig, aber nicht unvernünftig. Reicht Begeisterung und harte Arbeit? Kann ich davon leben? Andrea Schomburg gibt ehrlich zu, dass ihr Mann sie „durchfüttert“. Allein durch ihre erfolgreichen Bücher könnte sie sich im Augenblick noch nicht finanzieren. Sie wirbt dafür, Hilfe anzunehmen, wenn sie angeboten wird, und nicht zu denken, man müsse alles ganz allein schaffen. In den hinteren Reihen murmelt es „Meine Eltern würden mich unterstützen.“ Eine andere: „Zur Not bleibt Hartz 4.“ Neben den bösen inneren und äußeren Widerständen gibt es noch die fiese Figur Finanzen. Wer zahlt meine Miete, den Strom, das Essen, meine Altersvorsorge? Bitte informiert euch auch über Stipendien, Gründerinnendarlehen und andere Finanzierungsmöglichkeiten. Aber dies ist vielleicht ein Thema für eine weitere Veranstaltung.

Bericht: Ramona Ehret

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