Hamburg: Gute Beziehungen brauchen Fragen - Workshop "Mein E-Reader und ich" im Literaturhaus

Mein E-Reader und ich – hört sich nach einer engen Beziehung an. Die ist, wie im richtigen Leben, von Hochs und Tiefs geprägt: Funktioniert die Technik? Gibt es Farbe? Wie sieht es mit dem (Kopier-)Schutz aus? Ist ein anderer (vulgo: ein Tablet) attraktiver? Wie ist es mit Einkaufen, Ausleihen, Rückgabe und Verschenken?

Verborgene Kniffe und ungeahnte Möglichkeiten des elektronischen Lesens haben im Mai 2015 zwei Experten von eBook.de aus Hamburg den Teilnehmerinnen des entsprechenden Workshops vorgestellt: Leona Engelen, PR-Referentin, und Fabian Seyfried, Produktmanager für digitales Lesen, haben sich mit Sachkenntnis und Engagement in den Fragen- und Praxisring geworfen.

Glücklicherweise ist es für die meisten Leserinnen und Leser keine Glaubensfrage mehr: Papier oder Bildschirm. Jeder vierte Buchleser ist auch Digitalleser. Es ist eine Bereicherung, das eine oder das andere auswählen zu können.

Offenes System – Händler wählen, selbst entscheiden

Während der Kindle nur im geschlossenen System der Amazon-Plattformen bestückt werden kann, sind andere E-Reader offener: Mit den Geräten von Tolino, Kobo, PocketBook und Co. ist der Kauf elektronischer Literatur bei unterschiedlichen Händlern möglich – beispielsweise bei Thalia, Hugendubel, Weltbild oder eben eBook.de. Auch viele kleinere Buchhandlungen beteiligen sich an diesem System und bieten den Kauf von E-Books in ihren Läden an. Kauft der Leser ein neues, anderes Gerät des offenen Systems, sind weiterhin alle bisher gekauften Bücher verfügbar. Dazu muss nicht einmal konvertiert werden, denn jeder Leser erhält Zugang zur sicherheitszertifizierten Tolino-Cloud. Hier speichert er alle Titel dauerhaft und kostenlos – auch eigene ePUB-, TXT- und PDF-Dateien können hier abgelegt werden. Das bedeutet auch, dass diese Titel nicht nur auf einem, sondern auf bis zu fünf Geräten abgerufen werden können. Die technische Erfahrung bringt die Deutsche Telekom als Partner in die Allianz ein. „Mit der Tolino-Allianz haben wir auf dem E-Reader-Markt ein gut funktionierendes Ökosystem installiert“, erklärt Fabian Seyfried. „Natürlich gibt es eine Konkurrenzsituation unter den Händlern. Aber wir haben letztlich einen großen Vorteil von dieser Kooperation, die das offene System nutzt: Immerhin decken wir damit schon 42 Prozent des E-Reader-Markts ab.“

Eigene Texte und Dateien aufspielen

Tatsächlich ist für die meisten der acht Teilnehmerinnen der praktische Nutzen ihres E-Readers entscheidend: Im großen oder kleinen Gepäck macht sich der E-Reader oder das Tablet einfach besser. Und das nicht nur auf Reisen: „Viele Nutzer, vor allem Wissenschaftler, schätzen die Möglichkeit, sich PDFs aufzuspielen, die sie sonst per Notebook oder ausgedruckt lesen müssten“, sagt Anke Strunz, die sich bei der Hamburger Edition als Online-Redakteurin häufig mit diesen Fragen beschäftigt. „Mit diesem Format ist auch die Zitierfähigkeit aus einem Text heraus einfacher.“ ePUB ist – neben der Möglichkeit eines reinen Textformats mit TXT – allerdings immer noch das in der Tolino-Allianz am häufigsten genutzte Format.

Farbe fehlt

Gerade für Sach-, aber auch für Kinderbücher ist ein farbiger Bildschirm nahezu unerlässlich. „Grafiken, Schaubilder und Illustrationen sind letztlich nur auf Tablets darzustellen. Das wird ein E-Reader auch in naher Zukunft nicht leisten können“, räumt Leona Engelen ein. Für Ute Kühner vom Verlag Handwerk und Technik ist das an diesem Abend ein entscheidendes Argument: „Unsere Titel enthalten eine große Anzahl von Grafiken und Bildern. Die müssen auch auf mobilen Geräten gut les- und erkennbar sein.“ Darum liegt der Löwenanteil aller elektronischen Bücher auch in der Belletristik und bei den Krimis. Deutlich im Vorteil sind die kompakten E-Reader allerdings im Hinblick auf die Umweltverträglichkeit: Ihr papierähnliches Display verbraucht nur beim Blättern Strom.

Zurückgeben, leihen, schenken

Seit Kurzem gibt es sogar ein zweiwöchiges Rückgaberecht für digitale Medien. Technisch ist das so unproblematisch wie elektronische Bücher zu verschenken oder auszuleihen. Aber ob die Bücher nicht gelesen zurückgegeben werden? „Da vertrauen wir auf unsere Kunden. Kontrollieren können wir das natürlich nicht“, sagt Leona Engelen. Ganz einfach, aber ganz anders als gewohnt ist das Verschenken von E-Books: Der Beschenkte erhält zum Wunschtermin eine digitale Grußkarte mit einem Download-Link für das ausgewählte Buch. Und auch die Onleihe – also das Ausleihen von elektronischen Büchern – wird immer beliebter. Ulrike Drosihn von den Bücherhallen Hamburg nahm als Interessentin am Workshop teil. „Für mich ist es wichtig, dass ich Neueinsteigern und versierten E-Book-Lesern gleichermaßen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Denn das Angebot der Onleihe nutzen immer mehr Hamburger!“

Der Vorhang zu ...

In diesem Sinne ist das Feld also eröffnet für weitere Themen und Fragen rund ums elektronische Lesen, die die Teilnehmerinnen an einem sehr informativen Abend in offener und freundlicher Runde angeschnitten haben. Beispielsweise, dass zukünftig noch mehr Self-Publishing-Titel auf E-Readern verfügbar beziehungsweise einfacher zu veröffentlichen sein werden. Oder wie es sich eigentlich zukünftig mit der Buchpreisbindung und den Flatrates beim Kauf von elektronischen Titeln verhalten wird. Auch der sogenannte harte oder weiche Kopierschutz wird alle elektronischen Leser weiter begleiten: Digitale Bücher können von einem Account aus auf maximal fünf verschiedenen Endgeräten gelesen werden (hartes DRM – digital rights management). Oder sie erhalten – beim weichen DRM – lediglich ein digitales Wasserzeichen.

Es ist also mit dem E-Reader tatsächlich wie im richtigen Leben: Die gute Beziehung stellt sich nicht zuletzt durch aufgeschlossene und bedachtsame Fragen ein – bei allem Auf und Ab.

An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an die beiden Referenten Leona Engelen und Fabian Seyfried, die den Workshop für die Hamburger BücherFrauen veranstaltet haben. Wenn Ihr Interesse daran habt, einen solchen Workshop über E-Reader oder einen Aufbau-Workshop im Hinblick auf die angesprochenen offenen Fragen zu besuchen, meldet Euch gern bei uns! 

Text: Kathrin Jeske

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