Berlin: Sommerplaisir - ein Bericht in Bildern

Sommerplaisir der Berliner BücherFrauen am 3.7.2015
nach Pillgram in LOS

(Landkreis Oder-Spree oder auch „Land ohne Sonne“ von den Nicht-Brandenburgern genannt)

Frage: Wo aber liegt Pillgram?
Antwort: 90 Kilometer südöstlich von Berlin, ein kleiner Ort am Jacobsweg.

Abfahrt Richtung Frankfurt / Oder um 9:58 Uhr von Berlin-Alexanderplatz. 21 Frauen saßen unterschiedlich verteilt und verunsicherten den Zugbegleiter, der das Codewort „BücherFrauen“ nicht verstand. Zeit für einen ersten Austausch und Carola, um die Einladungen für die Jubiläumsfeier "25 Jahre BücherFrauen" zu verteilen.

Ankunft gegen 11 Uhr, empfangen wurden wir durch Else Weinberg, Tochter des Chronisten.

Kein Luftzug und Hitze (33 Grad) auf der menschenleeren Straße, vorbei an Neusiedlerhäusern in den alten Ortsteil.

Das Vorlaubenhaus oder auch Giebellaubenhaus bot Schutz in seinen kühlen, alten Gemäuern. Es ist das einzige Gebäude, das den Dreißigjährigen Krieg überstanden hatte. Doch gibt es unterschiedliche Angaben über das Alter des Hauses. Nach dem 2. Weltkrieg verschwand die Ortschronik. Heute ist das Haus Heimatmuseum und wird für Veranstaltungen genutzt.

Die Frauen des Vereins „Denk-Mal-Pillgram“ empfingen uns in der guten Stube mit Zwiebelkuchen und Kaffee und erzählten von ihren Kulturtagen mit Lesungen und Tauschbörsen.

Nach dem ersten Austausch wurden wir durch das Haus geführt, lernten eine schwarze Küche kennen, konnten alte Küchengeräte anfassen und deren Gebrauch erfragen, erfuhren mehr über dieses Gebäude, das Dorfkrug, Herberge, Postkutschenstation, Umspannstation und auch Jugendclub war.

Else Weinberg erzählte von dem Erbe ihres Vaters, das immer noch nicht vollständig gesichtet wäre, und erwähnte die weiteren Vorhaben des Vereins, der als nächstes Backhaus einrichten will.

Auch kulinarisch verwöhnt durch Elses Schwester und etwas deftig brandenburgisch aufgefordert: „Nun fresst, dass der Mastdarm schwillt und der Bandwurm um Hilfe brüllt.“ Nach der Kartoffelsuppe erzählte Valentina Geschichten aus der Umgebung und ließ sich zum Schluss auch noch zu einer Baba-Jaga-Erzählung verleiten.

Steffi Hoffmann, Vereins- und Fachfrau für Literatur, berichtete anschließend im Schatten der Weide aus ihrer Magisterarbeit über das Erinnern und Vergessen, das Verdrängen und Erzählen gerade aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg.

Neugierig auf mehr besuchten wir die nahe Dorfkirche mit einfachem Holztürmchen und entdeckten die eingravierte Jacobsmuschel am Fuße einer Säule innerhalb der Kirche.

Zurück im Vorgiebelhaus hinterließ Valentina unsere Spuren auf dem Pfahl, der das Wegenetz darstellen wird. Eine Idee von Steffi Hoffmann, wir waren nicht nur Zeuginnen der Errichtung, sondern durften uns als erste eintragen.

Die Hitze ließ nur wenige Schritte auf dem Jacobsweg zu, stattdessen wurden wir von der Malerin des Ortes durch ihr Atelier geführt und konnten die Eisenskulpturen ihres Mannes bestaunen. Außerdem beeindruckte er uns mit
seinen Backkünsten, die Kuchen waren köstlich!

Steine sind überall in Brandenburg zu finden, in Pillgram werden sie durch Zitate als Lesesteine verschönert.

Das war Pillgram! Während die einen noch im schattigen Garten saßen und letzte Erfahrungen austauschten, liefen die anderen zurück und drängten sich auf dem kleinen Schattenplatz auf dem Bahnhof zusammen.



Ein schöner Sommerausflug, ein liebes Dankeschön der Organisatorin Valentina Dann. Und nach der diesjährigen Hitze-Erfahrung könnten wir doch das nächste Mal einen Badeabstecher mit in das Plaisir 2016 aufnehmen. Doch ob dann das Wetter mitspielt?

Bericht und Fotos: Grit Ellen Sellin

Karin Küting, eine der Teilnehmerinnen am Sommerplaisir, inspirierte der
Ausflug zu diesem Reisegedicht:

SOMMERPLAISIR


Eine Landpartie ...
auf, auf zu neuen Ufern.
Eine Landpartie ...
schnatternd kommen wir in Pillgram an.
Oh, was ist es wunderschön,
hier zu stehn, sich umzusehn.
Schwatzend ziehen wir voran.
In die Kühle des Gemäuers,
aus der Hitze Glut.
Und wir reden
und wir hören,
schaun uns Lesesteine an.
Und wir weilen unter Bäumen
in der Mittagsglut.
Nur der Geist, er sprüht noch Funken,
während unser Körper ruht.
Doch wir wollen noch was sehen.
Eine Kirche und Gemälde,
auch ein Garten mit Skulpturen
zieht uns magisch an.
Alles hat ein mal ein Ende,
und wir reisen wieder heim.
Lassen diesen Tag ausklingen,
mit Geschichten und Gelächter,
in der Eisenbahn.
Jede geht nun ihrer Wege,
die Erinnerung lebt in uns.
An die Landpartie nach Pillgram –
Ach, was war die Reise schön.

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