Vorsicht, ansteckend – Netzwerken auf Rezept

Achtzehn Frauen. Berufserfahren und fest im Sattel sitzend die einen, auf der Suche oder noch experimentierend die anderen. Klingt spannend. Ist es auch.

Ein Rückblick auf die 7. Mentoringrunde der Hamburger BücherFrauen

Vorstellungsrunde bei der Auftaktveranstaltung im Kulturhaus Eppendorf. Eine PR-Frau steht auf. In wenigen Sätzen präsentiert sie ihr breit gefächertes Profil. „Das könnte sie sein“, denkt die junge Redakteurin, die in ihrer Bewerbung angibt, mithilfe eines Profis noch tiefer in die Öffentlichkeitsarbeit einsteigen zu wollen, um am Ende des Jahres den Arbeitgeber zu wechseln. Aufregend wird es, als Teilnehmerlisten verteilt werden. Jetzt ist der große Moment gekommen: Mentee und Mentorin dürfen sich kennenlernen. In Tandems ziehen sich die Frauen zurück, um sich zu beschnuppern und gemeinsam die Ziele für das kommende Jahr festzuhalten. Wo stehe ich? Wo möchte ich hin? Welche beruflichen Parallelen haben wir und in welchen Abständen wollen wir uns treffen?

Mentees: keine blutigen Anfängerinnen

So verschieden die Mentees und ihre Lebensläufe, so unterschiedlich sind ihre Wünsche und beruflichen Ziele. Die Journalistin möchte ein zweites Standbein als Literaturagentin aufbauen, die ehemalige Marketingexpertin hat den Mut, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen und will sich als freie Übersetzerin etablieren. Wieder andere haben den Schritt in die Selbstständigkeit bereits gewagt und möchten diese ausbauen. Schnell wird klar: Hier wird zwar Nachwuchsarbeit betrieben, doch die Mentees sind längst keine Anfänger mehr. Sie alle bringen Erfahrung mit. Dass sie diese in so unterschiedlichen Bereichen gesammelt haben, macht das Programm umso spannender, den Austausch und das Vernetzen untereinander noch interessanter.

Tandems immer in Kontakt

In regelmäßigen Treffen, aber auch am Telefon, per Skype, Mail und WhatsApp, nähern sich die Tandems in harter Arbeit ihren gemeinsam festgesteckten Zielen. Das ist eine Herausforderung – schließlich findet das Mentoring berufsbegleitend statt. Es macht aber auch viel Spaß, wenn die Mühen Früchte tragen, die Mentorin schließlich die ansprechende Bewerbung lobt, nach mehreren Korrekturschleifen eine äußerst gelungene literarische Übersetzung entstanden ist oder man sich über die steigende Nachfrage der angebotenen Dienstleistungen freuen kann.
Ergänzend zu der intensiven Zweierarbeit tauschen sich die Frauen – Mentorinnen und Mentees zunächst getrennt – in lockerer Atmosphäre bei Stammtischen aus. Und das ist wichtig, denn die gemeinsame Freude über die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch oder über einen neuen großen Auftraggeber motiviert zusätzlich und stärkt den Zusammenhalt der Gruppe. Besonders spannend wird es noch einmal beim Bergfest und der Abschlussveranstaltung des Mentoringjahres. Auf kreative Art und Weise dürfen sich die Tandems mithilfe eines Flipcharts verorten, Erfolge verzeichnen und auch über Sackgassen berichten. Höhepunkt dieser Treffen und besonderes Schmankerl sind die Miniworkshops mit einer Referentin. An der Seite ihrer Mentorin erhalten die Mentees Einblicke in das Instrument Stimme und die Techniken der Körpersprache.

Nach einem Jahr heißt es Bilanz ziehen

Für die einen geht die Reise zu Ende, andere wollen sich weiterhin treffen. „Denn“, so verkündet eine Mentorin der Runde, „nun will ich natürlich wissen, wie es weitergeht.“ Ein anderes Paar tritt nach vorne. Die Mentee lässt ihr Jahr Revue passieren. „Unglaublich“, staunt ihre Mentorin, bevor sie erzählen kann, welche wertvollen Erfahrungen sie selbst sammeln konnte, „und an all dem war ich beteiligt?“ Ein weiteres Tandem möchte berichten. Die Mentorin, die sich auch der nächsten Runde wieder zur Verfügung stellen möchte, lobt den Ehrgeiz und die großen Fortschritte ihrer Mentee nach der arbeitsamen Zeit. Besonders freut sie sich über die Einladung ihrer Mentee zu einem gemeinsam besuchten Seminar, von dem beide sehr profitiert haben.

Netzwerken auf Rezept

Die unterhaltsamste Anekdote liefert eine junge Frau, die erzählt, sie sei auf Empfehlung ihres Hausarztes zu den BücherFrauen gekommen. Der eher ungewöhnliche Rat zeigt sich als Erfolgsrezept: Aus der unzufriedenen Volontärin ist eine strahlende Verlagsangestellte mit Traumjob geworden. Ihr Glück möchte sie teilen und – zusammen mit vier weiteren Mentees – die folgende Runde als engagiertes Mitglied des Orgateams betreuen. Dass eine weitere Mentee den Posten der zweiten Hamburger Regionalsprecherin übernimmt, kommt nicht von ungefähr: Engagement für einen guten Zweck ist eben ansteckend.

Text: Lea Jasmin Gutscher
Foto: Nadine Wedel

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