Hamburg: Kreuz und quer durch die E-Book-Welt

Nadja Mortensen

Bericht von der Veranstaltung im betahaus zum digitalen Wandel in der Verlagsbranche

Wenn Nadja Mortensen von der Entwicklung des E-Books auf dem deutschen Buchmarkt erzählt, mischt sie aktuelle statistische Daten mit Erfahrungen aus ihrem Berufsalltag und Anekdoten aus ihrer persönlichen Lesepraxis. Als Sales und Marketing Managerin E-Book für die Verlagsgruppe Edel hat sie tagtäglich mit der digitalen Seite der Verlagsbranche zu tun. Zusammen mit den BücherFrauen Hamburg und der Hamburg Kreativ Gesellschaft hat sie am 17. November im Rahmen eines „Kreuz und Quer“-Abends einen Einblick in dieses dynamische Feld geboten.

Wie sieht der E-Book-Markt derzeit aus, welche Herausforderungen gibt es?

Das Publikum im betahaus Hamburg ist gemischt – von digitalen Neulingen bis zu E-Book-ExpertInnen ist alles dabei. So liefert Nadja zuerst einen Überblick über die verschiedenen E-Book-Reader, Formate, Shops und technischen Voraussetzungen. Inzwischen gehört es in deutschen Verlagen zum Standard, dass ein Buch parallel sowohl in Print- als auch in E-Book-Form erscheint. In den letzten Jahren wurden auch immer mehr E-Book-only-Verlage gegründet, die ihre Titel nur digital veröffentlichen. Der Marktanteil von E-Books beträgt in Deutschland aktuell aber immer noch nur 5,3 Prozent. Nadja begründet das langsame Wachstum auch damit, dass es in Deutschland im Vergleich zu den USA eine gute Abdeckung mit Buchhandlungen gibt, in denen Kunden vor allem Printbücher erwerben. Als Herausforderungen für den E-Book-Markt sieht sie unter anderem die wenigen Verkaufsstellen, die Auffindbarkeit von Titeln („Discoverability“), die regelmäßige und zeitnahe Pflege von Metadaten wie beispielsweise Titelinformationen und Genre sowie die zunehmende Bedeutung des Selfpublishings und der direkten Ansprache von Endkunden.

Gedruckt oder auf dem Bildschirm – viele mögen beides

An den Vortrag schließt sich eine rege Diskussion mit dem Publikum an. Kann man mit Digital überhaupt so viel Geld verdienen wie mit Print? Wie gestaltet sich bei E-Books die Zusammenarbeit mit GestalterInnen? Was für Auswirkungen hat die Preisbindung in Deutschland auf den E-Book-Markt? Bei der Frage, was ein E-Book für Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Printbuch hat, fliegen die Argumente nur so durch die Reihen: Es spart Platz im Buchregal und reduziert das Gewicht in der Tasche für unterwegs, das nächste Leseerlebnis ist zu jeder Zeit und an jedem Ort nur einen Klick entfernt, Schriftgröße und Helligkeit sind nach persönlicher Vorliebe einstellbar, ausgewählte Textpassagen kann man schnell mit Freunden teilen oder für die spätere Verwendung speichern – und auf manchen Smartphones kann man sich E-Books auch vorlesen lassen. Viele der Gäste geben sich aber auch als Hybrid-LeserInnen zu erkennen, die sowohl Print als auch Digital lesen.

Autoren und Verlage gestalten gemeinsam den digitalen Wandel

Spannend wird es auch bei der Frage nach dem Verhältnis von AutorInnen und Verlagen. Von AutorInnen wird zunehmend erwartet, sich stärker an Marketingaktivitäten im Netz zu beteiligen - zum Beispiel in den Sozialen Medien für den eigenen Titel werben, LeserInnen mit verschiedenen Aktionen an das Buch binden und am besten schon eine eigene Online-Fanbase mitbringen. Mehr Eigeninitiative ist gefragt. Gleichzeitig müssen sich Verlage in Konkurrenz zu Selfpublishing-Angeboten als attraktive, starke Partner präsentieren und ihren AutorInnen einen echten Mehrwert bieten können. E-Books erlauben es Verlagen aber auch, mit Titeln zu experimentieren und neuen AutorInnen, Formaten oder Themen eine Chance zu geben, die im Printgeschäft mit seinen festen Auflagen und tradierten Strukturen nicht unterkommen könnten.

Am Ende des Abends haben die Gäste einen Einblick in die vielfältige digitale Verlagswelt gewonnen, das Interesse scheint ungebrochen. Gut für Nadja Mortensen und den deutschen E-Book-Markt, aber auch für die BücherFrauen Hamburg, die für das Jahr 2016 weitere Veranstaltungen im Bereich Digitales planen – auch zusammen mit der Kreativ Gesellschaft Hamburg, die nach diesem gelungenen Einstieg von nun an öfter als Kooperationspartner auftreten wird. Wir freuen uns darauf!

Text: Martha Wilhelm
Foto: Anke Strunz

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