Hamburg: LiteraturBrunch 2016

© Karina Schmidt

Anders sein können.
Romane vom Zusammenleben beim LiteraturBrunch der Hamburger BücherFrauen 2016.

Ein Gespräch unter BücherFrauen über Literatur ist anders. Selten bekommen wir auf Veranstaltungen einen so lebendigen Eindruck von der Arbeit von Autorinnen wie bei einem BücherFrauen-LiteraturBrunch mit Lesung und Gespräch.
Zur Veranstaltungsankündigung

Der Raum der Tangoschule „La Yumba“ auf St. Pauli, das opulente Büfett von Henning Schaub-Kreißelmeier aus Kiel und rund einhundert aufmerksame Zuhörer_innen schaffen eine Atmosphäre, die auch am 21. Februar 2016 die Begegnung mit Autorinnen und ihren Büchern wieder besonders machte.

Ein Wermutstropfen am Sonntagvormittag war die kurzfristige Absage von Lena Gorelik. Doch die Moderatorin Constanze Schell las die von Frau Gorelik ausgewählten Stellen aus „Null bis unendlich“, sodass das Publikum auch von diesem großartigen Roman wenigstens einen Eindruck bekam.
http://www.lenagorelik.de/book/null-bis-unendlich

Katharina Geiser hätte „Vierfleck oder das Glück“ nicht geschrieben, wäre sie nicht zufällig ihrer ehemaligen Deutschlehrerin auf dem Wochenmarkt begegnet. Diese hatte als Tochter von Mila Rauch und Heinrich Zimmer – zwei der Protagonist_innen im Roman – einen Schatz von weit über tausend Briefen der Eltern, und suchte jemanden, der diese Briefe und weitere „Zettel“ sichtete. Katharina Geiser wiederum suchte gerade Arbeit und nahm sich des Nachlasses an. Ein langer Weg des mühsamen Entzifferns, Puzzelns und historischen Einordnens, der zwar leider nie zu der ursprünglich geplanten Edition, aber dafür zu ihrem wunderbar dicht erzählten Roman führte über die ungewöhnlichen Beziehungen zwischen vier Menschen und ihren Familien, die sich in ihrem Anderssein tolerieren und unterstützen.
Es gebe „fast in jeder Familie Beziehungen, die außerhalb der Norm sind und im Verborgenen bleiben“, meinte Katharina Geiser, und dass es oft „gar nicht den Beschluss, sondern schlicht die Notwendigkeit“ gebe, das Anderssein zusammen zu leben. Nach der langen Zeit des einsamen Schreibens schätzt Katharina Geiser besonders die „sehr schönen Begegnungen“ mit Leserinnen und Lesern als „hochinteressant und kostbar“. Außerdem genieße sie es, im Moment, „fertige Wörter aus Werbeprospekten zum Beispiel“ auszuschneiden und aufzukleben. Mal sehen, was daraus entstehen wird.
http://katharinageiser.ch

So wie Katharina Geiser ihren Lektor bei Jung und Jung lobte, zeigte sich auch Karin Kalisa sehr glücklich über die Zusammenarbeit mit ihrer Lektorin beim Verlag C.H.Beck. Die Geschichte, die Karin Kalisa in „Sungs Laden“ erzählt, habe sich lange in ihrem Hinterkopf entwickelt, nachdem sie bereits 1999 von den vietnamesischen Vertragsarbeitern in der DDR erfahren hatte. Wie sie es als Wissenschaftlerin gewohnt sei, habe sie intensiv recherchiert und dann viel Spaß beim Schreiben gehabt.

Karin Kalisa sprach von „schockhafter Erfahrung“ als Neuling im Buchbetrieb, aber auch von wunderbaren Begegnungen und immer wieder vom Glück – beispielsweise dem Glück, dass eine Freundin den Buchtrailer an den Schauplätzen von „Sungs Laden“ gedreht und eine andere dazu spontan die Musik „Berlin-Vietnam“ komponiert hat.

Für Karin Kalisa ist „das Lokale das Globale“ und so kämpfte sie erfolgreich für den Fernsehturm auf dem Cover ihres Buches, den einige Verlagsvertreter zuerst für zu Berlin-bezogen hielten. Inzwischen verkauft sich „Sungs Laden“ bereits in der 5. Auflage.

Das waren wieder spannende Einblicke ins Schreiben und Veröffentlichen von Literatur. Herzlichen Dank an dieser Stelle der Moderatorin und BücherFrau Constanze Schell für ihre klugen Fragen. Und natürlich auch allen anderen Beteiligten für die Auswahl der Autorinnen. Alle drei „Romane vom Zusammenleben“ seien hiermit noch einmal wärmstens empfohlen.

Maren Giering-Desler

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