Hamburg: Die jungen Wilden - Zu Besuch bei den Buchverlagen der Edel AG

Auch wenn in der Buchbranche gern Gräben gezogen werden, müssen Digital und Print keine unversöhnlichen Feinde sein – sie können auch ganz friedlich unter einem Dach vereint sein. So zum Beispiel in Övelgönne bei der Edel AG, der wir am 7. Juli einen Besuch abgestattet haben. Organisiert wurde unser Ausflug von Regionalsprecherin Nadja Mortensen, die als Managerin Sales & Marketing eBook bei Edel arbeitet. Zwölf Frauen, sowohl BücherFrauen als auch Interessentinnen, konnten einen großartigen Blick auf die Elbe genießen und gleichzeitig viel über die Verlage edel & electric, Edel Elements und Edel Books lernen.

Die Edel AG wurde bereits 1985 gegründet, der Bereich Buch kam jedoch erst viel später ins Unternehmen. 2007 übernahm die damalige edel music AG die Buchsparte von Moewig, was der Ausgangspunkt für das heutige Edel Books war. Die Digitalmarke Edel eBooks wurde 2012 gegründet und im Mai 2016 zu Edel Elements umbenannt. edel & electric ergänzt seit 2015 das digitale Buchangebot mit einem eher literarischen Programm.

 

Digitale Literatur – Vorteile und Herausforderungen

Karla Paul ist die Verlagsleiterin von Edel Elements und edel & electric. Die Digitalexpertin eröffnete unseren Besuch mit einem Überblick über die Vorteile und Herausforderungen der digitalen Literatur – eine detaillierte und realistische Darstellung des Markts und der Lesegewohnheiten, die deutlich machte, wie konservativ die heutigen Leserinnen und Leser trotz unseres digitalen Alltags noch sind. Ein E-Book gilt vielen immer noch als bloße Datei, für die sie nur wenig Geld ausgeben wollen; Journalisten besprechen ungern digitale Titel und müssen das E-Book zum Rezensieren manchmal ausgedruckt zugeschickt bekommen. Digitale Verlage müssen mit ihren Titeln mit einem Meer aus online verfügbaren Büchern konkurrieren, darunter immer mehr Selfpublishing-Werke. Welche technischen und preislichen Anforderungen die großen E-Book-Shops wie Apple und Amazon an die Verlage stellen, bleibt hinter den Kulissen unsichtbar. Es gibt viele Wünsche und Ideen für digitale Literatur, aber nur wenig Geld, um Innovationen auszuprobieren.

Keine bloße Datei

Dass Edel trotzdem gleich zwei Digitallabels ins Leben gerufen hat, zeigt aber, dass auch hier viel möglich ist. Edel Elements veröffentlicht sehr erfolgreich Backlist-Titel im Unterhaltungsbereich, macht also längst vergriffene, als Printbuch populäre Werke in digitaler Form wieder verfügbar. So hat der Verlag der Regency-Romance-Autorin Sophia Farago zu neuem Erfolg verholfen – über 100.000 verkaufte E-Books beweisen, dass auch bei digitaler Literatur Bestseller möglich sind. Edel Elements veröffentlicht rund 100 Titel im Jahr, darunter auch Erstausgaben. Ab Herbst 2016 sollen besonders erfolgreiche E-Books auch gedruckt in den Handel kommen, um neue Leserinnen und Leser zu finden.

Bei edel & electric erscheinen nur neue Titel, auch von Nachwuchsautoren. Jedes Buch soll das gewisse Etwas haben, zum Nachdenken und Austausch anregen. Es ist Karla Paul wichtig, den Leserinnen und Lesern sichtbar zu machen, dass sich auch hinter „einer bloßen Datei“ Menschen verbergen, die viel Arbeit und Herzblut in die Entwicklung eines E-Books stecken. Mit Dumpingpreisen, wie sie so oft in E-Book-Shops zu beobachten sind, lassen sich diese Menschen nicht entlohnen. Auch um Autorinnen und Autoren muss heutzutage immer mehr geworben werden – angesichts der vielfältigen Selfpublishing-Möglichkeiten muss besonders ein Digitalverlag einen Mehrwert bieten, um als Veröffentlichungsinstanz attraktiv zu bleiben. edel & electric legt daher viel Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit seinen Autorinnen und Autoren. Cover werden gemeinsam entwickelt, auch auf Preisvorstellungen wird nach Möglichkeit eingegangen. Um die Titel auch ohne Präsenz im Buchhandel sichtbar zu machen, wurde die Veranstaltungsreihe Electric Nights ins Leben gerufen, bei der das digitale Lesen auf vielfältige Weise und in immer neuen Locations inszeniert wird.

Auch im Printbereich ein "Outlaw"

Immer etwas Neues und Besonderes bieten will auch Edel Books. Lektorin Gianna Slomka ließ einige Titel des vielseitigen Programms unter den Besucherinnen herumgehen – Kochbücher, Biografien, Fußballbücher und noch viel mehr. Die hochwertige Gestaltung erinnert wieder daran, wie schön es sein kann, ein physisches Buch in den Händen zu halten. Bei Edel sind die Lektorinnen und Lektoren nicht nur mit Textarbeit beschäftigt, sondern eher als Product Manager tätig – sie kaufen Rechte ein und sind in der Herstellung und im Marketing involviert. Wie auch bei den digitalen Edel-Verlagen wird bei Edel Books viel Wert auf Flexibilität gelegt, man will schnell auf aktuelle Trends reagieren können. Dank eigener Druckerei und kurzen Wegen (auch mal zur Hörbuchproduktion) werden Titel in Rekordzeit auf den Markt gebracht – ein großer Vorteil gegenüber traditionellen Verlagshäusern. So hat die unkonventionelle Arbeits- und Produktionsweise den Edel-Verlagen schon eine Art „Outlaw“-Ruf eingebracht – ein großes Kompliment in der oft eher stagnierenden Branche.

http://www.edel.com/buch/edel-books/

http://edelundelectric.de

http://edelelements.de

Text und Fotos: Martha Wilhelm

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