„Manchmal träume ich noch von all den Büchern“

Die Geschichte der Frauenbuchläden und der Frauen- und Lesbenverlage: Zu diesem Thema waren wir zu Gast im Generationentreff des FraZe und hatten Besuch aus Berlin, von Doris Hermanns. Viele Jahre hat Doris in den Niederlanden ein Antiquariat betrieben. Und so zog sie gleich zu Beginn einen Stapel Bücher und Broschüren aus der Tasche, die die meisten Anwesenden zurückkatapultierten in die 70er-Jahre. „Häutungen“ von Verena Stefan beispielsweise war nicht nur inhaltlich ein für die Frauenbewegung ganz wichtiges Buch, es sei für viele Frauenbuchläden ein echter Brot-und-Butter-Titel gewesen, der einen erheblichen Teil des Umsatzes brachte, so Doris. Das Buch erschien in der Frauenoffensive, dem ersten Frauenbuchverlag im deutschsprachigen Raum und ist bis heute lieferbar (jetzt bei Fischer).

In den 70er-Jahren entstanden weitere Verlage, in vielen Städten wurden Buchläden eröffnet. Anke Schäfer gründete einen Frauenbuchvertrieb und später die bis heute existierende „Virginia“. Irgendwann erkannten auch die Konzernverlage das Potenzial und brachten Frauenbuch-Reihen heraus.

Bis 1996 gab es in Bielefeld einen Frauenbuchladen. Eine der Anwesenden erinnerte sich an einen vergeblichen Besuch. Der Laden war geschlossen, an der Tür fand sich ein Schild: „Wir sind in Bonn auf der Demo.“ Kundenorientierung oder Geld mit dem Laden verdienen waren nicht unbedingt die wichtigsten Faktoren, er war eher ein frauenpolitisches Projekt. Als dann Catrin Weber und Christine Finger den Laden übernahmen, gehörte neben dem Inventar auch ein ziemlicher Schuldenberg dazu. Trotz großen Engagements gelang es nicht, diesen abzutragen, und so war die Schließung irgendwann unumgänglich. Manchmal, so Catrin, träume sie heute noch von all den Büchern, die sie doch eigentlich verkaufen müsste.

Aktuell gibt es noch vier Frauenbuchläden in Deutschland. Es gibt immer noch Verlage, die Frauenbücher herausbringen und auch lesbische Literatur. Allerdings sei die Qualität z.T. zweifelhaft und vor allem fehle es im Buchhandel absolut an Kompetenz auf diesem Gebiet. Hier sind wirklich Strukturen verloren gegangen, für die es bislang keinen adäquaten Ersatz gibt.

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