BF im BuchMarkt 2

»BuchMarkt und die Zukunft im Literaturhaus Berlin«. Weiter zum Artikel ...

Das Branchenmagazin BuchMarkt wurde 2006 40 Jahre alt – ein guter Grund für einen kurzen Blick hinter die Kulissen. Stellvertretend für die Bücherfrauen haben Yvonne de Andrés, Gründerin von YDEA-consulting, und Britta Jürgs, Verlegerin des Aviva Verlags, die BuchMarkt Redakteurin Cornelia Camen in das Kaminzimmer des Literaturhaus Berlin eingeladen. Willkommen waren alle, die »mit uns Lust haben, hinter den BuchMarkt zu schauen«, leitete de Andrés den Abend ein.
Zunächst sollte es um die Person Cornelia Camen, dann den Alltag in der Redaktion gehen. Schließlich sollte gefragt werden, was ein »Ideenmagazin« wie BuchMarkt leistet in einer Branche, die sich im Umbruch befindet. Mit einem feinen Applaus wurde das Podium begrüßt.

Immer noch im ersten Job
»Es ist mein erster Job« antwortete Camen auf Andrés Frage, wie sie zu ihrer Stelle als Redakteurin gekommen sei. Ursprünglich wollte sie promovieren. Aber als die Hochschule die dafür vorgesehene Assistentenstelle strich, konnte sie ihre ursprüngliche Leidenschaft – das Buch – neu entdecken. Kurz darauf absolvierte sie bei BuchMarkt ein Praktikum, anschließend ein Volontariat und seit nun 22 Jahren arbeitet Camen dort. Heute sei es jedoch nicht mehr so einfach, eine Redakteursstelle zu erhalten, betonte sie. Voraussetzung sei eine buchhändlerische Ausbildung neben der Freude am Schreiben. Weiterhin beschrieb Camen es als bedauerlich, dass heute weniger Zeit sei als früher, um Kenntnisse und Fähigkeiten auszubilden.
Darüber hinaus wusste die Redakteurin von den Anfängen der Bücherfrauen zu erzählen. Kurz nach dem ersten Treffen 1991 in Berlin, gründete sie in NRW mit Kolleginnen eine eigene Städtegruppe Köln/Düsseldorf. In den ersten Jahren fanden die Treffen immer im Wechsel statt, wobei in Düsseldorf die damaligen Räume des BuchMarkt aufgesucht wurden

Die Redaktion des BuchMarkt
Anschließend fragte Britta Jürgs wie ein normaler Tag der BuchMarkt-Redaktion aussehe. Camen schob vorweg, dass die Redaktion aus dem Chefredakteur Christian von Zittwitz und sechs weiteren Redakteuren bestehe und immer wieder von Volontären und Praktikanten ergänzt werde. Natürlich gebe es zudem die Abteilungen Vertrieb, Anzeigen oder Herstellung. Die anfallenden Aufgaben seien stark davon abhängig, in welcher Phase des Monats sich die Redaktion befinde – also kurz vor Redaktionsschluss oder nachdem ein Heft fertiggestellt wurde. Immer aber müsse man viel telefonieren. Die Post sei weniger geworden, dafür erreichten umso mehr E-Mails die Redaktion. Zudem kämen viele Manuskripte von Außen. »Da fungieren wir als Lektoren«, sagte Camen, »wir schreiben gar nicht mehr so viel selbst.« Für die Themenfindung gebe es wöchentliche Redaktionskonferenzen und auch der beständige Kontakt nach Außen sei sehr wichtig. Messen, Arbeitskreise und Lesungen müssen regelmäßig besucht werden. »Wir sind halt Redakteure zum Anfassen« und »uns kennt man«, brachte Camen die Arbeitsphilosophie der Redaktion auf den Punkt.

Ideen für die Zukunft
Wie verhalte man sich als Branchenmagazin, wenn sich durch Konzentrationsprozesse die Anzahl der Buchhandlungen und Verlage verringere, leitete Andrés zum dritten Block des Abends über. Camen korrigierte; der Markt würde sich nicht vermindern, sondern ändern. Obwohl es schwieriger geworden sei, sah Camen BuchMarkt gut aufgestellt mit einer Themenmischung für große, mittlere und kleine Buchhandlungen. Auch an die Verlage denke man, ohne dass darum gleich PR-Geschichten geschrieben würden. Anschließend merkte de Andrés an, dass BuchMarkt immer breiter aufgestellt würde. Camen erwähnte »flankierende Marketingmaßnahmen« wie den BuchMarkt Award, der auf der Leipziger Messe, und die Buchhandlung des Jahres, die in Frankfurt gekürt wird. Zwar würde man finanziell bei diesen Preisen meist drauf zahlen, aber es gebe eben auch einen nicht zu unterschätzenden Marketingeffekt – und nicht zuletzt seien es tatsächlich Preise für erbrachte herausragende Leistungen. Die unausgesprochene Frage, was denn nun wichtiger sei, das Marketing oder die Auszeichnung einer herausragenden Leistung, wurde nicht aufgelöst.

Um 21 Uhr wurde das Podium für die Fragen des kleinen, sehr aufmerksamen Fachpublikums geöffnet. Zunächst wurde die Frage aufgeworfen, wie Camen die Zukunft ihres Branchenmagazins bewerte, vor allem im Hinblick auf das Internet. Camen war der Ansicht, dass sich sowohl das Buch als auch die Zeitschriften gegenüber dem Internet behaupten würden. Das Internet wäre zwar sehr gut bei »schnellen Informationen«, aber für ihr Magazin sah sie die Stärken vielmehr in der Archivfunktion, den tiefer recherchierten Geschichten und der Möglichkeit, den Abonnenten im Internet weiterführende Informationen anzubieten. Auf die Frage, wie sie den Trend beim Hörbuch einschätze, sagte Camen, dass sie noch viel Potential im Hörbuch sehe – in der momentanen Stagnation sich allerdings die Spreu vom Weizen trennen würde.
Insgesamt wurden an diesem Abend im Kaminzimmer des Literaturhaus Berlin interessante Einblicke in die Arbeit der BuchMarkt-Redaktion gewährt. An einigen Stellen hätten die Fragen gerne ein wenig »fieser« sein dürfen. Andererseits gab Camen offen Auskunft und auch Einschätzungen über die Möglichkeiten in der Zukunft für Das Ideenmagazin des Buchhandels.
Diesem selbst gestellten Auftrag wolle man mit kleinen wie großen Innovationen auch in der Zukunft nachkommen. Immerhin sei man 1998 die erste der Buchzeitschriften mit einem Internetauftritt gewesen und immer auf der Suche nach weiteren Innovationen

Bastian Buchtaleck hat für Sie die Veranstaltung besucht.
BuchMarkt online, 16.04.2009.

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