Das Phänomen Britta Jürgs

Britta Jürgs und Karina Schmidt

Ehrung der BücherFrau des Jahres 2011 auf der Frankfurter Buchmesse

Am Buchmessendonnerstag wurde die Verlegerin Britta Jürgs als »BücherFrau des Jahres 2011« geehrt. Esther Dischereit hielt die Laudatio und gedachte zu Beginn der vor fünf Jahren ermordeten russischen Journalistin Anna Politkowskaja. Mit Britta Jürgs wurde eine BücherFrau geehrt, die sich seit Jahren im Netzwerk engagiert und in ihrem Verlag immer wieder vergessene literarische Schätze hebt, die sie mit "Herzblut" verlegt. "Mit viel Einsatz und Enthusiasmus, Frauen die Präsenz zu verschaffen, die deren Werk und Wirken zusteht", wie es auch in der Begründung der Jury heißt. Frauen wie Silvia Tennenbaum, Alice Berend oder Lili Grün, Victoria Wolff und nicht zuletzt die Journalistin Nelly Bly, die 1887 undercover zehn Tage im Irrenhaus verbrachte, um dort den Umgang mit den Patienten zu recherchieren. Solche und andere Frauen-Geschichten würden ohne Britta Jürgs in der Versenkung verschwinden und nie Beachtung finden.

 Esther Dischereit

Neben ihrer Verlagstätigkeit ist sie Redakteurin der unabhängigen Literaturzeitschrift Virginia, die, wie Britta Jürgs verriet, ab kommendem Frühjahr auch bei ihr im AvivA-Verlag erscheinen wird.

"Für diese Leistung müsste es von Seiten der Bundesregierung - ich vermute, es handelt sich um das Ressort des Kulturstaatssekretärs mehr als gelegentliche Erwähnung geben, sondern Förderung - gerne auch aus dem Bereich Wirtschaft - es handelt sich hier um Herausragendes innerhalb der Kreativwirtschaft und dieser Akzent der Tätigkeit des Jürgschen AvivA-Verlags, der unabhängigen Literaturzeitschrift Virginia, deren Redakteurin Britta Jürgs ist, schafft einen jenseits der Dogmen existierenden Zugang zu der Frage, ob geistiger Reichtum, Bildung im wahrsten Sinne des Wortes, Teilhabe ebenso wie soziales Einkommen Indikatoren für das darstellen, was wir gemeinhin Lebensstandard nennen (...). Solche Indikatoren als Andere zu setzen, damit hat das Branchennetzwerk BücherFrauen zu tun, damit haben die ambitionierten unabhängigen Literaturzeitschriften zu tun und damit das Programm und Engagement von Britta Jürgs.", wie Esther Dischereit Britta Jürgs Leistungen würdigte.
Diese Energie und Kreativität liegen sicher in jenem undogmatischen Feminismus begründet, den Britta Jürgs selber für sich postuliert. Einfach machen, den Interessen nachgehen, ein Gespür für Themen entwickeln und das schon zitierte "Herzblut" zeichnen Britta Jürgs aus. In der Jurybegründung heißt es: "Nicht zuletzt zeigt Britta Jürgs, wie sich Kinder und Karriere, berufliche und ehrenamtliche Tätigkeiten erfolgreich verbinden lassen." Dies ist leicht geschrieben, bedeutet aber in der Umsetzung einige Anstrengungen, die Britta Jürgs nie gescheut hat. Über die Anfänge vor 14 Jahren, als sie hochschwanger die erste Vertretertagung meisterte, bis heute, wo ihre Tochter sie bei der Covergestaltung berät und ihre Mutter ihr beim Aufbau des Messestandes in Frankfurt hilft.

Britta Jürgs

Britta Jürgs war vier Jahre 1. Vorsitzende der BücherFrauen, in einer Zeit als die BücherFrauen an ihrem eigenen Selbstverständnis rüttelten und die folgende Neuorientierung einer Zerreißprobe gleich kam. Eine Zerreißprobe, die bei weniger bedachten Menschen als Britta Jürgs zur Explosion geführt hätte. Durch ihre besonnene Art und die Fähigkeit Entwicklungen auch auszuhalten, hat sie viel zur Stabilisierung beigetragen. Aber auch nach ihrer Zeit als 1. Vorsitzende ist sie dem Netzwerk treu geblieben und hat die Veranstaltungsreihe "Verlegerinnen im Gespräch" auf der Buchmesse entwickelt und koordinierte die Mentoring-Programme, um nur ein paar Aktivitäten zu nennen. Aber dies alles reicht nur ansatzweise aus, um das "Phänomen Britta Jürgs", wie Esther Dischereit es treffend formulierte, zu erklären.

Text: Alexandra Klusmann
Fotos: Eva Hehemann

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