Nachgefragt: Pressefrau Anja Baier im Gespräch

Neue Pressefrau Anja Baier

Anfang Februar hast du von Anja Lösch das Amt der Pressesprecherin übernommen. Was hat dich dazu bewegt?

Ich wusste schon seit September 2012 davon, dass sie eine Nachfolgerin sucht, weil sie es mir beim Bücherlauf in Frankfurt erzählt hatte. Als sich bei der Jahreshauptversammlung abzeichnete, dass noch keine konkrete Interessentin für die Nachfolge im Gespräch war, habe ich mit einigen BücherFrauen gesprochen, die mich kennen und sie gefragt, was sie davon halten würden, wenn ich kandidiere. Ich wollte einfach eine Rückmeldung, ob man mir das zutraut – immerhin bin ich nicht originär im Verlagswesen verwurzelt. Aber alle, mit denen ich gesprochen habe, haben mich ermutigt – also bin ich ins kalte Wasser gesprungen. Angeblich wächst der Mensch ja mit seinen Aufgaben! ;-)

Seit wann bist du BücherFrau, und wie bist du auf unser Netzwerk aufmerksam geworden?

Ich bin seit knapp drei Jahren dabei. Aufmerksamwurde ich durchs Internet – irgendwo bin ich zufällig auf einen Link zur BücherFrauen-Website gestoßen, habe mir angeschaut, was da gemacht wird und fand es so gut und wichtig, dass ich direkt eingetreten bin. Erst danach bin ich zu ersten Veranstaltungen gegangen und habe allmählich Kontakte geknüpft – und wie zu erwarten war, sind alle BücherFrauen, mit denen ich bisher zu tun hatte, nette, kompetente und konstruktive Menschen – echt klasse!

Du arbeitest seit über fünfundzwanzig Jahren in der Öffentlichkeitsarbeit und Marketingkommunikation für Unternehmen, Verlage und Agenturen. Was macht dir an deiner Arbeit besonders viel Spaß?

Obwohl so ein „Neigungsberuf“ ja auch einige Nachteile mit sich bringt (= keine echte Trennung zwischen Beruf und Privatleben, die Tendenz zur Selbstausbeutung etc.) kann ich mich immer noch total begeistern für die enorme Abwechslung, die diese Arbeit mit sich bringt. Man muss geistig flexibel sein, sich auf immer neue Themen, Menschen oder Abläufe einlassen, man lernt ständig dazu, und es wird nie langweilig! Mag sein, dass sich manche Leute von dieser Art Arbeit eher gestresst fühlen – ich finde es großartig!

Welche Ziele hast du dir für die Pressearbeit gesteckt?

Ich werde auf jeden Fall da anknüpfen, wo meine Vorgängerinnen schon einen Schwerpunkt gesetzt haben und versuchen, die Kontakte innerhalb der Branche zu stabilisieren und zu intensivieren. Gemeinsam mit anderen Institutionen, Vereinen und Verbänden sind wir stärker und können auch mehr erreichen.
Außerdem wäre mir wichtig, dass die BücherFrauen öffentlich (noch) besser wahrgenommen werden. Inwieweit ich das auf ehrenamtlicher Basis schaffen werde, muss die Zeit zeigen – die Voraussetzungen sind jedenfalls da, denn die BücherFrauen leisten eine Menge gute inhaltliche Arbeit, über die man berichten kann.

Was gefällt dir an den BücherFrauen besonders gut? Welche Wünsche hast du persönlich an die BücherFrauen?

Wie gesagt: Ich finde die Frauen, die ich hier getroffen habe, alle sehr sympathisch und kompetent – da macht die Zusammenarbeit wirklich Spaß. Ich wünsche mir, dass es gelingt, das Thema „Mehrwert“ noch stärker in den Focus zu rücken. Da ist unser Jahresthema „Geistiges Eigentum“ durchaus ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Ich glaube nicht, dass die Diskussionen um Preise, Leistung und faire Bezahlung ausgestanden sind – im Gegenteil, da kommen noch harte Zeiten auf uns zu. Solche Zeiten übersteht man besser, wenn man sich zusammenschließt und gemeinsam konstruktive Lösungen sucht. Das erhoffe ich mir von den BücherFrauen.

Verrätst du uns noch dein Lieblingsbuch und was dir besonders gut daran gefällt?

Auweia – ich soll jetzt hier ganz ernsthaft nur ein einziges Buch nennen? Ich glaube, das schaffe ich nicht. Erstens gibt es so unglaublich viele gute Bücher und zweitens wechselt das immer wieder – je nachdem, was ich gerade zuletzt gelesen habe. Ein bisschen leichter wäre es, wenn ich Autoren oder Genres nennen darf… ?!

Ich lese beispielsweise sehr gerne Science Fiction und Fantasy – ich weiß, in beiden Genres gibt’s unglaublich viel Schrott, der es nicht wert ist, gedruckt zu werden. Was jedoch viele vergessen: auch Carel Capek, Michail Bulgakov , T.C. Boyle, Edgar Allan Poe, Aldous Huxley, E.T.A. Hoffmann, Oscar Wilde und andere namhafte Autoren haben Werke geschrieben, die durchaus als Science Fiction oder Fantasy klassifiziert werden können! Und was ist mit der Walpurgisnacht in Goethes Faust? Ich finde, das ist Fantasy erster Güte!

Und welche Autorin beeindruckt dich besonders?

Margret Atwood ist ebenfalls ein gutes Beispiel dafür, dass Science Fiction ernstzunehmende Literatur ist: „A Handmaid‘s Tale“ (auf Deutsch „Der Report der Magd“) oder „Oryx and Crake“ sind einfach nur großartige Bücher – unabhängig von Genrezuordnungen.

Was sind für dich "echte" Klassiker?

Jane Austen oder Shakespeare hole ich regelmäßig aus dem Regal, um sie wieder und wieder zu lesen.
In dem Zusammenhang fällt mir noch ein Lieblingsautor ein: Wer die englischen Klassiker mag, der muss unbedingt die parodistische „Thursday Next“-Reihe des Walisers Jasper Fforde lesen: Eine Geheimagentin mit Spezialgebiet Literatur – enorm kenntnisreich und gleichzeitig zum Schreien komisch! (Aber nur für Leute, die schrägen britischen Humor mögen und keinen übertriebenen Respekt vor Literatur-Ikonen haben.) So was sollte unbedingt mal jemand mit Schiller oder Goethe machen!

So, jetzt hör‘ ich aber auf, denn je länger ich nachdenke, desto mehr fallen mir ein…

Liebe Anja, vielen Dank für das Interview – auch für die vielen AutorInnen- und Buchtipps!

 

Die Fragen stellte Heike Pfirrmann.

 

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