Berlin: Richtig bewerben! Wie die Gleichung aufgeht

Tapfere junge Verlagsmenschen ignorierten am Rande der diesjährigen Buchtage Berlin das „höllisch warme“ Wetter und bildeten im Salon Rohnstock eine bunte Schar, um zwei Expertinnen zum Thema „Bewerbung“ zu lauschen. Im Rahmen einer BücherFrauen-Veranstaltung plauderten Sabine Dörrich, Inhaberin der bekannten Personalagentur für Verlage und Buchhandlungen, und Jennifer Kroll, Verlagsleiterin bei Eden Books (Verlagsgruppe Edel), über ihren Erfahrungsschatz. Moderiert wurde das Gespräch von Stefanie Pott als Vertreterin der Jungen Verlagsmenschen, welche das Event mit organisiert hatten.


Stefanie Pott, Sabine Dörrich, Jennifer Kroll (v.l.n.r.)

Sabine Dörrich hat in ihrer Laufbahn schon um die 10.000 Bewerbungsprofile auf dem Tisch gehabt und weiß daher guten Rat. Jennifer Kroll ist es eine Herzenssache, junge Bewerber zu motivieren – schon allein, um sich nicht mehr langweilen zu müssen. Nach zahlreichen 08/15 Bewerbungsgesprächen wünscht sie sich mehr Inspiration, Eigeninitiative und Originalität. Heute gelte es, „sich nicht nur treiben zu lassen“, sondern die eigene Zukunft „selbstbewusst“ mitzugestalten. Beim Bewerben könne man da schon viel tun – und zwar Folgendes:

Tipps zu Bewerbungsunterlagen

Ganz selbstverständlich sollten die abgelieferten Unterlagen frei von Fehlern sein, zumal in einer Branche, in der die Sprache im Mittelpunkt steht. Auch ein sympathisches Foto ist in Deutschland immer noch Standard und seine Wirkung nicht zu unterschätzen, meint Frau Dörrich. „Nicht bockig gucken“ rät uns Frau Kroll noch salopp, aber ganz im Ernst. Auch das Anschreiben, auf das beide Interviewpartnerinnen größten Wert legen, soll offen und authentisch wirken. Es sei unsagbar schwierig, aber notwendig, so Frau Dörrich, ein „neugierig machendes“ Anschreiben zu verfassen. Dafür benötige man schon mal vier Stunden. Mindestens! Denn neben einer exzellenten Vorbereitung auf das Unternehmen, zum Beispiel über die Website, solle der Bewerber möglichst „Luftblasen vermeiden, also nicht redundant schreiben, charmante und zugleich geschmeidige Formulierungen finden, seine Motivation belegen, sich gerade in diesem Haus zu bewerben, nicht abgedroschen klingen und nicht zu bürokratisch“. Der Text müsse unbedingt auch mit einer originellen Einleitung beginnen. Und wie für sich beurteilen, ob das Ganze gelungen ist? Der geneigte Bewerber höre abermals auf Frau Kroll: Unbedingt „drüber schlafen“ heißt ihre Devise. Und Freund oder Freundin einen Blick darauf werfen lassen.



Jennifer Kroll (Verlagsleiterin bei Eden Books)

Die schriftlichen Unterlagen inklusive Foto sollten insgesamt auch ausgedruckt noch eine gute Qualität haben, die Dokumente ordentlich gescannt sein und alles in allem möglichst in einem PDF, „nicht in fünf separaten Word-Dateien“  angehängt werden. Auf einer „Seite drei“, einer Extra-Seite, könnten die BewerberInnen noch einmal detaillierter auf einzelne Aspekte ihres Lebenslaufs eingehen – etwa Details zu Projekten oder Referenzen angeben. Die eigenen Fähigkeiten sollten nicht einfach behauptet, sondern an konkreten Beispielen belegt werden.


Moderatorin Stefanie Pott

Während draußen die Dunkelheit dräute, die Temperaturen sich jedoch nicht dem Diktat der Nacht beugen wollten, sondern konstant hoch blieben, leitete Moderatorin Stefanie Pott zu einem weiteren wichtigen Punkt über:

Das Vorstellungsgespräch

Hier solle der Bewerber versuchen, „wertvoller Partner in einer Gleichung zu sein“, meinte Jennifer Kroll.  Dabei geht es darum, sich als ernstzunehmender potentieller Mitarbeiter auf Augenhöhe zu präsentieren. Empfohlen wurde im Gespräch, sich im Vorfeld auch mittels Facebook & Co über das jeweilige Unternehmen zu informieren. Dies könne Aufschluss über die Unternehmenskultur geben – und etwa bei der Kleiderwahl für das Bewerbungsgespräch hilfreich sein („Im Zweifel eher formaler“). Der Lebenslauf muss flüssig erzählt werden können, notfalls vor dem Spiegel üben! Frau Dörrich bezeichnet das Vorstellungsgespräch als „eine einsame Schlacht, die man führen muss“. Da ist eine gute Vorbereitung wichtig, insbesondere ein breites Wissen über die Branche und ihre Themen. Der Bewerber soll sich eine Meinung bilden können und Persönlichkeit zeigen. Letztendlich kommt es darauf an, sich immer auf dem Laufenden zu halten. „Mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen“ – das sei „in einer Branche, die mit Substanzen handelt“ extrem wichtig, findet Jennifer Kroll.

Lange hatte das Publikum konzentriert zugehört und nachgefragt – doch nach zwei Stunden lockte ein laues Sommerlüftchen die Teilnehmer ins Freie. Ein informativer Abend mit drei tollen Frauen auf dem Bühnen-Sofa nahm sein Ende.   

Ein Veranstaltungsbericht von Katja Marczinske.

 

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