„Ist alles ja kein Hexenwerk!“

Wie konzipieren wir eine App?

Das Seminarthema  „Digitale Medien – jetzt!“ lockte viele BücherFrauen aus dem gesamten Bundesgebiet am 13. und 14. September nach Göttingen. Autorinnen, Lektorinnen, Texterinnen und Redakteurinnen aus Husum, Hamburg, Berlin, Leipzig und Köln erfuhren von Seminarleiterin Sylvia Rein, welche redaktionellen Kompetenzen sie benötigen, um sich ein neues „digitales“ Standbein zu schaffen oder in der Verlagsbranche wettbewerbsfähig zu bleiben. 
Im Handumdrehen schafft es Sylvia Rein uns in ihren Bann zu ziehen: Ihr profundes Wissen, ihr Erfahrungsschatz und nicht zuletzt ihr unverwechselbarer Charme sichern ihr unsere ungeteilte Aufmerksamkeit.

 

Referentin Sylvia Rein: Texterin, Redakteurin und Producerin

E-Book, App & Co. – Was ist was?

Gleich zu Beginn zeigt sich, dass die wenigsten Teilnehmerinnen Erfahrung im Umgang mit Smartphones, Tablets oder E-Reader haben. Um einen Überblick über die vielen neuen Medien zu bekommen, erklärt Sylvia Rein – selbst als Redakteurin und Producerin in München tätig –, was Plain E-Books, Enhanced E-Books und Apps unterscheidet. Was kann ein Tablet? Was ein E-Reader? Und welches Format ist für welches Gerät gemacht?
„In Zukunft“, so Sylvia Rein, „werden sich E-Books und Apps immer mehr ähneln, auch weil die Geräte zusammenwachsen." Soll heißen: Die nächsten E-Reader-Generationen werden zukünftig zunehmend das können, was momentan nur mit Tablets möglich ist.
Anhand der App von Al Gores „Our choice“ führt sie uns vor Augen, wie hochwertige Fotos, Filmbeiträge, Grafiken und interaktive Benutzerführung den Informationswert, die Verständlichkeit und die emotionale Wirkung eines Textes erhöhen bzw. steigern.
Wie bei jedem Produkt ist die Umsetzung eine Frage der Zielgruppe. Die jungen Rezipienten einer Kinderbuch-App beispielsweise – demonstriert an einer Pixi-App – tasten sich intuitiv und spielerisch an die animierten Bilder und Audioelemente heran. Anhand eines weiteren Beispiels überlegen wir, wie wir einen Ratgebertext in einen lesbaren Smartphone-Content verwandeln.

 

Teilnehmerinnen präsentieren ihre Vogelbestimmungsapp

Dann sind wir dran – vom Text zum Content

In einer dreistündigen Workshop-Phase heißt es dann, unser Wissen anzuwenden: In drei Gruppen konzipieren wir aus einem Kinderbuch, einer Anleitung zum Vogelbestimmen und einem Lern-Ratgeber für Studierende Enhanced E-Books und Apps für Tablets bzw. Smartphones. Wie wird ein Text zum interaktiven, multimedialen Content? Wie können wir Inhalte auditiv, visuell und emotional rezipierbar machen?
Jetzt ist Kreativität und vernetztes Denken gefragt. Trotz anfänglicher Zurückhaltung und Berührungsängsten schaffen wir es, auch dank der „Betreuung“ durch die Referentin, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Die im Plenum präsentierten Gruppenergebnisse begeistern Publikum und Referentin.

 

Eine Teilnehmerin zeigt die Buchvorlage und das Ergebnis: Grundgerüst für eine Kinder-App

Workflows in der „E-Redaktion“

An Beispielen aus ihrer Tätigkeit erläutert die Referentin, wie die redaktionellen Arbeitsabläufe in der Praxis aussehen und wo die Schnittstellen zum Verlag und zu den App-Herstellungsfirmen liegen. Hier kommt es vor allem auf die Kommunikation an: Versteht der Programmierer mich auch richtig? Das Gleiche gilt selbstverständlich auch für den Umgang mit Auftraggeber/innen:  Was will er/sie?  Sylvia Rein empfiehlt hier: „Gutes Briefing ist extrem wichtig. Lieber im Vorfeld einmal mehr nachfragen!“


Und jetzt??? Ausprobieren!!!

„Es wird immer mehr Tablets geben“, betont Sylvia Rein. Der Markt wachse weiter, weshalb es sich sowohl für Festangestellte als auch für Freiberuflerinnen lohne, sich im Bereich „digitale Medien“ weiterzubilden. Das ist das eine.
Das andere: Man muss ausprobieren, seinem Spieltrieb freien Lauf lassen, aber auch den Mut aufbringen ins kalte Wasser zu springen und erste praktische Erfahrungen zu sammeln.
Denn: „Redakteurinnen qualifizieren sich vor allem durchs Tun.“ Und wenn man sich entschieden hat, auf den Zug der digitalen Medien aufzuspringen, sollte man nicht vor einer – natürlich gut überlegten – Investition in Geräte und Software zurückschrecken. Effektiv ist es auch, beim Verlag nachzufragen, was dieser mit dem Text, den man gerade lektoriert, noch vorhat. Oder selbst einen Vorschlag für die Mehrfachverwertung zu machen. „Schließlich ist das alles ja kein Hexenwerk! Ihr müsst deutlich machen, dass Ihr keine olle Printtante seid“, sagt Sylvia Rein.

Text: Heike Pfirrmann
Fotos: Heike Pfirrmann und Birte Grages

 

 

Und was sagen die Teilnehmerinnen?

»Vor allem die Mehrdimensionalität hat mich begeistert. Ich will in Zukunft wieder mehr mit Grafiken und konzeptionell arbeiten. Vor dem Workshop dachte ich: Eigentlich weiß ich gar nicht, was ich damit soll …«

»Das Seminar hat mich für E-Books, Apps und Co. geöffnet. Jetzt kann ich die Medien voneinander abgrenzen, besser einschätzen und mitreden.«

»Ich habe richtig Lust bekommen, mit InDesign zu arbeiten. Ich nehme viele Anregungen mit nach Hause, mich neu zu positionieren.«

»Erfrischend! Mir hat deine Art total gut gefallen. Eigentlich bin ich eine typische Seminar-Abbrecherin. Häufig habe ich das Gefühl habe, das bringt mir nichts, und dann mache ich erst gar nicht weiter. Aber in diesem Workshop war es anders. Ich werde nun die Entwickler-Tools erforschen.«

»Das Seminar hat mir gezeigt, dass vieles möglich ist. Ich möchte mit Blick auf Schulbuchverlage unbedingt selber digitale Medien entwickeln.«

»Wertvoll waren für mich die Anregungen neu zu denken, das Ausprobieren fürs Konzept, das textbasierte Arbeiten. Da haben sich neue Welten für mich eröffnet. Die Gruppenübung hat mir sehr viel gebracht – das hätte ich auch noch länger machen können.«

 

 

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