Berlin: Talkin ´bout a Revolution – ein Streifzug durch die digitale Publikationswelt

 


Blick in das gut besuchte Kaminzimmer des Literaturhauses

Noch war alles ganz real; da saßen am 11. September Martina Tittel und Silke Buttgereit im Kaminzimmer des Literaturhauses in der Fasanenstraße vor vollen Stuhlreihen. Die „kommende Revolution“ verkörperten drei Geräte – ein iPhone, ein iPad und der Kindle Reader. Im lockeren Gespräch zwischen Martina Tittel, der ehemaligen Geschäftsführerin von Dussmann und jetzigen Beraterin für Handels- und Kulturmarketing (www.tittelconsulting.de), und der Bücherfrau Silke Buttgereit ging es an diesem Abend rund um das E-Book und die (verlorenen?) Chancen für den Buchmarkt.


Silke Buttgereit im Gespräch mit Martina Tittel (von re. nach li.)

Auf die Eingangsfrage, wer von den Anwesenden einen E-Book-Reader besitzen würde, erhoben sich zögerlich einige Hände. Welche mag sich in diesem Rahmen eingestehen, dass sie von der so oft gescholtenen Internetplattform E-Books herunterlädt? Silke gab es zu und erwähnte mehrmals ihren Kindle-Reader, mit dem sie literarisch unterwegs sei.

Die beiden Gesprächsteilnehmerinnen benannten die Fakten: Der Anteil an E-Books in den USA am Gesamtsortiment beträgt 25 Prozent, in Deutschland sind es gerade mal 2 Prozent. Doch die Tendenz steigt. Prognosen sagen voraus, dass die 50 Prozentmarke in den USA bald erreicht werden würde. Verliert also das gedruckte Buch die Marktführerschaft in der Branche?

Frau Tittel zog eine Parallele zum Einbruch der Musikbranche 2002 und warnte davor, dass die Buchbranche diese Entwicklung nicht verpassen dürfe. Sie bemängelte die Vermittlung von E-Books. Buchhandlungen täten sich schwer mit dem Verkauf, sie würden den Verkauf mit dem Verlust ihrer eigenen Arbeitstätigkeit gleichsetzen. Diese Angst wies Frau Tittel zurück und begründete, dass Buchhändlerinnen mit ihrer Fachkompetenz die besten Multiplikatorinnen wären. Der Verkauf von E-Books kann/muss/sollte als Chance gesehen und darf nicht nur von Online-Buchhandlungen oder Internetplattformen übernommen werden. Beispielsweise könnten Buchhändlerinnen einen PC in den Laden stellen, sodass nicht nur Reader präsentiert, sondern auch E-Books verkauft und sofort heruntergeladen werden könnten.

Überraschend ist auch die Tatsache, dass E-Books eine größere Leserschaft generieren würden. Es ist jedoch nicht, wie erwartet, die jüngere Generation. Die 20-30jährigen machen gerademal ein Drittel des E-Book-Umsatzes aus. Die meisten Leserinnen sind die 41-59jährigen, und es sind mehrheitlich Frauen. Doch wer organisiert den Online-Handel?

Frau Tittel wies im Gespräch auf die Änderung des Leseverhaltens hin, die durch das E-Book hervorgerufen und bedient wird. Bei dem Informationsfluss und dem Lebensrhythmus würden wir anders lesen, schneller, plakativer, überschauender, immer auf der Suche nach der Information. Auch das hat einen Einfluss auf die Bücher. Neue Formen entstehen, z.B. Handyromane, Romane in Tweets, erweiterte (enhanced oder enriched) E-Books mit Links, Grafiken, Ton- und Filmaufnahmen und Projekte. Die Entwicklung lässt sich nicht aufhalten, wir dürfen sie nur nicht verschlafen, so Frau Tittel. Es geht nicht um das Verdammen des E-Books und den Untergang des kultivierten Buches, sondern um eine Erweiterung des Mediums und um eine Chance für alle, ob nun Leserin, Buchhändlerin, Autorin oder Verlegerin.  

Text und Fotos: Grit Ellen Sellin  

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