In memoriam Anke Schäfer

Anke Schäfer, Foto: Silvia Frey

Anke Schäfer, eine der wichtigsten Frauen der neuen Frauenbewegung, ist gestorben.

Sie war eine von denen, die frau überall traf, für viele von uns ist es unmöglich, sich zu erinnern, wann und wo wir ihr zum ersten Mal begegnet sind. Sie war eine Visionärin – eine, die Pläne schmiedete und diese auch umsetzte. Sie wusste schon früh, dass sie in allen Bereichen arbeiten wollte, die mit Büchern zu tun hatten. Es wurde ihr schwer gemacht, abhalten ließ sie sich jedoch nicht davon, ganz im Gegenteil.

Geboren 1938 in Berlin, machte sie eine Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin und arbeitete danach in verschiedenen Verlagen. Zu dieser Zeit war es selbstverständlich, dass Frauen als Sekretärinnen arbeiteten, nicht aber im Lektorat oder anderen Bereichen. Aber Anke setzte sich durch, auch wenn dies bedeutete, dass sie den Verlag wechseln musste. Es gelang ihr in den folgenden Jahren in verschiedenen Verlagen in Vertrieb, Werbung, Redaktion und Anzeigenleitung zu arbeiten.

Aus Rückschlägen wurden neue Aktivitäten, so zum Beispiel 1974 als sie auf der Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal auf die noch junge Frauenbewegung traf, die sie sofort sehr beindruckte und zu der sie noch dort Kontakt aufnahm. Der Verlagsleiter meinte daraufhin, Reisende solle man nicht aufhalten, und am  nächsten Tag folgte die fristlose Kündigung. In der Zeit danach gab es für Anke so viel anderes zu tun: Sie gründete mit anderen Frauen den Wiesbadener Frauenbuchladen Sappho, in dem sie Frauen zu Buchhändlerinnen ausbildete, den Frauenbuchversand und gleichzeitig auch mit einer Kollegin den Frauenliteraturvertrieb sowie die erste deutschsprachige Zeitschrift für Frauenbuchkritik, die Virginia, gab den Lesbenkalender heraus und übernahm den Feministischen Buchverlag. Außerdem warb sie auf allen feministischen Buchmessen, auf der Frankfurter Buchmesse und zahlreichen anderen Veranstaltungen für die Literatur von Frauen und vor allem von Lesben.

Anke Schäfer war eine Aktivistin, für die immer die Inhalte im Vordergrund standen, die Fragen der Frauen- und Lesbenbewegung. Zudem war sie eine unermüdliche Netzwerkerin, die unzählige Frauen miteinander in Kontakt gebracht hat. So gab sie auch den Anstoß zur Gründung von Safia, dem Lesbennetzwerk für Lesben über 40.

Von den BücherFrauen wurde Anke Schäfer 1998 für all ihre Aktivitäten zur Öffnung des Büchermarktes für Frauenliteratur als BücherFrau des Jahres ausgezeichnet; eine Bezeichnung, die sie mehr als alle anderen beschreibt. Schon lange bevor organisierte Netzwerke entstanden, spann Anke Fäden und brachte Frauen weltweit miteinander in Kontakt. Für ihre zahlreichen Ideen fand sie immer auch Mitstreiterinnen; ihr Wissen gab sie immer gerne und selbstverständlich weiter. Unzählige Frauen profitieren bis heute von ihren Ideen und Projekten sowie von ihrem jahrzehntelangen frauen- und lesbenpolitischen Engagement, für das sie 2000 das Bundesverdienstkreuz erhielt, und tragen ihre Projekte bis heute weiter.

Anke Schäfer starb am 19. Dezember 2013 in Katzenelnbogen. Wir werden sie vermissen, ihr Lachen, ihr Wissen, ihr Engagement – nun es ist an uns, ihr Erbe weiterzutragen.

Doris Hermanns

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