Berlin: Bericht - Mit dem Schwarm ein Projekt finanzieren - Crowdfunding in der Buch- und Kulturbranche

Brad Pitt als Doner für ein Crowdfunding-Projekt gewinnen?

Den Unterstützer/-innen einen virtuellen Spaziergang durch New Orleans anbieten?

Oder lieber in einem Workshop zeigen, wie Shrimps richtig geschält werden?

Diese und andere überraschende Vorschläge entstanden am Ende der ersten Veranstaltung der BücherFrauen am 8. Januar im neuen Jahr. „Crowdfunding in der Buch- und Kulturbranche“ war das Thema. Gefühlt eine halbe Stunde, real saßen wir dann aber weit nach 22 Uhr Uhr im Kaminzimmer des Literaturhauses Berlin. Niemand wollte so recht aufbrechen. Stunden, in denen Katja Splichal (Leiterin elearning beim Ulmer Verlag) lebendig Crowdfunding - Begriffe, Plattformen und einzelne Kampagnen anhand einer klar strukturieren Präsentation vorstellte (s. Anhang!).

Der Eindruck entstand, dass Crowdfunding scheinbar einfach zu handhaben ist und sich damit Projekte umsetzen lassen, für die es sonst kaum Gelder gibt. Dabei kann es sich um die Teilnahme des Kindes an der Orchesterfahrt handeln oder größer angelegt - die Fortsetzung einer TV-Serie, wie 2011 das erste erfolgreiche Crowdfunding-Projekt in Deutschland, das die Firma Brainpool 2011 startete und dabei innerhalb einer Woche 1 Million Euro einnahm.

Während Crowdfunding auf der anderen Seite des Ozeans fast zum Alltag gehört, geht es in Deutschland zögerlicher zu. Doch der Trend ist erkennbar.

Im zweiten Teil des Abends berichtete die Journalistin Tina Bauer von ihren Erfahrungen. Mithilfe der deutschen Plattform www.startnext.de ließ sie ihr Projekt, eine deutsche und eine englische Version des Fotobuches „Iceland – Lovely Home“, real werden. 6500 Euro sollten per Crowdfunding dafür innerhalb von 30 Tagen erbracht werden. Die Zeit einer Kampagne ist eng, um so wichtiger ist die Vorbereitung. Plattformen wie z.B. Startnext bieten dabei Coaching und Unterstützung an. Doch das eigene Herangehen, Überlegungen, wie präsentiere  mich und mein Projekt und mit welchen Benefits bringe ich die Leute dazu, gerade mein Projekt zu unterstützen, bilden die Grundlage für den Erfolg. Hier sind Ideen gefragt. Bei Tina Bauer waren es z.B. eine Postkarte aus Island, das e-book als pdf-Version oder das handsignierte Buch - je nach Höhe des Betrages. Letztlich ist es geglückt. Im Juli 2013 erschien im Selbstverlag (www.tibauna.de) das Buch mit den 14 Porträts deutscher Frauen, die in Island eine neue Heimat gefunden haben. Tina präsentierte die beiden Printexemplare. Auf Nachfragen erwähnte sie das schwierige Prozedere mit der Plattform, die mehr als 100 persönlichen Erinnerungsmails, das wiederholende Nachhaken bei Leuten und die besonders intensive Arbeit während der Kampagne. Sicherlich kämen die Doners größtenteils aus dem eigenen Netzwerk, aber Crowdfunding ist auch eine Form von Akquise, das sei ihr dabei klar geworden.

Katja Splichal und Tina Bauer (v. l.)

Katja Splichal fasste die Kriterien für ein erfolgreiches Crowdfunding zusammen (s. Folie 29-31), bevor es zum Schluss ganz praktisch wurde. Anhand einer Idee von Dr. Ina Pfitzner (Übersetzerin, Autorin) sollte der Teilnehmerkreis nun selbst eine Kampagne entwerfen. Ina, die einige Zeit in New Orleans gelebt hat und einen Blog dazu anbietet (lagniaestudies.blogspot.de), plant das Buch „Inventing New Orleans“ von Lafcadio Hearn zu übersetzen und benötigt dazu Unterstützung. Fragen nach der Zielgruppe, relevanten Medien und möglichen sozialen Netzwerken, des Vorgehens und der Festlegung der möglichen Benefits sollten gestellt und beantwortet werden. Bei den Benefits häuften sich die Vorschläge aus dem Publikum; das Absurde schien auf einmal machbar und Ina kam mit dem Aufschreiben nicht mehr mit ...

Herzlichen Dank an Katja, Tina und Ina für diesen lebendigen Abend! (Details, Begriffe und unterschiedliche Beispiele für Kampagnen können in der angehängten Präsentation nachgelesen werden.)

Hier noch die Links der besprochenen Seiten:

Hier Katja Spichals Präsentation zum Download:

Text: Grit Ellen Sellin

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