Stuttgart: Systematisches Netzwerken für Frauen – die ewige Gärtnerin

Die besten Netzwerke sind bunt wie eine Blumenwiese

Vortrag von Kerstin Sturm alias Prinzessin Häberle


Wie stärkt man das Selbstbewusstsein der schwäbischen Unternehmerin? Man macht aus der Frau Häberle eine Prinzessin Häberle. So kam die Akademie für bessere Werbung von Kerstin Sturm zu ihrem Namen.



Ihr Vortrag vor mehr als 20 BücherFrauen am Donnerstag, den 10.4. in Stuttgart zum Thema »Systematisches Netzwerken« war dann auch recht unkonventionell, unterhaltsam und voller sinnvoller Tipps. Sie erzählte, wie sie als Neuankömmling in Stuttgart und alleinerziehende Mutter mit dem neuen Umfeld zu kämpfen hatte. Fehlende Kinderbetreuung, Ärger mit den Behörden, das brachte sie fast an den Rand. Aus dieser Misere wurde dann die Prinzessin Häberle geboren. Wie kann Frauen bei der Selbstvermarktung geholfen werden? Egal ob es das Auftreten gegenüber Kunden oder Behörden ist, Frauen müssen sicherer auftreten können. Dabei hilft ein starkes Netzwerk im Rücken. Was ist der Sinn eines Netzwerkes? »Viele wissen mehr als eine, viele kennen mehr als eine«, war ihre Begründung fürs Netzwerken. Aber ein Netzwerk funktioniert nur, wenn jede bereit ist, auch zu geben. »First give, then take!«, ist die Devise. Wer ins Netzwerk nichts einbringen will, wird auch nichts daraus bekommen. Wer in ein Netzwerk geht und nur Kontakte sucht, aber selbst seine Beziehungen und sein Wissen nicht zur Verfügung stellt, wird nicht erfolgreich sein. »Frauen sind zögerlicher mit ihren Forderungen und tun sich schwer damit, Kontakte bei Netzwerktreffen zu knüpfen. Männer gehen forscher und direkter vor. Frauen warten ab und hören zu, trauen sich nicht in bestehende Grüppchen einzutreten. Sie tragen nicht sofort ihr Anliegen vor und geben auch nicht mit ihren Fähigkeiten an«, In der Beschreibung fanden sich viele der anwesenden BücherFrauen wieder. Wer stand nicht schon bei einem derartigen Treffen und traute sich nicht, die Personen anzusprechen die man doch eigentlich gerne kennengelernt hätte. Wichtig ist hier, sich vorher zu informieren: Wer ist anwesend, wer könnte mir nützlich sein? Sich hier auf wenige Personen beschränken, die aber wirklich auch ansprechen, Kontaktdaten tauschen und diszipliniert die Liste abarbeiten. Eine schwere Aufgabe für Netzwerkeinsteigerinnen, die aber von Mal zu Mal leichter fällt. Das ist Kerstin Sturms Rezept für Netzwerktreffen aller Art.

Die Akademie Prinzessin Häberle ist nicht nur Akademie, sondern auch ein Netzwerk. Kerstin Sturm hat es gegründet, um sich nach ihrem Zuzug ein eigenes Netzwerk zu schaffen. Heute soll es Frauen helfen, sich besser zu vermarkten. Ein Netzwerk ermöglicht Abkürzungen. Es kann auf Kontakte anderer Mitglieder zugreifen, so erspart man sich Recherchen und hat schnelleren Zugang zu wichtigen Personen. Sturm vergleicht ein Netzwerk mit einer bunten Blumenwiese. Es ist nicht sinnvoll, nur Menschen aus dem gleichen Geschäftsfeld um sich zu haben, das schränkt die Kontakte ein. Auf einer Blumenwiese wachsen viele verschiedene Pflanzen mit verschiedenen Eigenschaften harmonisch zusammen. So sollte das eigene Netzwerk aussehen. Wichtig ist, dass alle darin die gleiche Haltung vertreten. Wie ein Garten muss es gepflegt und aufgebaut werden. Passende Pflanzen werden gesucht und Verwelktes manchmal auch wieder entfernt. Vertrauen ist die Basis, die trägt. Ein Hinweis, auch einmal über den Tellerrand zu schauen.

Eingangs kamen diverse Fragen zu Xing und Co. auf. »Ich bin bei Xing, habe dort auch Kontakte, immer wieder kommen Anfragen die ich bestätige, aber dann mache ich nichts mehr damit, was soll ich da nur immer schreiben?« Diese Ratlosigkeit war das Problem vieler Zuhörerinnen. Irgendwann meldet man sich bei Xing an, sucht Bekannte, verbindet sich und von da an dümpelt das digitale Netzwerk wie ein vergessener Kahn am Steg vor sich hin. Kerstin Sturm kannte das Dilemma. Kontakte aus Xing oder Facebook machen nur Sinn, wenn man die Menschen auch persönlich kennenlernt. Für die Suche nach Leuten in wichtigen Schlüsselpositionen sind die Netzwerke ein wichtiges Werkzeug. Hat man einen neuen Kontakt gefunden und virtuell geknüpft sollte man ihn deshalb in die reale Welt holen. »Wenn mir jemand eine Kontaktanfrage schickt, versuche ich mit der Person auch realen Kontakt aufzunehmen. Ich greife zum Telefon und frage nach, weshalb sie den Kontakt zu mir sucht. So kann ich schnell feststellen ob es passt und der Kontakt ist sofort vertieft.« Kerstin Sturm machte schnell klar, dass die Trennung digital und real nicht funktioniert. Ein persönliches Netzwerk kann im Schnitt bis zu 150 Menschen umfassen, aber man sollte alle wirklich einmal persönlich getroffen haben. Neben dem Kontakt im Web ist es immer noch sinnvoll, sich bei der altbekannten Tasse Kaffee zu treffen. Für sein eigenes persönliches Netzwerk muss man sich Zeit nehmen, digital und real. Kontakte wollen gepflegt werden und man muss selbst immer bereit sein, auch anderen mit seinen Möglichkeiten zu helfen. Wichtig ist, dass man seiner eigenen »Marke« treu bleibt und so auftritt, wie man ist.

Kerstin Sturm geht mit gutem Beispiel voran. Sie hat sich erfolgreich selbst vermarktet, ohne ihrer Persönlichkeit untreu zu werden. Die »Prinzessin Häberle« kauft man ihr sofort ab. Ihr lockerer Ton und die treffenden Vergleiche machten den Vortrag nicht nur informativ, sondern auch zu einer guten Unterhaltung. Lachen kam jedenfalls nicht zu kurz, vor allem, wenn man sich immer wieder deutlich wiedererkannte bei all den Versuchen, das Projekt Soziales Netzwerk endlich einmal anzugehen. Oder wenn Kerstin Sturm von eigenen Pannen und Pleiten erzählte. Am Ende war die Runde nach so viel Konzentration auf die Fülle der Informationen richtig geschafft. Wahrscheinlich waren in den letzten Tagen so viele BücherFrauen wie schon lange nicht mehr in Xing und Co. unterwegs um die guten Vorsätze umzusetzen. Kerstin Sturm wird sich über die Resonanz gefreut haben.

Text: Heidi Wendelstein
Fotos: Anne Betten

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