Christine Olderdissen: Genderleicht. Wie Sprache für alle elegant gelingt (Sachbuch)

Coverabbildung Olderdissen Genderleicht

Gendern polarisiert: die einen nervt es, die anderen sehen darin ein Signal für ein modernes Geschlechterverständnis.  Ganz klar lenkt es in Texten vom Inhalt ab, wenn der „Gendersterchenstreuer“ übermäßig eingesetzt wird und es wirft allerhand Fragen auf, etwa: Heißt es jetzt Patient*innenpfleger*in? Wie es besser geht, legt Christiane Olderdissen in ihrem gerade im Dudenverlag erschienen Sprachführer Genderleicht dar.

In der Sprache sollen sich alle wiederfinden (m/w/d) – doch ganz so einfach ist es nicht, denn Sprache ist nicht Gender-neutral. Zugleich prägt sie unser Denken. Umso wichtiger scheint es, hier besonders auf Stereotype und Präzision zu achten. Weil Sprache sich ohnehin permanent verändert, regt Olderdissen dazu an, sie bewusst weiterzuentwickeln. Leicht soll es klingen, elegant und gelungen, das Gendern. Das bedeutet, genau zu recherchieren, kreative Lösungen zu finden und ins Gespräch mit Menschen zu kommen, was zugleich qualitativ und sprachlich bessere Texte hervorbringt, so das Fazit in Genderleicht.

Wie wir zu so leserlichen und zugleich sympathisch gegenderten Texten gelangen, erklärt die Journalistin auf unterhaltsame Weise. Dabei taucht sie tief ein in die deutsche Sprache, erklärt Fachbegriffe, zeichnet nebenher die Entwicklung der feministischen Linguistik nach und geht auf alle (un)möglichen Fragen ein, die beim Gendern entstehen können. Dem Buch liegt die seit 2019 vom Journalistinnenbund betriebene Webseite genderleicht.de zugrunde, auf der die Autorin und ihre Mitstreiterinnen regelmäßig auch die kompliziertesten Fragen beantwortet haben. Das so gesammelte Wissen macht das Buch zu einer Schatztruhe für alle, die schreiben – und zu einem Genuss für alle, die es lesen. Wer nach der Lektüre nicht genug hat, findet in den „Quellen“ im Anhang interessante weitere Texte zum Thema – oder wird selbst kreativ beispielsweise im Erfinden von weiblichen Schimpfwörtern.

1) Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Rheingold-Stiftung zum Thema Gendern bei 14–35-Jährigen. www.rheingold-marktforschung.de/stolperfalle-gendern/ (zuletzt aufgerufen am 22.2.2022).

Christine Olderdissen, Genderleicht. Wie Sprache für alle elegant gelingt
Duden Verlag, 2022
Taschenbuch & EPUB, 224 Seiten 
ISBN 978-3-411-75675-9
Preis 16 Euro

Eine Empfehlung von Meiken Endruweit

Meiken Endruweit arbeitet als Design Thinking Coach (hpi) zum Thema Diversität in Organisationen und bietet Workshops zu Kreativität, kollaborativem Arbeiten in Teams und Führung an.

Foto: privat

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