Stuttgart: Nachlese zum Frühlingsspaziergang in den Hohenheimer Gärten

Lavendellabyrinth Hohenheimer Gärten

Lavendellabyrinth Hohenheimer Gärten © Regine Schmidt

Frühlingsspaziergang im Park von Hohenheim am 16. Mai 2026 mit den Stuttgarter BücherFrauen

Der diesjährige Frühlingsspaziergang der Stuttgarter BücherFrauen führte vom Treffpunkt Plieningen Garbe aus in den Park von Hohenheim, der, wie Barbara Scholz in der Einladung schrieb, „zu jeder Jahreszeit bezaubernd schön ist und der Seele guttut, im Mai aber am schönsten …“ Das traf auch an diesem kühlen, aber sonnigen Samstagnachmittag zu (wir waren zwischen 15 und 17 Uhr unterwegs).

Auf verschlungenen Wegen, unter über 200 Jahre alten Bäumen konnten wir uns am Anblick der zahlreichen exotischen Pflanzen und an den erhaltenen historischen Gebäuden erfreuen.

Zu Beginn erhielten wir von Barbara eine kurze Einführung in die Geschichte Hohenheims und hörten von der Liebesbeziehung zwischen Herzog Carl Eugen von Württemberg und der ‚Tugendsamen Maitresse‘ Franziska von Hohenheim, seiner späteren Gemahlin. Carl Eugen ließ von 1772 bis 1793 für Franziska und sich selbst die Schloss- und Parkanlage Hohenheim errichten.

Im Museum zur Geschichte Hohenheims im Spielhaus von 1788/89 konnten wir das Modell des ursprünglichen ‚Dörfle‘ (wie Franziska es nannte) bewundern, einer romantischen Anlage in Verbindung mit einem englischen Park. Das Dörfle diente der Unterhaltung bei Festen und wurde dann von Bewohnern Plieningens sowie Schülern der Hohen Karlsschule belebt. Die Anlage umfasste ursprünglich 21 Hektar und ist heute nur noch 9 Hektar groß. Vom ursprünglichen Dörfle sind nur noch drei Bauten erhalten.

Beim weiteren Spaziergang kamen wir zunächst am Schäferberg vorbei (die Schäferhütte steht nicht mehr). Danach hörten wir Ludwig Uhlands Ballade ‚Des Sängers Fluch‘ bei den eingestürzten Säulen des donnernden Jupiters. Zu den dörflichen Bauten ließ Carl Eugen auch römische Bauten im Maßstab 1:4 nachbauen. Auf der Rückseite des Römischen Wirtshauses faszinierte uns die Pracht und Fülle der vielfarbig blühenden Rhododendronbüsche.

Der Monopteros (dominanter Aussichtspunkt), ein bezaubernder Seerosenteich – Teil eines vegetationsgeschichtlichen Rundgangs durch den Botanischen Garten –, das Lavendellabyrinth, die Schafweide und der Weinberg waren weitere Wegmarken. Der ab 1994 gebaute, 7,2 Hektar große Landschaftsgarten ist der jüngste Gartenteil Hohenheims.

Die Schwarzpappelallee, die direkt zum Schloss führt, ist zurzeit gesperrt, da, wie Barbara wusste, vor Kurzem ein Baum umgekippt ist und deshalb erst geprüft werden muss, welche Bäume noch sicher stehen.

Dank Königin Katharina, der zweiten Ehefrau König Wilhelms I. (Friedrich Wilhelm Karl von Württemberg), wurde Hohenheim zur landwirtschaftlichen Ausbildungsstätte. Katharina Pawlowna war zwar nur drei Jahre Königin (sie starb bereits 1819 im Alter von 30 Jahren), in dieser Zeit hat sie aber sehr viel bewegt: Sie richtete Hohenheim als Lernort für Bauern ein, legte die Grundlagen für die Württembergische Landessparkasse; auch das Wohlfahrtswerk Baden-Württemberg, das Katharinenhospital und das Katharinenstift für Mädchen gehen auf ihre Gründung zurück. In den drei Jahren ihrer Regierungszeit, die durch Missernten, Teuerung und Hungersnöte gekennzeichnet waren, wirkte sie überaus wohltätig und setzte im Land bedeutende Reformen um.

Zum Abschluss dieses wunderbaren Spaziergangs, auf dem uns Barbara Scholz mit ihrem reichen historischen Wissen und viel Liebe zum Kulturerbe erneut einen besonderen, sehenswerten Ort in Stuttgart nähergebracht hat, sind wir dann noch in Degerloch in ein Café eingekehrt. Danke!

Weitere Infos zu den Hohenheimer Gärten:

Historische Entwicklung der Hohenheimer Gärten

Hohenheimer Gärten, Wikipedia


Text und Fotos: Regine Schmidt