Das Digitale Deutsche Frauenarchiv ist BücherFrau des Jahres 2026

Das Digitale Deutsche Frauenarchiv (DDF) ist vom Netzwerk BücherFrauen e. V. – Women in Publishing zur BücherFrau des Jahres 2026 gewählt worden.
 

Mit der Auszeichnung würdigen die BücherFrauen eine Institution, die feministische Geschichte sammelt, sichert und öffentlich zugänglich macht – und damit eine unverzichtbare Grundlage für Recherchen, Bücher und andere Publikationen schafft. Das DDF bündelt die Bestände von mehr als 40 feministischen Archiven, Bibliotheken und Dokumentationsstellen im deutschsprachigen Raum und macht Quellen zur Geschichte der Frauen- und Lesbenbewegungen digital sichtbar.

Erinnerung braucht Infrastruktur 

Das DDF zeigt, dass Erinnerung keine Selbstverständlichkeit ist. Archive bewahren nicht nur Dokumente, sondern machen gesellschaftliche Entwicklungen, Netzwerke und Kämpfe nachvollziehbar. Gerade für die Buch- und Publikationsbranche ist diese Arbeit von großer Bedeutung: Feministische Literatur entsteht nicht losgelöst von gesellschaftlichen Bewegungen. Sie braucht zugängliche Quellen, recherchierbare Geschichte und Orte, an denen Wissen dauerhaft gesichert wird. Das Digitale Deutsche Frauenarchiv macht diese Zusammenhänge sichtbar und schafft Zugang zu Materialien, die lange nur Fachpublikum offenstanden.

Feministische Geschichte sichtbar machen

In der Begründung zur Wahl betonen die BücherFrauen, dass Archive nicht nur Orte der Vergangenheit, sondern Zukunftsinfrastruktur sind. Das DDF dokumentiert dabei nicht allein bekannte Namen, sondern auch Initiativen, regionale Bewegungen und marginalisierte Perspektiven. So erweitert es den Blick auf feministische Geschichte und auf die Bedingungen, unter denen Bücher, Zeitschriften und andere Publikationen entstehen. „Ohne Archiv keine Bewegung. Ohne Erinnerung keine Bücher“ – dieser Gedanke steht im Zentrum der Auszeichnung.

Demokratischeres Wahlverfahren bei den BücherFrauen

Erstmals konnten in diesem Jahr alle Mitglieder der BücherFrauen direkt über die Wahl zur BücherFrau des Jahres abstimmen. Mit dem neuen Prinzip „one woman, one vote“ stärkt das Netzwerk seinen basisdemokratischen Anspruch. Die Wahlbeteiligung von über 40 Prozent spiegelt die große Resonanz innerhalb des Vereins wider. Die BücherFrauen wurden 1990 gegründet und vernetzen heute knapp 700 Frauen aus Verlagen, Buchhandel, Übersetzung, Medien und weiteren Bereichen der Buchbranche.

Die Auszeichnung wird im Rahmen der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2026 vergeben.