Ulrike Kleinert: Erinnerungsfunken

Die Erinnerungsfunken kommen ganz „unaufgeregt“ daher und gleichsam sind sie voller Spannung. 

Die Erinnerungsfunken kommen ganz „unaufgeregt“ daher und gleichsam sind sie voller Spannung. Ich kann den Roman nicht beiseitelegen: Glückt der Mutter ein Neuanfang? Überwindet ihr Sohn seine Angst vor den anderen Jungen? Gelingt der Nachbarin, die Neuen zu integrieren? Findet der alte Mann heraus, wer seine Eltern waren und wieso er von seinen Zieheltern aufgenommen wurde? Die eigentlich kurzen Einblicke in die Lebenssituationen vermögen eine Ahnung zu geben über die Vergangenheit und eine Hoffnung für die Zukunft der Protagonist:innen. Sie kamen mir vertraut vor und ich musste „mitfiebern“.

Die Einblicke in das gegenwärtige Leben der Protagonist:innen werden ergänzt durch historische Einordnung zur Geschichte des Ortes. Diese Kombination leuchtet wie selbstverständlich auf und wirft Fragen auf: Was weiß ich über den Ort, an dem ich lebe? Hat die Geschichte des Ortes einen Einfluss auf meine Sichtweise? Wie transportiert sich Vergangenheit in die/meine Gegenwart?

Die Erinnerungsfunken fühlen sich an wie eine späte Würdigung der Menschen, für die dieser Ort unter der Naziherrschaft geschaffen wurde. Sie zeichnen im Jetzt das Leben der Nachgeborenen. Eine gelungene Komposition zwischen Fiktion und Fakten. Meine Empfehlung: Unbedingt lesen!
 


Ulrike Kleinert:
Erinnerungsfunken. Wider das Vergessen 
Kellner, 2025
200 Seiten
12,5 x 20 cm
ISBN 978-3-95651-488-3
17,oo Euro


 

Eine Empfehlung von Marion Schulz

Bücherfrau 2000
Seit 2014 im Ruhestand.

 

Transparenzhinweis: Die Empfehlung erfolgt aus Eigeninteresse und nicht aus wirtschaftlichen Gründen.