LAUT WERDEN GEGEN RECHTS – BÜCHERFRAUEN ERGREIFEN DAS WORT
Nachlese der Jahrestagung 2025 – Lautwerden gegen Rechts – mit Verleihung der Christine
©Ulrike Lohmann
Wenn Sprache Haltung zeigt, wird sie politisch.
Am 15. und 16. November 2025 trafen sich die BücherFrauen im Haus Dacheröden in Erfurt zu ihrer alljährlichen Tagung – diesmal mit dem klaren Schwerpunkt: „Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“. Wie jedes Jahr bot die Tagung Raum für Austausch, Weiterbildung und solidarische Vernetzung in einer Branche, die gesellschaftliche Debatten nicht nur begleitet, sondern mitprägt. In Keynotes, Diskussionen und Workshops ging es darum, wie wir als Akteur*innen der Buchwelt demokratische Werte stärken und dem Rechtsruck entschlossen begegnen können.
Keynote & Podium: Strategien für eine wehrhafte Demokratie
Den Auftakt bildete die Keynote der Autorin und Publizistin Ines Geipel: „Neues Land? Populismus, Trauma, Rechtsextremes, Nostalgie“.
Auf dem anschließendem Podium vertrat sie spontan die krankheitsbedingt abwesende Journalistin Nhi Le und diskutierte mit der Schriftstellerin Esther Dischereit und Nour Al Zoubi vom Flüchtlingsrat Thüringen e. V. über konkrete Strategien gegen rechts. Die Moderation übernahm Britta Jürgs (AvivA Verlag).
Workshops: Wissen vertiefen, Stimme stärken
Am Nachmittag standen praxisorientierte Workshops auf dem Programm. Unter anderem mit:
- Anne Otto: Woher kommt der Hass? – Psychologische Ursachen von Rechtsruck und Rassismus
- Aileen Schneider: Das Wort ergreifen – Spoken Words
- Anne Kühl: Deine Stimme, deine Power – Stimmtraining
- Harriet Dohmeyer: Neue Narrative – Welche Bücher brauchen wir heute?
Ergänzt wurde das Programm durch Körperarbeit mit Iris Seyband zur inneren Balance – ein bewusst gesetzter Kontrapunkt in bewegten Zeiten.
Verleihung des Literaturpreises „Christine“
Ein Höhepunkt der Tagung war am Samstagabend die feierliche Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten BücherFrauen-Literaturpreises „Christine“. Mit diesem Preis zeichnen die BücherFrauen alle zwei Jahre Autorinnen aus, die mit ihrem Schreiben zur Gleichstellung der Geschlechter sowie zur Stärkung von Frauen und Mädchen beitragen. 2025 ging die Ehrung erstmals an eine Übersetzung: Friedrike Hoferts herausragende Übertragung des Romans “Was Hortensia nicht mehr erzählen konnte” der 2003 verstorbenen spanischen Autorin Dulce Chacón (Originaltitel: “La voz dormida”) ins Deutsche, mit deren Veröffentlichung der unabhängige Verlag w_orten & meer einmal mehr seine besondere, diskriminierungskritische und perspektivöffnende Ausrichtung belegte.
Die Laudatio hielt Christiane Goebel. Friederike Hofert selbst bewegte in ihrer Dankesrede mit einer eindrücklichen Schilderung des Übersetzungsprozesses und einem berührenden Plädoyer für die gesellschaftliche Wirkmächtigkeit engagierter Belletristik. Helena Cosano, Kultur- und Wissenschaftsrätin der Spanischen Botschaft in Deutschland, sandte ein Grußwort.
Im Anschluss luden wir zum Sektempfang und gemeinsamen Abendessen.
Ein herzlicher Dank an das Orga-Team für die gelungene Organisation.
Ein herzlicher Dank geht ebenfalls an das Orgateam, das diese Jahrestagung überhaupt erst möglich gemacht hat!
TAG ZWEI DER JAHRESTAGUNG
Sonntag: Vollversammlung
Der Sonntagmorgen begann mit einem Warm-up, bevor die den Vereinsmitgliedern vorbehaltene Vollversammlung der BücherFrauen stattfand.
Abschied und Aufbruch: Neuer Vorstand gewählt
Die Berichte des Vorstands, der Finanzfrau, der Geschäftsstelle und der Pressekoordination sind im internen Bereich der BücherFrauen-Website abrufbar. In der Versammlung wurde deutlich: Der Verein steht finanziell solide da, auch wenn sinkende Mitgliedszahlen und steigende Honorarkosten künftige Planungen prägen. Messepräsenzen in Leipzig und Frankfurt bleiben wichtige Säulen der Sichtbarkeit.
Die Kassenprüfung ergab keine Beanstandungen, der Vorstand wurde einstimmig entlastet.
Bei den anschließenden Wahlen wurde Yvonne de Andrés, die sich seit 2024 als stellvertretende Vorsitzende für den Verein engagiert hatte, für die kommenden zwei Jahre zur 1. Vorsitzenden gewählt. Im Amt bestätigt wurde Finanzfrau Carola Köhler. Neu gewählt wurden Juliane Seifert (stellvertretende Vorsitzende), Annett Geselle (Schriftführerin) sowie Verena Schmidt, die künftig zusammen mit Turì Bankwitz das Presseteam des Netzwerks bildet.
Mit großem Dank und Standing Ovations für ihre herausragende Arbeit wurden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Marianne Eppelt (1. Vorsitzende), Meiken Endruweit (stellvertretende Vorsitzende) und Martina Hayo (Schriftführerin) verabschiedet, sowie zahlreiche engagierte Mitstreiterinnen aus Arbeitsgruppen, Regionalgruppen und Organisationsteams gedankt. Anhaltenden Applaus gab es auch für die langjährige exzellente Tätigkeit der GeschäftsstellenFrauen Vera Seehausen und Annette Sandberg.
Die nächste Jahrestagung mit Vollversammlung findet am 14. November 2026 digital statt.
Bildrechte alle Fotos: © Ulrike Lohmann
